Argumentation Drogenlegalisierung

Argumentation Drogenlegalisierung

Nicht die Forderung nach Legalisierung von Drogen gehört als außergewöhnliche Idee auf den Prüfstand, sondern das geschichtlich gesehen relativ kurze Experiment/Abenteuer der Kriminalisierung. Ist also das Cannabisverbot sinnvoll? Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen?

  1. Positive Aspekte/ Sinn der Drogenverbote
  2. Negative Aspekte der Drogenverbote/ungewollte Nebenwirkungen
  3. Ergebnis

Positive Aspekte/ Sinn der Drogenverbote

Das übergeordnete Ziel "Gesellschaft ohne Drogenprobleme" soll durch die "Abstinente Gesellschaft" erreicht werden.
Aber: Menschen nehmen Drogen! Das gilt auch für konservative Politiker, deshalb auch die erste Einschränkung: Dieses Ziel gilt nur für bestimmte willkürlich gewählte Drogen. Von diesen ist im folgenden die Rede.Abstinente Gesellschaft soll erreicht werden durch Drogenverbot.

Abschreckung für das Angebot
Ist nur sehr eingeschränkt wirksam, ändert nur die Struktur der Anbietenden - Kriminelle statt legale Händler; verhaftete Händler werden wegen der hohen Gewinne sofort ersetzt. Zugang durch verdecktes Angebot leicht erschwert.
Abschreckung für die Nachfrage
Funktioniert kaum, siehe Drogenaffinität Jugendlicher, BZGA 2001. Für die Ablehnung von Drogen sind andere Gründe als die Strafverfolgung ausschlaggebend. Es gibt keine belastbaren Untersuchungen, die besagen, dass Drogenverbote den Konsum hemmen, bzw. eine Legalisierung den (problematischen) Drogenkonsum steigern würde. Das legen auch die Konsumentenraten in Staaten mit unterschiedlich starker Repression nahe, z.B. USA, Deutschland, Niederlande.
Hochtreiben der Preise soll Nachfrage zusammenbrechen lassen
Hohe Preise werden nur für Heroin und Kokain erreicht, andere Drogen sind nicht besonders teuer. Hohe Preise bei Heroin und Kokain schrecken nicht besonders ab, insbesondere Problemkonsumenten/Abhängige, die ja überhaupt erst ein Problem darstellen.

Fazit: Ergebnis ist nur eine leichte Hemmschwelle und eine leichte Verringerung der Griffnähe. Illegale Drogen sind für jeden verfügbar, der sie haben will. Drogenkonsum bleibt auf hohem Niveau, auch problematischer Konsum ist offensichtlich.
Drogenverbote erreichen ihre Ziele nicht!
Auch eine weiter verstärkte Repression verspricht kaum mehr Erfolg. Nur eine harte Diktatur könnte mit so einer Strategie einigermaßen erfolgreich sein, mit demokratischen Methoden kann das nicht funktionieren.


