Presseecho - 2011

 

 

 


Hier finden sie die drogenpolitische Berichterstattung der Medien über den Deutschen Hanfverband für das Jahr 2011.

 


14.01.2011 - Interview der Süddeutschen Zeitung mit Georg Wurth zur Cannabis-Petition

"Wir wollen die Entkriminalisierung"

Noch bis zum 26. Januar gibt es die Möglichkeit, eine Online-Petition zur Entkriminalisierung von Cannabis zu unterzeichnen. Was genau das bedeutet, erklärt Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband.

Worum geht es in der Petition?
Wir wollen, dass Cannabis zwar nicht legalisiert, aber zumindest die Konsumenten entkriminalisiert werden.   

Was genau ist der Unterschied zwischen Legalisierung und Entkriminalisierung?
Bei der Legalisierung geht es um die komplette Freigabe des Marktes: Vom Anbau über den Transport bis hin zum Verkauf. Selbst in den Niederlanden ist Cannabis nicht legal, sondern nur geduldet. Die Regelung dort bezieht sich nur auf den Einzelhandel in den Coffeeshops, nicht aber auf Produktion und Großhandel Die Entkriminalisierung bezieht sich auf die Konsumenten, sie sollen weniger oder gar nicht mehr bestraft werden, wenn sie kleine Mengen zum Eigenverbrauch besitzen.   

Wie soll das konkret aussehen?
Die Strafverfolgung soll gemindert werden. Zum Beispiel fordern wir, dass der Begriff „geringe Menge“  für alle Bundesländer vereinheitlicht wird und die Menge auf 30 Gramm heraufgesetzt wird.   

30 Gramm – ist das nicht sehr viel?
Ne, das ist nicht besonders viel. Gerade weil es keine legale Versorgung gibt, legen sich die Leute gerne mal einen Vorrat an. Viele kaufen einmal im Jahr ein und da ist die Menge natürlich höher. Natürlich gibt es auch Leute, die einfach sehr viel konsumieren. Aber die brauchen höchstens Hilfe und keine Strafverfolgung. Wir möchten auch, dass der Eigenanbau entkriminalisiert wird. Wenn jemand zwei Hanfpflanzen auf dem Balkon stehen hat, kann man ihm doch keine kriminelle Energie unterstellen! Auch an der Art der Strafverfolgung muss sich etwas ändern. Wir kriegen oft haarsträubende Berichte, von Menschen, die wie Schwerverbrecher behandelt wurden.   

Zum Beispiel?
Da wird jemand auf der Straße durchsucht, weil er „nach Kiffer aussieht“. Die Polizei findet ein Gramm Gras. Es folgt eine Hausdurchsuchung, eine ED-Behandlung, Fingerabdrücke werden genommen, Fotos gemacht – die Leute werden wie Schwerverbrecher behandelt. Und das bei mehreren Millionen Cannabis-Konsumenten in Deutschland und zwölf Millionen, die zumindest schon einmal Erfahrungen mit Cannabis gemacht haben!   

In der Petition ist auch von einem THC-Grenzwert im Straßenverkehr die Rede. Cannabis-Schnelltests wie beim Alkohol gibt es aber noch nicht, oder?
Nein, wahrscheinlich muss man weiter auf Bluttests zurückgreifen. Aber auch hier geht es um die Entkriminalisierung. Gerade in Bayern verlieren Leute den Führerschein, bloß weil sie irgendwann einmal gekifft haben und noch unwirksame Restmengen im Blut haben.   

Es heißt, es könne im Straßenverkehr zu so genannten „Flashbacks“ kommen...
Das ist Blödsinn, dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Der Führerscheinentzug ist eher eine Ersatzstrafe, nachdem 1994 beschlossen wurde, kleinere Mengen nicht mehr zu bestrafen. Mir geht es ausdrücklich nicht darum, dass die Leute bekifft fahren dürfen. Aber die jetzige Regelung hat nichts mit Verkehrssicherheit zu tun, sondern ist pure Diskriminierung von Hanffreunden.   

Die Petition ist seit Mitte Dezember online. Noch bis zum 26. Januar kann man unterzeichnen. Gibt es einen besonderen Grund, weshalb ihr sie gerade jetzt online gestellt habt?
Letzten Sommer haben wir eine Emnid-Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: 54 Prozent der Bundesbürger sind für eine liberalere Regelung. Eigentlich sollte die Petition schon im Oktober online gehen. Aber es gab Probleme, da es in dieser Legislaturperiode schon eine Petition zum Thema Cannabis gab. In der ging es allerdings um Legalisierung, nicht um Entkriminalisierung.     

Wann ist die Petition denn erfolgreich? Und wie geht es dann weiter?
Das ist sehr schwammig. Auf Bundesebene gibt es in Deutschland noch immer kaum Instrumente der direkten Demokratie. Was Online-Petitionen betrifft, gibt es das Kriterium „50000 Unterschriften in drei Wochen“ – aber das schafft kaum eine Petition. In erster Linie ist das Verfahren dazu da, Impulse für eine Diskussion zu geben. Wichtig ist für uns, dass sich die Parteien endlich damit auseinandersetzen. Denn bis auf die CDU gibt es in jeder Partei eine Mehrheit für eine liberalere Gesetzgebung.   

In Kalifornien ist vor einigen Monaten das Referendum knapp gescheitert...
Wenn das durchgegangen wäre, wäre das eine Revolution gewesen und eine der größten Impulse seit Jahrzehnten. Aber auch so war ein guter Impuls. Und nichtsdestotrotz ist Kalifornien ein Leuchtturm, was die Cannabis-Gesetzgebung angeht: Cannabis als Medizin spielt dort eine Riesenrolle. Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat Schwarzenegger zudem ein Gesetz zur Entkriminalisierung unterzeichnet.

Süddeutsche.de vom 14.01.2010: "Wir wollen Entkriminalisierung"


18.01.2011 - Heise.de: Cannabis und offenes W-Lan

Zwei neue Petitionen haben Verbote aufs Korn genommen
Nach einer Anfangseuphorie wurde es um e-Petitionen in Deutschland wieder relativ still. Das lag nicht zuletzt daran, dass Petitionen, die aufgrund
ihrer zahlreichen Unterzeichner viel Medienaufmerksamkeit erregten, nur sehr bedingt erfolgreich waren: Die vorläufige Aussetzung von Netzsperren ist eher ein Resultat der letzten Wahlen als eines der Petition dagegen und ein bedingungsloses Grundeinkommen scheint heute so fern wie 2009. Die Gema geht sogar noch forscher vor als vor der  Massenpetition gegen sie und kassiert mittlerweile auch bei  Kindergärten.

Trotz dieser Frustrationen gibt es zwei neue e-Petitionen, die derzeit (auch via Facebook und Twitter) so viel Aufmerksamkeit erregen, dass ihre Initiatoren als Redner vor dem Bundestag eingeladen werden könnten: Eine davon, die noch bis zum 26. Januar läuft und am Montag knapp 15.000 Mitzeichner aufwies, fordert die "konsequentere Entkriminalisierung konsumbezogener Cannabisdelikte".

Initiator der Petition ist Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband (DHV). Wurth beruft sich unter anderem auf eine vom DHV im letzten Jahr in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage, nach der angesichts von "über 3 Millionen gelegentlichen oder regelmäßigen Cannabiskonsumenten und über 12 Millionen Menschen mit Konsumerfahrung" mittlerweile eine Mehrheit der Bevölkerung eine weitere Entkriminalisierung befürwortet und hofft, mit der Petition eine Bundestagsdebatte darüber anstoßen zu können.

