Cannabis-Handel: Straftaten in Düsseldorf trotz Teillegalisierung „extrem gestiegen“

Die NRZ berichtet über die gestiegenen Fälle von illegalen Cannabishandel. Chris Demmer Sprecher der OG Düsseldorf ordnet dies ein und plädiert für mehr legale Zugangswege.

Chris Demmer sieht das ein bisschen differenzierter. Der Ratsherr der Linksfraktion ist gleichzeitig Sprecher des Hanfverbandes im Kreis Düsseldorf. „Man darf nicht vergessen: Das neue Gesetz hat auch dazu geführt, dass wir in Deutschland hunderttausende Menschen aus der Kriminalität geholt haben“, betont Demmer. „Diese Menschen können erst einmal niemandem schaden, außer vielleicht sich selbst.“ Die Enttabuisierung sei jedoch das eine, die gesundheitlichen Folgen stünden auf einem anderen Blatt, „aber das hat ja nichts mit der Polizei zu tun“. Man könne nun auch nicht sagen, „dass wir jetzt eine Entwicklung wie bei Sodom und Gomorrha hätten“, so der Cannabis-Lobbyist weiter. „Die Drogenhilfe registriert jedenfalls nicht höhere Fallzahlen.“

Der wichtigste Schritt, um dem offenen, unerlaubten Drogenhandel nicht nur rund um den Hauptbahnhof zu begegnen, liegt für Chris Demmer auf der Hand: „Wir müssen die Verfügbarkeit von legalem Cannabis deutlich erhöhen. Nur so können wir dem Schwarzmarkt entgegenwirken. Das blendet die Polizei aber aus.“ Für den Verbandssprecher das größte Problem dabei: „Es gibt in Deutschland zurzeit bis zu 200 Cannabis-Clubs, in Düsseldorf keinen einzigen. So bleibt der private Cannabis-Anbau in dieser Stadt die einzige legale Bezugsquelle. Das muss sich ändern.“