Negative Aspekte der Drogenverbote/ ungewollte Nebenwirkungen

  • Geringe abschreckende Wirkung der Verbote wird durch "Reiz des Verbotenen" wettgemacht
  • Kriminalisierung von ansonsten unbescholtenen Bürgern, Lebenspläne werden durchkreuzt, Berufschancen verschlechtert etc.
  • Förderung illegaler, gewaltbereiter Strukturen und "organisierter Kriminalität" durch unnatürlich hohe Preise und Ausschluss legaler Konkurrenz = lukratives Monopolgeschäft für Kriminelle
  • Erwirtschaftetes Schwarzgeld wird in riesigen Mengen gewaschen und verzerrt die legale Wirtschaft.
  • Künstlich hohe Preise führen zu Belastung der Gesellschaft wegen Beschaffungskriminalität und Prostitution
  • Hohe Preise (insb. für Heroin und Kokain) führen zu Belastung der Konsumenten: durch zusätzliche Kriminalisierung wegen Beschaffungskriminalität, Förderung riskanter (effizienter) Konsummuster (spritzen statt rauchen + sniefen), Fokussierung auf Geldbeschaffung für Drogen - Vernachlässigung sozialer Kontakte, Arbeitsplatz, Ernährung, Wohnung etc.
  • Hohe Preise und kurzfristige Angebotsverknappung fördern insbesondere bei Heroinkonsumenten Mischkonsum mit Substitutionsmitteln, Alkohol, Schmerzmitteln, Schlaftabletten ... Es entstehen zusätzliche Drogentote!
  • Schlechte Qualität der Schwarzmarktdrogen (durch Unmöglichkeit staatlicher Kontrolle) bedeutet unklarer Wirkstoffgehalt und teilweise schädliche Streckstoffe. Es entstehen zusätzliche Drogentote durch ungewollte Überdosierung oder Streckmittel!
  • Tabuisierung; ehrliche gesellschaftliche Diskussion über Drogenkonsum ist erschwert/unmöglich, Schüler können kaum ihre Erfahrungen mit Eltern oder Lehrern reflektieren, bewusster Konsum wird dadurch erschwert.
  • Verzerrte verteufelnde Substanzkunde z.B. in der Schule. Dadurch ist gut informierter risikoarmer Konsum erschwert und Drogeninformationen (auch seriöse Warnungen) werden insgesamt unglaubwürdig.
  • Repressions- und Abstinenzlogik führt zu Hindernissen für risikominimierende Drogenhilfemaßnahmen, aktuelles Beispiel: Spritzenabgabe in Knästen - führt zu mehr "Drogentoten".
  • Erschwerter Zugang zu Drogenszenen; Hindernis für wirksame Hilfen.
  • "Szenebildung" unter besonders und mehrfach gesellschaftlich ausgegrenzten Extremkonsumenten. Das wird von der Gesellschaft als Belastung empfunden, z.B. durch geballtes (teilw. aggressives) Betteln, komische Anmache - diffuses Gefährdungsgefühl. Für die Betroffenen ergeben sich zusätzliche Risiken wie mehrfache Verwendung und gemeinsame Nutzung von Spritzen und unhygienische Bedingungen - zusätzliche "Drogentote".
  • Repressionsanstrengungen tragen zur Aushöhlung von Bürgerrechten bei; teilweise verfassungswidrig.
  • Überlastung von Polizei, Justiz und Gefängnissen; Kapazitäten fehlen in anderen Bereichen; verursacht sehr hohe Kosten.
  • Massive Steuerausfälle: direkte Genussmittelsteuern, Umsatzsteuer, Gewinnsteuer, Lohnsteuer etc.; außerdem Einnahmeausfall bei den Sozialkassen durch Illegalisierung von Arbeitsplätzen.
  • Auf internationaler Ebene bringen Drogenverbote zusätzliche Probleme für die Anbauländer mit sich.

Fazit: Drogenverbote haben sehr viele zusätzliche negative Auswirkungen, die nichts mit dem eigentlichen Drogenkonsum zu tun haben und treiben die Zahl der Drogentoten in die Höhe.


Ergebnis

Drogenverbote verfehlen ihr Ziel und schaffen viele zusätzliche Probleme. Das Experiment kann als gescheitert angesehen werden!
Daraus folgt zwangsläufig, dass Möglichkeiten für die legale Abgabe von Drogen geschaffen werden müssen. Wie eine solche Abgabe genau ausgestaltet werden kann und welche staatlichen Regulierungen und Kontrollen sinnvoll sind, ist ein eigenes Kapitel. Klar ist, dass auch eine legale Abgabe von Drogen nicht alle Probleme lösen kann, sie verringert nur die negativen Folgen der Kriminalisierung. Zur weiteren Verringerung problematischen Drogenkonsums sind andere gesellschaftliche Hebel nötig.

 

Kommentare

Schreibt die Sätze doch zumindest mal aus...
Wenn ich Jemandem nen Flyer in die Hand drücke und er sich damit auseinandersetzen möchte, landet er hier.
Diese Seite sollte nochmal überarbeitet werden.
Bitte bereitet die Informationen und Argumente besser auf.

Hallo lieber DHV,
ich glaube es gibt noch ein Argument, das auf eure Internetseite zu negativen Folgen der Repression, hab ich bei der SPD im Bundestag gehört:
Durch die Unverhältnismäßigkeit der Anwendung des Strafrechts in Sachen Cannabis, ist es für den Konsumenten aus Sicht der rechtlichen Risiken kein großer Unterschied vom Gelegenheits- zum Dauerkonsumenten. Denn das Strafrecht wird allein in Sachen Führerschein schon bei Gelegenheitskonsum mit dem Höchstmaß angewendet.
schöne Grüße,
Wolfgang

Ich selbst bin für eine Legalisierung von Cannabis und ein Entkriminalisieren von härteren Drogen.
Jedoch muss ich beklagen, dass dieser Artikel sehr offensichtlich einseitig verfasst worden ist.
Mir ist klar, dies ist eine Pro-Legal Seite, jedoch sollten wir alle einen vernünftigen Diskurs fördern und uns auch mit den Argumenten der Gegenseite auseinandersetzen.

Ich finde die inhaltliche Vermischung von Cannabis, um dessen Legalisierung es hier doch gehen soll, mit stark süchtig machenden und für jeden Konsumenten extrem gefährlichen Drogen absolut kontraproduktiv! Beschaffungskriminalität? Prostitution? Gemeinsame Nutzung von Spritzen? Agressives Betteln? Drogentote? - Die Informationsquelle hierfür scheint wohl Reefer Madness zu sein! Wer sich auf dieser Seite über die Vorteile der Aufhebung des Cannabisverbots informieren will, wird vollständig aufs falsche Gleis geführt. Jedenfalls musste ich bisher noch nie auf den Strich gehen, um ab und zu mal was zu rauchen ... Das soll aber keine Pauschalschelte sein - vielen Dank für Eure Arbeit!