Ihm zufolge ist die weitverbreitete Auffassung, Cannabiskonsumenten würden seit einem Urteil des Landgerichts Lübeck ohnehin nur mehr verfolgt, wenn sie größere Mengen der verbotenen Substanz bei sich tragen, angesichts einer sechsstelligen Zahl von jährlich in Deutschland eröffneten Strafverfahren ein "Trugschluss". Vor einer Verfahrenseinstellung, zu der es auch beim Vorliegen einer "geringen Menge" nicht in allen Fällen kommt, werden die Betroffenen zudem häufig durch Hausdurchsuchungen traumatisiert, die teilweise bleibende gesundheitliche Schäden hinterlassen - was dem Schutzzweck der Verbote im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zuwiderläuft.

Anders als der kalifornische Volksentscheid, der im November relativ knapp scheiterte, will die deutsche Petition keine weitgehende Freigabe von Marihuana erreichen, sondern fordert ein Festschreiben der "geringen Menge" im BtMG auf einen bundesweit einheitlichen Wert. Unterhalb dieser Grenze sollen ausschließlich dann Strafverfahren eröffnet werden, wenn jemand beim Verkauf erwischt wird. Das würde auch heißen, dass Hausdurchsuchungen und erkennungsdienstliche Behandlungen wegfielen, was nicht nur dem Steuerzahler, sondern auch den Krankenkassen viel Geld sparen könnte.

Für den Anbau schwebt dem Verband eine Regelung wie in Spanien vor, nach der Konsumvereine sich Pflanzungen rechtlich so aufteilen, dass jeder einzelne Teilhaber unterhalb der Grenze für eine "geringe Menge" liegt. Die wenigsten Chancen auf eine Verwirklichung dürfte die ebenfalls geforderte Einführung eines THC-Grenzwertes im Straßenverkehr haben: Selbst wenn Gerichte einmal eine Gleichbehandlung mit dem Alkohol erzwingen sollten, ist wahrscheinlicher, dass die Politik die Promillegrenze auf Null senkt, um dem nachzukommen.(...)

Heise.de vom 18.01.2011: Cannabis und offenes W-Lan

28.02.2011 - Zakoo.de: Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung

Am 28.02.2011 führte Andreas Widmann ein Interview mit Georg Wurth zum Thema Cannabis. Er äußert sich über die Arbeit des Deutschen Hanfverbandes, die Problematik der Drogenprohibition und die derzeit laufende Petition zur Entkriminalisierung von Cannabis. Auf Basis dieses Interviews ist der Artikel "Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung" entstanden.

Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung

So lautet einer der Werbesprüche des Deutschen Hanfverbandes, der seit März 2002 besteht und umfassende Informationen über das Genussmittel Cannabis bietet. Der Verband warnt vor den gängigen Streckmitteln und kämpft im politischen wie im privaten Bereich für eine Legalisierung von Cannabis und einem liberaleren Umgang mit Hanfprodukten. Kurz vor der Gründung des Deutschen Hanfverbandes fand bei den Grünen eine innerparteilich Diskussion über den Umgang mit Drogen und eine neue, eventuell zweckdienlichere Drogenpolitik statt. Aus dieser Diskussion heraus entstand der Gedanke eines überparteilichen Vereins und letztendlich auch der Deutsche Hanfverband.

„Ich habe mich, damals noch als Parteisprecher der Grünen in Remscheid, selbst angezeigt, wegen Besitz von 4 Gramm Marihuana. Um eben den Unsinn der Cannabisverfolgung deutlich zu machen. Das hat auch pressetechnisch sehr gut funktioniert“, berichtet Georg Wurth, Vorsitzender des Deutschen Hanfverbandes über eine seiner Legalisierungsaktionen. Bis zu einer bestimmten „geringen Menge“ muss der Besitz von Cannabis nicht strafrechtlich verfolgt werden und das Verfahren wird eingestellt. Zwar waren die besagten 4 Gramm eine „geringe Menge“, diese Regelung gilt allerdings nur bei Eigenverbrauch. „Ich hab mir das Cannabis damals zum Zweck dieser Selbstanzeige besorgt. Das habe ich dann auch bei der Polizei angegeben und das war dann wohl auch der erste Grund wieso der Staatsanwalt mich unbedingt verurteilen wollte.“ Diese Erfahrungen haben Georg Wurth schließlich dazu bewogen sich beim Deutschen Hanfverband zu engagieren und den Vorsitz zu übernehmen.

Die Legalisierung oder Entkriminalisierung ist bei weitem keine Randgruppenidee. „ Cannabis geht vom Arbeitslosen bis zum Großbanker oder Politiker. Das ist überall zu finden.“ In Deutschland leben derzeit etwa 13 Millionen Menschen mit entsprechender Konsumerfahrung und nach einer vom Hanfverband in Auftrag gegebenen EMNID-Umfrage, waren 54% der Befragten zumindest für eine Lockerung der derzeitigen Situation. Ist die Drogenprohibition, die dazu gedacht ist, Menschen zu schützen, überhaupt sinnvoll? „Wenn Leute nicht konsumieren, dann haben sie ganz andere Gründe dafür. Insbesondere wenn ihnen die Wirkung nicht gefällt oder weil sie einfach kein Interesse daran haben. Nur 3% der Nicht-Konsumenten sagten in einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass sie nicht konsumieren, weil es verboten ist. Die Repression bringt in dem Bereich nichts, aber sie hat ganz viele negative Begleiterscheinungen.“

Zum ersten wird natürlich die Strafverfolgung genannt, der die Konsumenten illegaler Rauschmittel ausgesetzt sind. „Das ist für die Konsumenten natürlich ein riesiger Eingriff ins Leben, wenn sie verfolgt werden, teilweise ihre Wohnung, ihre Jobs oder ihren Führerschein verlieren, riesige Strafen zahlen müssen oder überhaupt zum ersten Mal durch so ein Strafverfahren vom Staat als Kriminelle abgestempelt werden. Ansonsten führen sie meist ein ganz normales Leben, sind keine Verbrecher und plötzlich haben sie eine Hausdurchsuchung. Oder wenn es auch nur ein einfaches Strafverfahren ist, das dann eingestellt wird, trotzdem wird der Staat plötzlich als Feind betrachtet. Das ist ja an sich schon eine sehr negative Begleiterscheinung.“ Nicht nur der Hanfverband sondern auch viele Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen, die sich zum Beispiel im Schildower Kreis ( http://www.schildower-kreis.de/) zusammengetan haben, sehen allerdings noch andere negative Auswirkungen. Dem Ziel, den Drogenkonsum einzuschränken, beziehungsweise ihn zumindest kontrollieren zu können, wirkt die derzeitige Drogenpolitik entgegen.

