Berlin: Ausstellung - Andere Heimaten: Herkunft und Migrationsrouten von Drogenverkäufern in Berliner Parks

Die Ausstellung möchte dem Betrachter zwei wesentliche Aspekte des menschlichen Lebens vor Augen führen: Den Herkunftsort und den Weg, der von dort zum jetzigen Aufenthaltsort zurückgelegt wurde. Durch die Fokussierung auf die Herkunftsorte und Migrationsrouten von afrikanisch stämmigen Park- Drogenverkäufern versucht die Ausstellung die post-kolonialen Abstraktionen unter der Überschrift „Afrika“ aufzubrechen und den Blick auf die Hassfigur „Drogendealer“ zu versachlichen. Abstraktionen von „Afrika“ sind zumeist Schreckgespenster von Hungersnot, Krieg, Korruption und Armut oder stellen „Afrika“ alternativ als Heimat von exotischen Kulturen und Traditionen dar, wodurch sie verhindern zu begreifen, dass jedes Individuum aus einem Ort kommt, der wie jeder andere eine Heimat von Menschen ist. Der Hass auf Drogenverkäufer hat sich, seit Bettina Paul ihn 1998 beschrieben hat, noch intensiviert, er ist zur meist tolerierten Bigotterie der Welt geworden und ist eng verbunden mit Formen von Rassismus. Als Folge werden Park-Drogenverkäufer nicht nur als „Dealer“ gehasst und zu Opfern von Rassismus, sie werden auch benachteiligt, indem ihnen die genuine Menschlichkeit abgesprochen wird, von einem realen Ort zu stammen – aus einer anderen Heimat. "

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Januar zu sehen. Weitere Informationen gibt es auf der Ausstellungswebseite

Datum: 
Dienstag, 21. November 2017 - 10:00 bis Sonntag, 14. Januar 2018 - 20:00
Ort: 
FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum Adalbertstrasse 95a
Termintyp: 
Kulturveranstaltung & Fest

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