Kiffen hat Konjunktur

Die Süddeutsche Zeitung hat unter ihrer Rubrik "Die Recherche" eine Reihe von Artikel gebracht, die sich mit dem Thema Drogen und Drogenpolitik befassen. In dem Teil über Cannabis wird auch der Deutsche Hanfverband ausfürhlich vorgestellt und unser Sprecher Georg Wurth kommt sehr häufig zu Wort: 

Auch Georg Wurth sagt immer denselben nüchternen Satz, wenn er gefragt wird, ob er eigentlich kifft: "Ich habe Konsumerfahrung." Wurth ist Vorsitzender des Deutschen Hanfverbands, der sich seit seiner Gründung 2002 für die Legalisierung von Cannabis einsetzt. Richter Müller kennt und schätzt er, verteilt auf Vorträgen dessen Buch. Der Verband finanziert sich aus den Beiträgen seiner Mitglieder - kleinere Unternehmen und Privatpersonen. Er hat seit kurzem damit ein kleines, aber konstantes Budget von etwas mehr als 100 000 Euro.

Wurth erzählt das alles ohne hörbaren Ärger in der Stimme. Überhaupt ist er ein kontrollierter, zurückgenommener Typ. Er findet: "Man braucht für so eine Veränderung auch eine gesellschaftliche Mehrheit." Und die lasse sich nur Schritt für Schritt erzielen. Zuerst kam in den Nullerjahren aber aus Sicht der Befürworter erst einmal ein großer Rückschlag. 2004 erschien im Spiegel eine Geschichte mit dem Titel "Die Seuche Cannabis". Vorne auf dem Heft: ein kleines Mädchen, das statt einer Schultüte einen riesigen Joint trug. Die Botschaft war: Immer mehr Jugendliche rauchen Cannabis, mit schlimmen Folgen - Schulabbruch, sozialer Absturz, Psychosen. "Das war Panikmache ohne Ende", sagt Richter Müller.

 

Datum: 
Montag, 9. November 2015

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