Durch das Verbot gibt der Staat die Zügel vollständig aus der Hand und überlässt das Feld den Kriminellen und mafiaähnlichen Organisationen. „Durch den Markt an sich fördert man kriminelle Strukturen, die man nicht hätte, wenn das in einem legalen Rahmen organisiert wäre. Sie sagen immer, sie wollen gar nicht die Konsumenten verfolgen, sondern nur die Großhändler oder die Dealer, aber genau denen überlassen sie ja diesen Markt exklusiv. Das ist ein Milliardengeschäft. Und das führt z.B. auch zu jeder Menge Schwarzgeld, das im Umlauf ist. Es sind Milliarden, die irgendwie schwarz erwirtschaftet werden und dann zurück in die legale Wirtschaft fließen. Streckmittel sind natürlich auch ein ganz großes Thema. Nach unserer Erkenntnis ist mittlerweile ein sehr großer Teil des Marihuana-Marktes verseucht mit diversen schädlichen Streckmitteln. Ich geh davon aus, dass wir in absehbarer Zeit wesentlich mehr Lungenpatienten in Kliniken und bei den Ärzten haben werden. Das ist natürlich auch eine Auswirkung des Verbots, weil geprüfte Qualität im Fachgeschäft eben sauber wäre. Alleine durch diese Streckmittel werden mehr Cannabiskonsumenten die Gesundheit ruinieren als durch den Cannabiskonsum an sich.“, so Georg Wurth zu den Auswirkungen der derzeitigen Drogenpolitik. Das Verbot soll den Konsum schädlicher Substanzen verhindern und die Menschen schützen, de facto tut es dies allerdings nicht. „Es mag sein, dass das einen ganz kleinen Teil der Konsumenten abschreckt, dafür gibt es aber auch einen kleinen Teil der Konsumenten, die es deswegen erst recht konsumieren“. Organisationen wie der Hanfverband oder der Schildower Kreis machen keine Werbung für illegale Rauschmittel, sondern versuchen konstruktiv an einer neuen Drogenpolitik zu arbeiten, die allen Menschen nützt. „Ich gebe häufig auch Schulveranstaltungen in Kooperation mit der Polizei, bei denen ich die Leute auch warne, dass sie Probleme bekommen können. Dass es z.B. Risikogruppen gibt, bei denen es besonders wahrscheinlich ist, dass Cannabis ihnen eben nicht gut bekommt. Wenn man psychische Krankheiten in der Familie hatte, Psychosen, Schizophrenien oder so etwas, dann sollte man mit Cannabis natürlich sehr vorsichtig sein. Also es geht mir nicht darum, Werbung für das Genussmittel Cannabis zu machen, sondern lediglich darum, zu sagen, wie im Moment mit Millionen Konsumenten umgegangen wird. Das ist einfach nicht sinnvoll, weder für die Konsumenten, noch für die Gesellschaft!“, berichtet Georg Wurth „es sollte jedoch schon klar sein, dass Cannabis eben wesentlich weniger Schäden verursacht als Alkohol. Sowohl gesundheitlich, als auch gesellschaftlich. Und Tabak macht sehr viel schneller abhängig als Cannabis“. Die Statistiken geben solchen Aussagen Recht! Jährlich gibt es in Deutschland ungefähr 2000 Drogentote. Diesen stehen allerdings rund 40.000 Alkoholtote gegenüber. Es geht letztendlich nicht darum, den Konsum berauschender Substanzen zu fördern, sondern darum, eine Gleichbehandlung mit Alkohol und Tabak herzustellen, die sich nach sinnvollen Maßstäben bezüglich Nebenwirkungen, Abhängigkeitsgefahr und Gesundheitsschädlichkeit richtet. Es gibt kaum eine Politik, die so dogmatisch geführt wird wie die Drogenpolitik. Obwohl in Fachkreisen schon lang bekannt ist, dass Verbote die Situation eher verschlechtern und ihrem eigentlichen Ziel entgegen gerichtet wirken, verschließt sich die Politik davor. Im Gegenteil, die Regelungen werden sogar noch restriktiver und immer neue Substanzen, vor allem auch pflanzliche, werden verboten. „ Wir sehen immer wieder die gleichen Mechanismen. Es entsteht ein Schwarzmarkt, der letztendlich viel schädlicher ist für die Leute als die vorherige Situation“, so Georg Wurth.

Im Prinzip wollen Legalisierer und Prohibitionsbefürworter dasselbe Ziel erreichen, nämlich das Verbrechen zu schwächen und die Konsumenten und die Bevölkerung im allgemeinen vor gesundheitsschädlichen Substanzen schützen. Bisher ist man allerdings noch nicht bereit sich von alten Vorstellungen zu trennen um neue, erfolgreichere Wege einzuschlagen. Für das Drogenproblem selber gibt es eigentlich keine Lösung, aber die Probleme, die durch die derzeitigen restriktiven Regelungen entstehen können bekämpft werden.

Das ausführliche Interview findet ihr hier.

Zakoo.de vom 28.02.2011: Die schlimmste Nebenwirkung ist die Strafverfolgung


07.04.2011 - jetzt.de: Badesalz als Nasenkaffee

Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung u. a. über den Missbrauch von Hortensien als Cannabis-Ersatz.

"In der letzten Folge von „Dichte und Undichte“ berichteten wir über den etwas eigenartigen Trend, junge Hortensien zu rauchen, da die Blumen angeblich eine highmachende Wirkung versprächen. (Allein in Schleswig-Holstein sollen in den letzten Monaten 1000 Anzeigen wegen Diebstahl im Vorgarten eingegangen seien). Dass die so freigesetzten Blausäure-Verbindungen etwas ungesund sein könnten, berichtet hier auch nochmals der Hanfverband in einer Pressemeldung."

jetzt.de vom 07.04.2011: Badesalz als Nasenkaffee


29.04.2011 - jetzt.de: Schlechte Nachrichten für Kiffer

Die Süddeutsche Zeitung berichtete u. a. über Streckmittel und die geographische Analyse des DHV.

Die Meldungen über gestrecktes Marihuana in Deutschland häufen sich leider. Vor einiger Zeit sorgten noch Nachrichten über mit Blei gestrecktes Gras für Aufregung, was schwere Folgen für die Gesundheit der Rauchenden hatte. Mit Blei wird mittlerweile nicht mehr gestreckt, dafür mit Sand, Haarspray oder Zucker. Auf der Website des Hanfverbands können Kiffer gestrecktes Gras melden. Auf Basis dieser Meldungen ist eine Karte entstanden. Lila steht für 40 oder mehr Meldungen, gelb für 20 oder weniger.

jetzt.de vom 29.04.2011: Schlechte Nachrichten für Kiffer 2


28.06.2011 - suite101.de: Interview mit dem Chef des Deutschen Hanfverbandes, Georg Wurth

Suite101.de veröffentlichte am 28.06.2011 ein Interview mit Georg Wurth zum Thema Cannabis.

Soll Cannabis in Deutschland legal werden? Was steht dieser Legalisierung im Wege? Ein Interview mit Georg Wurth, dem Chef des Deutschen Hanfverbandes.

Georg Wurth ist der Chef des Deutschen Hanfverbandes, der sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland einsetzt. Er betreibt mit seinen Mitarbeitern Öffentlichkeitsarbeit in Form von Interviews und Interessenvertretung von Geschäftskunden und Privatpersonen, die eine andere Cannabispolitik in Deutschland wünschen.

Suite101: Wieso will Ihr Verband Cannabis in Deutschland legalisieren?

Georg Wurth: Heutzutage wird oft argumentiert, dass die negativen Auswirkungen, die das Kiffen haben kann, zu vermeiden wären, indem Angebot und Nachfrage durch dieses Verbot zurückgedrängt werden würden. Aber das ist gar nicht der Fall. Es gibt überhaupt keine wissenschaftlichen Hinweise, dass weniger Hanf geraucht wird, weil es verboten ist. In Holland wird zum Beispiel nicht mehr gekifft als bei uns, obwohl man dort im Laden ganz leicht an Cannabis gelangt. Das heißt, das Hanfverbot erreicht seinen Zweck nicht, Nachfrage und Angebot zu reduzieren. Kaum jemand lässt sich von dem Verbot abschrecken, zu konsumieren. Also Ziel nicht erreicht. Aber dafür hat das Verbot ganz viele andere Nebenwirkungen zur Folge, die so gar nicht geplant sind.

Suite101: Was sind das denn für Nebenwirkungen?

