Presseecho - 2004

 


 

Auf dieser Seite finden Sie einen Zeitungsartikel und ein TV-Interview, in dem Georg Wurth zu Wort kam. Beide erschienen im Jahr 2004.


28.08.2004 - Soll Cannabis legalisiert werden?

Am 28.08.2004 befragte der Nachrichtensender N24 den Geschäftsführer des DHV Georg Wurth zur Frage "Soll Cannabis legalisiert werden?". Im Folgenden finden Sie ein Transscript des ersten TV-Interviews eines DHV-Vertreters.

Georg Wurth im Interview auf N24

...
Moderator: Cannabis - Ja, zulassen oder nein, das ist zu gefährlich? Wie ist denn Ihre Meinung dazu, Herr Wurth?

Georg Wurth, DHV: Ich bin für eine Regulierung dieses Marktes. Wir haben im Moment einen vollkommen freien Markt für 3,4 Millionen Konsumenten, wo die Qualität ungesichert ist und sich umgekehrt durch die Strafverfolgung keiner vom Konsum abhalten lässt.

Moderator: Regulierung klingt jetzt so als wäre das schon offiziell und das ist es noch nicht. Noch ist es verboten...

Georg Wurth: Wir haben einen Markt, der besteht. Es geht nicht darum, einen neuen Markt einzuführen, wie oft gesagt wird, eine neue Droge durch Legalisierung ins Volk zu streuen. Sondern das Volk konsumiert Cannabis und es geht darum, diesen Markt möglichst verbraucherfreundlich zu regulieren, indem man eben z.B. auch Jugendschutzbestimmungen einführt, THC-Werte angibt, Risiken und Nebenwirkungen angibt.

Moderator: Das wird aber nicht helfen, wenn Sie von diesem Markt sprechen, der ja nun wie gesagt noch verboten ist. Es würde nicht helfen die Gefährlichkeit von Cannabis tatsächlich zu verbessern oder das nach unten zu setzen.

Georg Wurth: Es würde zumindest die Berechenbarkeit des Stoffes, den man in die Hand kriegt, erhöhen. Ich sage nicht, dass mit einer Legalisierung alle Probleme aus dem Weg geschafft werden. Das ist nicht der Fall!
...

Moderator: Fakt ist natürlich, alles was verboten ist, macht Spaß. An Sie Herr Wurth noch mal die Frage: Es nun so oftmals, die die Kiffen und sich da den Joint reinfahren, sagen - Hey alles easy. Und die Welt wird größer und sie wird bunter. Alles nicht so gefährlich. Alkohol ist viel gefährlicher. Können Sie dem Argument folgen? Und argumentieren Sie auch so?

Georg Wurth: Das sind zwei verschiedene Blickrichtungen. Einmal die medizinische Frage: Ist Hanf jetzt gefährlicher als Alkohol? Das ist sicherlich der Fall. Also an Alkohol sterben 40.000 Leute im Jahr in Deutschland. Am Kiffen eigentlich keiner. Trotzdem gibt es natürlich auch Probleme, das will niemand in Abrede stellen.
Gerade bei jungen Leuten kann relativ schnell eine Veränderung der Psyche auftreten, die nicht gewünscht ist und da muss man über das Einstiegsalter reden. Das heißt aber nicht, dass Kriminalisierung da eine sinnvolle Maßnahme ist. Das ist eher ein draufschlagen, wenn man ein Problem sieht. Und wenn man es damit nicht löst, will man noch mehr draufschlagen und noch mehr Polizei einstellen, anstatt darüber nachzudenken, wie man sonst noch mit dem Problem umgehen kann.

Moderator: Das wird ja gemacht und auch einige Politiker sind ja tatsächlich bereit, oftmals vielleicht unter der Decke zu fordern - Wir müssen da etwas machen, wir müssen vielleicht legalisieren.
...

Wir haben auch jetzt in dem Gespräch wieder gemerkt, man steht sich wie gesagt unversöhnlich gegenüber. Welche Lösung dieses Problems wäre denn vorstellbar für Sie?

Georg Wurth: Für mich ist das ne Frage der Zeit. Früher oder später wird man dazu kommen, den Cannabismarkt in irgendeiner Weise zu regulieren und ihn nicht so dem Schwarzmarkt und teilweise kriminellen Machenschaften zu überlassen...

Moderator: Regulieren heißt für Sie im Prinzip - diese Drogen legalisieren?

Georg Wurth: Ja. Den Handel irgendwie zu legalisieren. Man kann dann Jugendschutz einführen, was im Moment z.B. überhaupt nicht möglich ist. Dann kann man zumindest versuchen, den durch zu setzen. Im Moment macht man den Versuch noch nicht mal. Und der einzige Sinn von nem Verbot wäre, problematischen Konsum zu verringern, aber die Problemkonsumenten tauchen auch in der jetzigen Situation auf. Und sämtliche Untersuchungen, die ich kenne, sagen eben, dass ein Verbot den Konsum nicht verringert. Das sieht man z.B. auch, wenn man die Konsumentenzahlen der USA mit hoher Repression mit den Zahlen der Niederlande mit geringer Repression vergleicht - das hat gar keinen Einfluss.
Insofern ist der einzige Ausfluss dieser ganzen Geschichte, dass wir viel mehr Cannabiskonsumenten haben, die heutzutage Probleme mit der Strafverfolgung haben als mit irgendwelchen anderen Wirkungen.

Moderator: Vielen Dank für das Gespräch. Es wird sicher weiter diskutiert werden in diesem Land über die Zulassung und Freigabe von Cannabis als offizielle Droge. Viele sagen, Zigaretten rauchen und trinken wäre schlimmer. Wir möchten das an dieser Stelle aber nicht beurteilen. Interview des Nachrichtensenders N24 vom 28.08.2004


23.11.2004 - Prohibition ist gescheitert

Die Zeitung Junge Welt beschäftigte sich in ihrer Ausgabe vom 23.11.2004 unter anderem mit den negativen Folgen der Repressionspolitik. Anlass war eine Veranstaltung, auf der Wissenschaftler, Ärzte und Rechtsanwälte mit Betroffenen über die Drogenpolitik der damaligen Rot-Grünen-Bundesregierung diskutierten.

Georg Wurth vom Deutschen Hanf-Verband verwies auf die ökonomischen Verbots- und Repressionskosten, die er auf mindestens drei Milliarden Euro jährlich schätzte. Artikel der Jungen Welt " Prohibition ist gescheitert"

Neuen Kommentar schreiben