Stimmt, diese Argumentation bezieht sich auf alle Drogen und nicht alle Argumente treffen auf Cannabis zu. Das ist schon aufgrund der Einleitung verwirrend und gehört überarbeitet. Ich packe es mal auf die ToDo-Liste, die allerdings elend lang ist.

Ich bin auch für eine Legalisierung von Cannabis.
Wenn ich als Mensch das Bedürfnis nach Entspannung oder Rausch habe kann ich mich legal totsaufen.(täglich sterben 40 Menschen an den Folgen von Alkohol)
Wie in meinem Fall habe ich sogar 2 Familienmitglieder die Alkoholkrank sind.
Möchte ich jetzt eine weniger suchtgefährliche Substanz wie Cannabis konsumieren bin ich Kriminell.
Ich konsumiere seit vielen Jahren täglich und abrupte Konsumstop z.b. 2 Wochen in Urlaub haben keinerlei Entzugserscheinungen hervorgerufen.
Bei Nikotin oder Alkohol ist das nicht möglich.
Deswegen fühle ich mich in meiner Würde und Freiheit als Mensch unterdrückt hier nicht frei entscheiden zu dürfen welche Substanz ich konsumieren möchte.

Also ich bin ehrlich gesagt gegen die Legalisierung von Cannabis. Man bedenke, dass es immernoch eine Einstiegsdroge ist. Der Schwarzhandel wird trotz Legalisierung nicht gestoppt, da es noch genug Drogen gibt, die nicht legal sind und zudem noch viel schädlicher sind. Ich als nicht Konsument, möchte nicht aufs Autofahren verzichten müssen,nur weil ich vielleicht irgendwo passiv mitgeraucht habe. Zudem möchte ich nicht, dass mein Kind auf dem Spielplatz oder sonst wo passiv mit raucht. Es ist ja dann legal, aber schadet meinem Kind trotzdem. Und das nur, weil der Staat an Steuern verdienen will? Finde ich ungerecht. Alkohol oder Zigaretten sind nicht so wie Cannabis auf andere Menschen übertragbar. Konsumenten konsumieren doch sowieso, aber dafür nicht in der Öffentlichkeit, in der man Menschen zwingt eine Substanz zu konsumieren, die das vielleicht überhaupt nicht wollen. So fühle ich mich ebenso in meiner Würde und Freiheit unterdrückt.

Ich find es seltsam warum du denkst das nach der legalisierung alle kiffend auf der straße rum laufen.
Ziggaretten sind schädlicher für die Lunge und nur weil du mal ein bisschen rauch einatmest wirste ja net direkt high oder verspürst irgend eine wirkung. Außerdem könnte man ein gesetz einbringen das man in der öffentlichkeit kein cannabis konsumieren darf.

Hallo,

Ich möchte einigen die das lesen mal etwas sagen.
Ich möchte unerkannt bleiben weshalb ich meinen Namen nicht nennen möchte.

Jeder hat seine Meinung zum Thema Cannabis..., das hier ist meine.

Ich habe mit meinen 21 Jahren viel mitmachen müssen. Ich hatte schweres Mobbing in der Schule und wurde 4 mal vergewaltigt und die Täter kamen, wie erwartet auch noch davon....
Ich hatte und habe noch Depressionen, sowie eine PTBs ( Postraumatische belastungsstörung), Schlafstörungen, Borderline und mehrere Traumatas...
Ich habe mehrfach versucht mir das Leben zu nehmen mit Tabletten oder aufschneiden der Pulsadern, was immer scheiterte.
Dies ging Jahre.

Ich bekam viele Tableten in Psychiatrien, da ich mich in Psychattische Behandlung gab.
Ich weis nicht wie es dazu kam aber es war die richtige Entscheidung.
Leider Hat nichts davon wirklich geholfen, dennoch würde ich nach einem 3/4 Jahr entlassen.
Dann wurde mir Cannabis angeboten.
Es machte mich wesentlich ruhiger und lies mich abschalten. Ich konnte wieder schlafen und war lebensfroher.
Ich habe niemals etwas anderes konsumiert um das mal klar zu stellen.
Meine Depression sind in kleine Phasen gerückt die nur noch selten vorkommen und das Borderliner tritt nur noch in Wutausbrüchen auf, die Wut jedoch lasse ich mit einem joint kontrolliert in einer ruhigen Phase auf Papier aus.
Cannabis kann jedem Menschen helfen und eventuell wieder „Lebensfreude“ bringen.
Also sehr nicht immer nur das schlechte im „verbotenen“

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