Georg Wurth: Es gibt zum Beispiel immer mehr Streckmittel auf dem Markt, und diese Streckmittel sind für die Konsumenten ein größeres gesundheitliches Risiko, als der Cannabiskonsum selbst jemals sein könnte. Zumindest was die Zahl der Schadensfälle angeht. Und dann kommt dazu, dass das alles kriminelle Strukturen fördert.

In Mexiko hat man zum Beispiel den totalen Krieg gegen Drogen ausgerufen. Die Regierung hat sich der ganzen Polizei entledigt, weil all die Beamten korrumpiert waren und hat stattdessen das Militär die Arbeit der Polizei übernehmen lassen. 40.000 Soldaten im Kampf gegen die Drogenkartelle. Seit dem sind innerhalb von etwa drei Jahren 37.000 Menschen gestorben. Die Kartelle übernehmen dort ganze Landstriche, schmieren die Politiker. Das ist eben auf die Spitze getrieben, was man hier in Anfängen auch sieht. Überführte man den Cannabishandel in legale Strukturen, so würde das alles vermieden werden.

Suite101: Wenn so viele Faktoren für eine Legalisierung sprechen, wieso findet die Idee dann in der Regierung keinen Anklang?

Georg Wurth: Ich denke, die Medien spielen dabei auch eine ganz große Rolle. Wenn man sich mal ansieht, was die so schreiben und berichten, gerade die Boulevardmedien, da wird praktisch immer negativ über Cannabis berichtet. Und die Presse sucht sich gerne die Fälle heraus, die wirklich extrem negativ sind. Es wird gerne dargestellt, als ob alle Cannabiskonsumenten einen psychotischen Rinderwahn kriegen. Und das über Jahrzehnte vermittelt, beeinflusst die Bevölkerung natürlich sehr. Die Politiker sind auch nur Menschen, sie sind auch alle mal jung gewesen, haben ihre Zeitung gelesen und sind dann irgendwann in die Politik gerutscht. Aber die wenigsten sind Fachleute in einzelnen Gebieten und schon gar nicht in Sachen Drogenpolitik. Das heißt, sie glauben dasselbe, wie die anderen Leute auch.

Das hat aber auch ganz viel mit internationalen Zusammenhängen zu tun. Man muss sehen, Cannabis ist auf der ganzen Welt verboten. Es gibt kein Land auf der Erde, wo Cannabis offiziell erlaubt ist. Und das hat ganz viel in erster Linie mit den USA zu tun, die dieses Drogenprohibitionssystem jahrzehntelang weltweit verbreitet haben. Die mit ihrer Stellung in der Weltpolitik auch so ein Land wie Laos, in dem Hanfkonsum traditionell erlaubt war, so wie bei uns Alkohol, genötigt haben, den Handel zu unterbinden. Und vor zehn Jahren habe ich in der Diskussion auch das Argument gehört, könne ja alles sein, aber es sei gar nicht möglich zu legalisieren, weil wir dann so viele Probleme, auch wirtschaftlicher Art, mit den Amerikanern kriegen würden.

Suite101: Wie stehen die Chancen für eine Legalisierung von Hanf in der Zukunft?

Georg Wurth: Ich denke, das Ganze ist nur eine Zeitfrage. Ich gehe davon aus, dass die Legalisierung kommen wird, zwar nicht in den nächsten fünf Jahren, aber doch sicherlich wird man in den nächsten Jahrzehnten anerkennen, dass ein Verbot einfach nichts bringt. So glaube ich, dass auch in den USA der Druck langsam nachlässt, wie zum Beispiel in Kalifornien, wo man jetzt zumindest für medizinische Zwecke in vielen Läden ganz legal Gras kaufen kann. Also wer weiß, es kann auch irgendwann sehr schnell gehen mit der Veränderung.

Suite101.de vom 28.06.2011: Interview mit dem Chef des Deutschen Hanf Verbandes, Georg Wurth


10.07.2011 - Grafinger Anzeiger: "High auf Rezept" Interview mit Georg Wurth über medizinisch zugelassenen Cannabiswirkstoff

Folgendes Interview wurde im Grafinger Anzeiger vom 10.07.2011 auf Seite 2 in leicht gekürzter und geänderter Form mit Bild veröffentlicht.

1. Frage: Seit 1. Juli gibt es nun Cannabis auf Rezept. Bedeutet das für Marihuana-Freunde ein leichteres Rankommen an den „Stoff“?

Nein. Erstens gibt es nicht Hanfblüten oder Haschisch auf Rezept, sondern ein Fertigarzneimittel mit den Hanfwirkstoffen, das die gleiche Wirkung für den zehnfachen Preis bringt. Zweitens wird sich die neue Regelung zunächst nur für Menschen auswirken, die Spastiken wegen Multipler Sklerose haben.

2. Frage: Ihr Verband setzt sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein. Ist die oben erwähnte Neuerung ein Schritt, der Ihnen entgegen kommt?

Die aktuelle Gesetzesänderung kommt vor allem der Pharmaindustrie entgegen. In anderen Ländern werden Patienten einfach mit preiswerten Hanfblüten versorgt oder sie dürfen ihre Medizin selbst anbauen. Die Bundesregierung versucht alles, um das zu verhindern. Für normale Cannabiskonsumenten hat die neue Regelung keinerlei Auswirkungen. Sie werden weiter gejagt, es wird weiterhin Hausdurchsuchungen und erkennungsdienstliche Behandlungen wegen kleinster Cannabismengen geben, gerade in Bayern.

3. Frage: Das isländische Parlament erwägt die Rezeptpflicht für Zigaretten, so dass Raucher tatsächlich nur noch in Apotheken einkaufen können? Was halten Sie davon?

Das finde ich übertrieben. Apotheken sollten Arzneimittel verkaufen, nicht Genussmittel. Ich denke, Tabak sollte ebenso wie Alkohol und Cannabis nur in Fachgeschäften verkauft werden, nicht im Supermarkt und nicht über Zigaretten- oder Jointautomaten - um klar zu machen, dass es sich nicht um x-beliebige Konsumgüter handelt.

4. Frage Wäre es Ihrer Meinung nach sinnvoll, in Deutschland die Nullpromillegrenze einzuführen – vom Alkohol am Steuer geht ja sicher die größere Gefahr aus als von Bekifften Fahrern...

Es sollte für jede Droge Grenzwerte geben, die einerseits die Verkehrssicherheit gewährleisten, und andererseits Menschen mit unwirksamen Restwerten im Blut nicht unnötig in Schwierigkeiten bringen, wie das zur Zeit bei Cannabis der Fall ist.

5. Gibt es Staaten, deren Drogenpolitik aus Ihrer Sicht besser funktioniert als die deutsche, also nachahmenswert für Deutschland?

Deutschland verschwendet viel zu viele Ressourcen mit letztlich sinnloser Strafverfolgung. Der größte Teil der öffentlichen Gelder, die mit Drogen zu tun haben, geht in Polizei, Justiz, Gefängnisse. Für Prävention bleibt da wenig übrig. Immer mehr Staaten zeigen Wege auf, wie es auch mit weniger Repression geht. Beim Thema Hanf sind Belgien, Tschechien, die Niederlande und vor allem Spanien gute Beispiele. Dort dürfen Konsumenten unbehelligt eine oder mehrere Pflanzen zur Deckung des Eigenbedarfs anbauen. In Spanien gibt es mittlerweile sogar hunderte legale Vereine, in denen Konsumenten gemeinsam Hanf anbauen. Das vermeidet die auf dem Schwarzmarkt kursierenden gefährlichen Streckmittel und entzieht kriminellen Händlern die Grundlage.

