Experten streiten über Cannabis-Legalisierung im Bundestag

Die Deutsche Apotheker Zeitung war bei der gestrigen Anhörung im Gesundheitsausschuss und sprach danach auch noch mit DHV-Chef Georg Wurth.

„Auch ich bin ein Flashback-Opfer“, stellte Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbandes (DHV) fest. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Drogenpolitik keine Erfolge gezeigt, denn der Konsum bei den Jugendlichen steige an. Das ursprüngliche Ziel, die Jugend zu schützen, sei folglich verfehlt. Dem stehen die hohen Kosten für die Strafverfolgung gegenüber, die vorwiegend Erwachsene kriminalisiere, die zu 90 Prozent keine pathologischen Konsummuster zeigten.

Inzwischen zeichnen sich in der deutschen Politik Veränderungen ab, meinte Wurth.

Im Gegensatz zu Cannabis verursachen die legalen Drogen Alkohol und Tabak jährlich Tausende von Todesopfern.„Es gibt immer mehr Menschen, die die Schizophrenie zwischen Alkohol und Cannabis erkennen“, betonte Wurth.

DHV: Kein Konsum-Cannabis aus der Apotheke

Auch der DHV, der seit Jahrzehnten für die Marihuana-Freigabe kämpft, hat dazu eine klare Position. „Ich halte Apotheken nicht für den geeigenten Ort für den Verkauf von Cannabis als Genussmittel. Apotheken sind doch im Wesentlichen dazu da, heilende oder lindernde Substanzen zu verkaufen. Es geht um eine Angleichung im Umgang mit Alkohol und Cannabis. Und der Verkauf von Bier und Schnaps in Apotheken wäre wohl auch eine absurde Vorstellung", erklärt der DHV-Geschäftsführer im Nachgang der Anhörung gegenüber DAZ.online.

Datum: 
Donnerstag, 28. Juni 2018

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