Grafinger Anzeiger vom 10.07.2011, Seite 2: Interview mit Georg Wurth über medizinisch zugelassenen Cannabiswirkstoff


07.08.2011 - taz.de: Hanfparade in Berlin: Das Recht auf Betäubung

Auszug eines Artikels in der "Taz" zur Hanfparade 2011, Rede von Georg Wurth.

(...)
Bei der Abschlusskundgebung in Sichtweite des Bundestags, schwärmt Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband (DHV) von Tschechien, Belgien und Spanien. Diese Ländern seien im Umgang mit Cannabis bereits viel fortschrittlicher. Er reagiert auch auf ein Interview von Renate Künast in der SuperIllu der vergangenen Woche (taz berichtete). Die Spitzenkandidatin der Grünen für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin wurde darin nach der alten Forderung der Grünen nach einem "Recht auf Rausch" gefragt und hatte geantwortet, dass diese Zeiten längst vorbei seien. Auf der Hanfparade sieht man das anders: "Frau Künast, wir leben im Jahrhundert der Legalisierung", so Wurth vom DHV.
(...)

taz.de vom 07.08.2011: Hanfparade in Berlin: Das Recht auf Betäubung


17.08.2011 - rp-online: Spekulationen über Wechsel nach Köln - Geht der Polizeipräsident?

Auszug eines Artikels, laut dem Hubert Wimber als neuer Polizeipräsident von Düsseldorf im Gespräch ist.

Düsseldorf (RP). Seit vorige Woche bekannt wurde, dass Kölns Polizeipräsident vorzeitig in Pension geht, wird in Düsseldorf viel diskutiert. Sollte Herbert Schenkelberg in Köln Klaus Steffenhagen nachfolgen, könnte am Jürgensplatz erstmals ein Grüner einziehen. (...) Gleichwohl beschäftigt jetzt die P-Frage auch die Düsseldorfer Polizei. Einer der ersten, die als Kandidat genannt wurden, ist der Polizeichef von Münster: Hubert Wimber. (...) Anfang vorigen Jahres machte er Schlagzeilen, weil er in einem Brief an den Deutschen Hanfverband die Strafverfolgung von Cannabiskonsumenten als "weitgehend unwirksam" bezeichnet haben soll. Gegen Wimber könnte sein Alter sprechen: Er wird in diesem Jahr 62, würde den Präsidentenposten in Düsseldorf also nur drei Jahre bekleiden. (...)

rp-online vom 17.08.2011: Spekulationen über Wechsel nach Köln - Geht der Polizeipräsident?


10.11.2011 - taz.de: Bürger-Interview über Youtube: Merkel vor der Hanf-Frage

Anfang November stellte Maximilian Plenert vom DHV die Legalisierungsfrage an Merkel. Dies fand sich natürlich auch auf zahlreichen Presseportalen, u. a. der TAZ, wieder:

(...)Noch bis zum Freitag dieser Woche können Nutzer die abgegebenen Fragen bewerten, doch schon jetzt zeichnet sich ein Vorschlag des Deutschen Hanfverbandes mit überwältigender Mehrheit ab. Dieser lautet: "Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabissteuern zu finanzieren?".

Über 2.700 Leute haben bisher dafür gestimmt, das sind rund 2.000 mehr, als für die zweitplatzierte Frage. Für den Hanfverband ist die Aktion der Bundesregierung eine gute Gelegenheit, um Aufmerksamkeit zu bekommen. "Wir wissen, dass wir als kleiner Verband mit unseren Themen über die klassischen Medien nicht all zu große Chancen haben", sagt Maximilian Plenert, Mitglied des Verbands.

Er sehe es daher als großen Erfolg, dass darüber jetzt überhaupt gesprochen wird. Von der Antwort der Kanzlerin selbst erwarte er jedoch nicht all zu viel. "Ich erhoffe mir mindestens eine gute ablehnende Antwort, nicht eine Debatte über Cannabis-Legalisierung auf so niedrigem Niveau wie in den letzten Jahren."
Werbetrommel gerührt

Ganz untätig war der Hanfverband nicht, um seine Frage unter die Top 10 zu bekommen. So ruft Plenert über Youtube und Facebook dazu auf, die Frage zu unterstützen. Offensichtlich mit Erfolg.

Gute Chancen hat auch die Frage, wie die Regierung mit den massiven Schulden, die auf den nächsten Generationen lasten werden, umgehen will. Aber auch ein Einwand, der die Effizienz der Youtube-Befragung gleich ganz in Frage stellt: "(...) Hier gehen Ihnen doch die Fragen ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus oder soll sich doch etwas ändern nach dieser Befragung?"(...)

 

taz.de vom 10.11.2011: Bürger-Interview über Youtube, Merkel vor der Hanf-Frage


08.11.2011 - Welt Online: Frag doch mal die Kanzlerin

Welt Online über die Bürgerfragen an Frau Merkel auf Youtube

Der Liebling der User (2098-mal mit dem Symbol Daumen hoch empfohlen) kommt vom Deutschen Hanf Verband: "Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabissteuern zu finanzieren?"

 

Welt Online vom 08.11.2011: Frag doch mal die Kanzlerin


18.11.2011 - Süddeutsche Zeitung: Merkel bei Youtube - Kanzlerin vor der Hanf-Frage

Am 18.11.2011 führte die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit dem Fragesteller Maximilian Plenert.

(...)Maximilian Plenert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Hanfverband, einer Interessengruppe für die deutsche Hanfbranche und private Legalisierungs-Befürworter. Er ist außerdem Sprecher des Bundesnetzwerks für Drogenpolitik bei den Grünen.

sueddeutsche.de: Herr Plenert, Sie haben Angela Merkel gefragt, was sie davon hält, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabissteuern zu finanzieren. Ihre Frage steht ganz oben auf Angela Merkels Agenda für den 18. November. Was glauben Sie, wird Ihnen die Kanzlerin antworten?

Maximilian Plenert: Ich denke, sie wird unsere Forderung ablehnen oder die Frage abwiegeln oder ausweichen. Da mache ich mir keine Illusionen. Den größten Effekt hatte die Frage aber schon durch die Medienberichterstattung über sie - das macht eine pauschale Ablehnung der Frage schwierig.

sueddeutsche.de: Die Drogenbeauftragten von CDU und FDP bewerten Cannabis als Einstiegsdroge und warnen vor Verharmlosung. Konsumenten von Cannabis seien anfälliger für harte Drogen. Was sagen Sie dazu?

Plenert: Die Einstiegsdrogenthese wird sowohl von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als auch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die nun nicht im Verdacht stehen, Cannabis verharmlosen zu wollen, als haltlos bewertet. Ich denke, dass es keine guten Argumente gegen die Legalisierung von Cannabis gibt. Wer dagegen argumentiert, hat meist nicht verstanden, dass das Verbot weder Probleme löst noch Menschen von einem Konsum abhält.

sueddeutsche.de: Wie stehen Sie zur Forderung der Linkspartei, sämtliche Drogen  - also auch harte Drogen wie Heroin - zu legalisieren?

Plenert: Auch darüber muss nachgedacht werden. Viele Argumente für die Legalisierung von Cannabis treffen auch auf sogenannte harte Drogen zu. Das Elend der Menschen, die von diesen Drogen abhängig sind, wird durch die Repressionen der Strafverfolgung nur verschärft.

sueddeutsche.de: Hätten Sie damit gerechnet, dass es Ihre Frage im Ranking auf den ersten Platz schafft?

Plenert: Diese Frage betrifft mehrere Millionen Bürger, die zumindest gelegentlich Cannabis konsumieren und für die die Strafverfolgung die schlimmste Nebenwirkung darstellt. Diese Menschen sehen, dass das Thema Cannabis in Deutschland kaum diskutiert wird, und wenn, dann meist sehr unsachlich. Von der Regierung kommt nur ein hilfloses "Weiter so!". Dabei stehen die Zeichen der Zeit längst auf Debatte.

sueddeutsche.de: Warum nutzen Sie gerade diesen Weg, eine Frage an die Kanzlerin zu stellen?

Plenert: Für einen kleinen Verband wie den unsrigen ist es schwer bis unmöglich, auf normalem Wege in die Presse zu kommen. So blieb unsere Petition "Cannabiskonsumenten entkriminalisieren" mit mehr als 30.000 UnterzeichnerInnen in den Printmedien meist unerwähnt. Über diese Petition haben wir aber ein breites Netzwerk an Unterstützern bei Facebook, Youtube, in Blogs und Foren aufbauen können, das wir bei der Abstimmung über die Fragen wieder nutzen konnten.

süddeutsche.de vom 18.11.2011: Merkel bei Youtube - Kanzlerin vor der Hanf-Frage

 


 

dpa-Meldungen zur Frage an Frau Merkel

"Dabei darf sich die Kanzlerin in bester Gemeinschaft mit US-Präsident Barack
Obama wähnen, der sich bei einer ähnlichen Aktion ebenfalls der Cannabis-Frage
konfrontiert sah. In Deutschland hatte Maximilian Plenert vom Deutschen
Hanf-Verband die Frage im Internet nach ganz oben gepuscht. Darum rankten sich
auch die meisten User-Diskussionsbeiträge."

Diese dpa-Meldung haben wir im Onlineangebot von vielen Dutzenden Zeitungen gefunden, u.a. von Stern, Morgenpost, N-TV, Focus und vielen lokalen Zeitungen.


Videobeiträge zu unserer Frage an Frau Merkel

Unsere Frage ist in diesem ZDF Beitrag zu sehen sowie in diesem Tagesschau Video. Zudem wurde sie in mehreren Radio und Fernsehbeiträgen erwähnt, z.B. in der ZDF Sendung Drehscheibe, circa bei Minute 16. Ein Interview des ZDF mit Max Plenert vom DHV fand Eingang in die Nachrichtensendung ZDF Heute vom 18.11.2011 19:00. Im Beitrag " Digitale Bürgersprechstunde mit Merkel" (Minute 10) kommt er direkt kurz zu Wort.

Bemerkenswert ist noch das Intro zu diesem Focus Video, auch beim Spiegel gab es ein Video.

 


18.11.2012 - Meedia: Youtube-Kanzlerin beantwortet Bürgerfragen

Ein Bericht auf "Meedia" über die Bürgerfragen an Frau Merkel.

Die Bundesregierung hat bei Googles Video-Plattform YouTube dazu aufgerufen, Fragen an Angela Merkel zu stellen. Die zehn besten davon beantwortet die Bundeskanzlerin jetzt in drei Phasen – darunter auch vom Deutschen Hanf-Verband, der sich nach der Legalisierung von Cannabis erkundigt. (...)

(...)Den ersten Platz beim User-Voting erreichte der Deutsche Hanf-Verband, der wissen wollte: „Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabissteuern zu finanzieren?“(...)

Meedia vom 18.11.2011: Youtube-Kanzlerin beantwortet Nutzerfragen


19.11.2011 - Süddeutsche Zeitung: Kifferkanal - Wie Angela Merkel auf YouTube Bürgerfragen beantwortet

Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung über die Youtube-Aktion.

Cannabiskonsumenten sind ja eher von der phlegmatischen Sorte, doch am Freitag um 12 Uhr stieg ihre Spannung ins Unermessliche: Was würde Kanzlerin Angela Merkel, die im neuen YouTube-Kanal der Bundesregierung erstmals Bürgerfragen im Internet beantwortet hat, wohl zur Legalisierung von weichen Drogen sagen? Es war nämlich den Lobbyisten des Deutschen Hanfverbandes gelungen, ihr Thema an die allererste Stelle im Ranking derjenigen Fragen zu katapultieren, auf die Merkel in drei Video-Folgen eingeht. Und das bei einem Spektrum von knapp 1800 Fragen, welches von Waffenlieferungen an Israel bis zur Meldepflicht für Borreliose reichte.

Allein, Deutschlands Kiffer müssen sich noch ein paar Tage gedulden. Denn wie bei einer Chart-Show widmet sich Angela Merkel den Top-10-Anliegen von Usern wie 'Zweifler' oder 'fluschi357' in umgekehrter Reihenfolge: Bei der Premiere am Freitagmittag waren erst einmal Nr.10 bis Nr. 7 dran. Die nächsten beiden Videos werden am kommenden Montag und Mittwoch freigeschaltet. Erst dann also wird die mächtigste Frau Europas exklusiv im YouTube-Kanal ihre Hanfpolitik ganz neu formulieren. (...)

Süddeutsche Zeitung vom 19.11.2011: Kifferkanal - Wie Angela Merkel auf YouTube Bürgerfragen beantwortet


19.11.2011 - Sächsische Zeitung: Die Kanzlerin beantwortet Bürgerfragen auf Youtube

Ein Artikel in der Sächsischen Zeitung über die Youtube-Aktion mit Frau Merkel.

(...)Dabei darf sich die Kanzlerin in bester Gemeinschaft mit US-Präsident Barack Obama wähnen, der sich bei einer ähnlichen Aktion ebenfalls der Cannabis-Frage konfrontiert sah. In Deutschland hatte Maximilian Plenert vom Deutschen Hanf-Verband die Frage im Internet nach ganz oben gepuscht. Darum rankten sich auch die meisten User-Diskussionsbeiträge.(...)

Sächsische Zeitung vom 19.11.2011: Die Kanzlerin beantwortet Bürgerfragen auf Youtube


21.11.2011 - Handelsblatt: Merkel verweigert sich dem Joint

Ein Bericht des Handelsblatts über die ablehndende Haltung der Kanzlerin zur Cannabislegalisierung.

(...)Angela Merkel sagt „Nein“ zum Joint: Haschisch und Marihuana sollen nach dem Willen der Kanzlerin weiter illegal bleiben. Eine kontrollierte Freigabe lehnte die CDU-Chefin ab. In einem am Mittwoch veröffentlichten YouTube-Interview sagte Merkel, Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als illegale Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen. Der Hanf Verband kritisierte, Merkel sei „erschreckend uniformiert“ in punkto Drogenpolitik.

Eine Legalisierung von Cannabis würde den Zugang zu der Droge erleichtern, warnte sie. Schon jetzt gebe es aber in Deutschland zwei Millionen Konsumenten. „Das ist schon viel zu viel, wie ich finde.“ Es gebe auch gefährliche Nebenwirkungen.

Alkohol und Zigaretten könnten hingegen „begrenzt und vernünftig“ konsumiert werden, und das ohne allzu starke Suchtgefahr. Alkohol sei auch historisch eher gesellschaftlich akzeptiert, etwa in Maßen zum Essen genossen.

Merkel antwortete auf eine Frage des Hanf Verbands. Sie lautete: „Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabis-Steuern zu finanzieren?“

Die Antwort fiel aus Sicht des Verbands enttäuschend aus. Dass der Konsum geringer Mengen Cannabis sehr hohe Abhängigkeiten schaffen könne, sei „medizinischer Unsinn“, sagte der Vorsitzende Georg Wurth der Nachrichtenagentur dapd. Wurth kritisierte zudem, dass die Kanzlerin sich nicht ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. „Sie hätte sich vorher bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen informieren sollen. Das hätte ihr einige fachliche Patzer erspart“, fügte Wurth hinzu.(...)

Handelblatt vom 21.11.2011: Handelsblatt: Merkel verweigert sich dem Joint


23.11.2011 - Zeitjung.de Kommentar: Kein Herz für Kiffer

Ein Kommentar auf Zeitjung.de über Frau Merkels Antwort auf Youtube.

(...)Auf Platz eins der wichtigsten, die Gesellschaft am meisten umtreibenden Themen, die mit dringendster Dringlichkeit eine Antwort der Kanzlerin bedürfen: Die Legalisierung von Cannabis. Mehr als 4.000 Youtube-Nutzer schlossen sich der Frage des Deutschen Hanfverbandes an, wie Merkel dazu stehe, durch einen offiziellen, regulierten Cannabis-Markt mehr Suchtprävention über entsprechende Steuern zu finanzieren. Wie viele davon bei der Abstimmung bekifft waren, lässt sich wohl leider nicht ermitteln. Ihnen bleibt aber zumindest das Nachdenken über oben erwähnte Außenpolitik erspart.(...)

Bei der mit Spannung erwarteten Videoantwort der Kanzlerin hingegen war ein Joint in der Hand überflüssig: Merkel schafft es auch Nicht-Kiffer schnell und sanft zum Abschalten zu bewegen. Dass sich die Kanzlerin im Video als leidenschaftliche Chillerin outen und Deutschland ab morgen mit Coffee-Shops übersät würde, das erwartete selbst Fragesteller Max Plenert vom Deutschen Hanfverband nicht.

Aber dass sie die Möglichkeit nutzt, junge, leicht zu euphorisierende Menschen im Social Web zu begeistern, hätte man ihr schon zutrauen können.(...)

Zeitjung.de Kommentar vom 23.11.2011: Kein Herz für Kiffer


dpap-Meldungen zur Frage an Frau Merkel

Berlin (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel ist aus Sicht des Deutschen Hanf Verbands "erschreckend uniformiert" in punkto Drogenpolitik. Dass der Konsum geringer Mengen Cannabis sehr hohe Abhängigkeiten schaffen könne, sei "medizinischer Unsinn", sagte der Vorsitzende Georg Wurth am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Die CDU-Vorsitzende hatte zuvor auf dem Youtube-Kanal der Bundesregierung die Legalisierung von Cannabis abgelehnt.

Wurth kritisierte zudem, dass die Kanzlerin sich nicht ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. "Sie hätte sich vorher bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen informieren sollen. Das hätte ihr einige fachliche Patzer erspart", fügte Wurth hinzu.

Dennoch habe ihn der Auftritt der Kanzlerin nicht überrascht: "Wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir Frau Merkel gleich überzeugen werden und sie morgen Cannabis legalisiert", sagte Wurth. Es sei dem Verband vielmehr darum gegangen, einen anderen Umgang mit Cannabiskonsumenten zu erreichen.

Wir wurden gebeten darauf hinzuweisen, dass diese Meldung nicht unautorisiert verbreitet werden darf.

Diese und eine Meldung der AFP wurden in einer Vielzahl Zeitungen, Online-Nachrichtenportalen sowie Newstickern von Radios berichtet, darunter das Handelsblatt, der Focus, die Rheinische Post, N24 oder die schweizer Zeitung Der Bund.


23.11.2011 - Der Westen: Merkel erteilt Cannabis-Legalisierung auf You-Tube eine Absage

Ein Artikel in der Zeitung "Der Westen" über Frau Merkels Antwort zur Cannabislegalisierung.

In einem heute veröffentlichten Video sprach sich Angela Merkel gegen die Legalisierung von Cannabis aus. Im Youtube-Kanal der Bundesregierung hatte sich die Kanzlerin zehn User-Fragen gestellt. Der Deutsche Hanfverband war mit seiner Frage auf Platz Eins der "Hitliste" gelandet. Der Verband zeigte sich enttäuscht über Merkels deutliche Ablehnung.

Angela Merkel sagt "Nein" zum Joint: Haschisch und Marihuana sollen nach dem Willen der Bundeskanzlerin weiter illegal bleiben. Eine beschränkte und kontrollierte Freigabe lehnte die CDU-Chefin ab. Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen, sagte sie in einem heute veröffentlichten Interview auf dem Youtube-Kanal der Bundesregierung.(...)

Die Frage war ihr vom Deutschen Hanfverband gestellt worden. Sie lautete: "Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabis-Steuern zu finanzieren?"

Georg Wurth, Sprecher der Hanf-Lobby zeigte sich nach dem Statement der Kanzlerin enttäuscht. Merkel sei nicht auf die Argumente der Befürworter eingegangen und habe nur "uralte Argumente" wiederholt. Fachlich sei die CDU-Politikerin "erschreckend uninfomiert" gewesen. Er glaube nicht, dass die Legalisierung die Zugangsschwelle senken würde, dafür gebe es empirisch keine Belege. Seiner Meinung nach könnte die kontrollierte Abgabe zum Schutz gerade jugendlicher Konsumenten dienen.(...)

Internetnutzer hatten in den vergangenen Wochen die Möglichkeit, Fragen an Merkel einzureichen. Aus 1.8000 Einsendungen wurden die zehn Fragen ausgewählt, die am häufigsten gestellt wurden. Die Frage nach der Legalisierung von Cannabis landete auf Platz eins der "Hitliste". "Das war natürlich eine tolle PR für unsere kleine Gruppe" erklärt Wurth. Er hofft nun, die Diskussion über die Legalisierung weiter voranzubringen.

Der Westen vom 23.11.2011: Merkel erteilt Cannabis-Legalisierung auf You-Tube eine Absage.


23.11.2011 - net-tribune: Hanfverband: Merkel "erschreckend uninformiert"

Ein Artikel im net-tribune über die Kritik des DHV an Frau Merkels Antwort.

(...)Dass der Konsum geringer Mengen Cannabis sehr hohe Abhängigkeiten schaffen könne, sei "medizinischer Unsinn", sagte der Vorsitzende Georg Wurth am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd in Berlin.(...)

Wurth kritisierte zudem, dass die Kanzlerin sich nicht ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. "Sie hätte sich vorher bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen informieren sollen. Das hätte ihr einige fachliche Patzer erspart", fügte Wurth hinzu.

net-tribune vom 23.11.2011: Hanfverband: Merkel erschreckend uninformiert


23.11.2012 - News.de: Angela Merkel und die Hanf-Frage

Ein Artikel auf News.de über die Youtube-Aktion mit Frau Merkel.

(...)Es entbehrte nicht eines gewissen Symbolcharakters, dass ausgerechnet die Frage von Maximilian Plenert die meisten Stimmen erhielt. «Frau Merkel, was halten Sie davon, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt zu ersetzen», wollte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Deutschen Hanf Verbands von der Bundeskanzlerin wissen. Und nicht nur er, über 4000 Pro-Stimmen der User sammelte die Drogen-Frage - mit Abstand die meisten der 1800 Themen, die der Kanzlerin über das Internet zugestellt worden waren.(...)

News.de vom 23.11.2011: Angela Merkel und die Hanf-Frage


24.11.2011 - rp-online: Kanzlerin warnt vor Haschisch und Marihuana

Ein kurzer Artikel in der "Rheinischen Post" über die Antwort von Frau Merkel auf Youtube zur Cannabis-Legalisierung.

(...)Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen, sagte sie in einem Interview auf dem Kanal der Bundesregierung im Internet-Videoportal Youtube. Der Deutsche Hanfverband kritisierte, Merkel erzähle "medizinischen Unsinn".

rp-online vom 24.11.2011: Kanzlerin warnt vor Haschisch und Marihuana


25.11.2011 - taz.de: Video der Woche: Der Joint bleibt tabu

Die Antwort von Frau Merkel als "Video der Woche" in der Taz.

(...)Doch es ist nicht nur so, dass die Bürger auf ihre Antworten warten mussten, sie fielen zudem oftmals auch noch extrem unbefriedigend aus. Für die zehn Fragen nahm sich die Bundeskanzlerin insgesamt lediglich 20 Minuten Zeit. "Merkel ist gar nicht auf die eigentliche Frage eingegangen", kritisiert Maximilian Plenert vom Deutschen Hanfverband.

Seine Forderung zur Legalisierung und Regulierung des Cannabis-Markts hatten die User zur beliebtesten Frage gewählt. Doch Merkel antwortete so ausweichend, dass man am liebsten nochmal nachgehakt hätte. (...)

"Merkels Antwort war erschreckend uninformiert", sagt dazu Plenert. Ihre Argumente seien "medizinischer Unsinn" und schlichtweg falsch. Auf die Forderung nach einer Regulierung des ohnehin bestehenden Schwarzmarkts ging sie gar nicht erst ein. (...)

Taz.de vom 25.11.2011: Video der Woche: Der Joint bleibt tabu


29.11.2011 - pressetext.com: Marijuana-Domain kostet 4,2 Mio. Dollar

Pressetext.com veröffentlichte eine Meldung über den Wert einer medizinischen Cannabis-Domain im Internet.

(...)Die Investition wird sich lohnen: Mit der Plattform WeedMaps, die das Auffinden von Ausgabestellen für medizinisches Marihuana erleichtert, verdiente die Firma bisher schon gutes Geld. "Im deutschsprachigen Raum spielt medizinisches Marihuana derzeit kaum eine wirtschaftliche Rolle. Die Schweiz war allerdings eine Zeit lang ein Exportland für Cannabis", sagt Georg Wurth vom deutschen Hanfverband http://hanfverband.de gegenüber pressetext.(...)

Der gesamte Umsatz der medizinischen Marihuanaindustrie wird auf 45 bis 120 Mrd. Dollar geschätzt. Die Alkohol- und Tabakindustrie bringen es zum Vergleich auf 188 beziehungsweise 75 Mrd. Dollar. "Derzeit erlauben 15 Staaten medizinisches Marihuana, aber nur in zwei oder drei gibt es Ausgabestellen wie in Kalifornien. Dort läuft nach Schätzungen ein Drittel des gesamten Konsums über Rezepte ab. Ärzte werben sogar damit, Bezugsscheine zu verkaufen", erklärt Wurth.(...)

Ein Milliardengeschäft ist Cannabis auch in Europa. "Allein in Deutschland haben 13 Mio. Menschen Erfahrungen mit Marihuana gesammelt. Da werden jedes Jahr einige 100 Tonnen konsumiert. Das ist durchaus ein Wirtschaftsfaktor", so Wurth.(...)

Pressetext.com vom 29.11.2011: Marijuana-Domain kostet 4,2 Mio. Dollar


03.12.2011 - rp-online: Dreckige Drogen

Ein Artikel in der rp-online, in dem ein Konsument über die Streckmittelproblematik berichtet.

Meerbusch (RP). Ein einschlägig vorbestrafter Meerbuscher Konsument warnt im Internet vor verunreinigtem Cannabis in Meerbusch, Neuss und Krefeld. Der Kreispolizeibehörde liegen keine Erkenntnisse vor.

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Info
Hanfverband

Der Deutsche Hanf Verband ist kein Verband im klassischen Sinne, sondern eine Firma, die im Auftrag ihrer "Mitglieder" und Sponsoren Lobbyarbeit für eine bessere Cannabispolitik betreibt, ohne von "Vereinsmeierei" aufgerieben zu werden.
Er vertritt nach eigenen Angaben viele Firmen der deutschen Hanfbranche und zusätzlich private Sponsoren.
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"Ich habe in den letzten Wochen vermehrt regelrechte Schwitzanfälle, sowohl nachts als auch tagsüber bei Anstrengung. Der Schweiß ist übelriechend, wie mir meine Freundin mitteilte. Einige Bekannte haben dasselbe Problem", schreibt ein Meerbuscher im Internet über die Folgen seines Cannabis-Konsums und warnt damit vor dem mit Brix verunreinigten Rauschgift.

(...) (...)

Brix ist ein synthetisches Streckmittel, dass in Australien und den USA ausschließlich zu dem Zweck hergestellt wird, Marihuana zu strecken, informiert der Hanfverband im Internet. Es sei eine Flüssigkeit, die aus Zucker, Hormonen und flüssigem Kunststoff bestehe. Zum Strecken würden die Marihuanablüten vor dem Trocknen in Brix getaucht oder mit ihm besprüht.(...)
 

rp-online vom 03.12.2011: Dreckige Drogen


04.12.2011 - Radio Z: Trendwende in der Drogenpolitik?

Radio Z im Gespräch mit Georg Wurth über die unzureichenden Antworten der Bundeskanzlerin und andere neue Entwicklungen in der Drogenpolitik.

Im Rahmen einer Themenstunde sprachen wir mit diversen Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen über die Legalisierung von Cannabis, eine Forderung die mittlerweile in immer mehr Ländern von selbstbewussten Bürgern vorgetragen wird. Neben anderen Vertretern sprachen wir auch mit Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband.

Nicht nur parteipolitisch werden mittlerweile diverse Vorschläge zur Entkriminalisierung von CannabiskonsumentInnen diskutiert. Auch andere drogenpolitisch interessierte Menschen und KonsumentInnen setzen sich mit zahlreichen Initiativen für die Verbesserung der Situation ein. Eine der bekanntesten Organisationen dieser Art ist der Deutsche Hanfverband (kurz: DHV), der sich seit Jahren für eine Legalisierung von Cannabis einsetzt. Auch die von Angela Merkel beantwortete Frage zur Cannabislegalisierung stellte der Hanfverband. Mittlerweile hat es der Hanfverband durch seine kontinuierliche Arbeit geschafft, eine Debatte über das Verbot von Cannabis in Gang zu setzen. Diverse PolitikerInnen der Oppositionsparteien beschäftigten sich zum Teil eingehend mit einem Brief, den der Hanfverband an alle Abgeordneten des Bundestages verschickt hatte. Marius Meier sprach mit Georg Wurth, dem Vorsitzenden des Verbands, unter anderem über die unzureichenden Antworten der Bundeskanzlerin und andere neue Entwicklungen der Drogenpolitik.

Der Deutsche Hanfverband ist, wie Georg Wurth bereits im Interview erwähnte, eine Organisation mit begrenzten finanziellen Mitteln, da sie selbstverständlich nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. In diesem Jahr hat der Hanfverband viel erreicht; damit an diese Erfolge auch 2012 angeknüpft werden kann, hat der Hanfverband auch in diesem Jahr eine Weihnachtsspendenaktion gestartet. Nähere Informationen zu der Aktion findet ihr auf www.hanfverband.de
Dass die Legalisierung von Cannabis in Deutschland noch nicht unmittelbar bevorsteht dürfte nach dieser Stunde klar geworden sein. Allerdings sind durch die öffentliche Diskussion über die Prohibition Verbesserungen der Lage von KonsumentInnnen in greifbare Nähe gerückt.

Radio Z vom 04.12.2011: Trendwende in der Drogenpolitik?


Youtube-Kanzlerin beantwortet Nutzerfragen

 

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