"Es geht uns nicht um ein Happy-Kiffer-Land"

Die Welt zitiert in ihrem Bericht zur Coffeeshop-Debatte ausführlich Georg Wurth, Geschäftsführer des DHV. Die gute Nachricht vorweg: "Das Imperium bricht von innen zusammen." Langsam zwar, aber stetig. Zumindest wenn man den Worten von Georg Wurth, dem Vorsitzenden des Deutschen Hanf Verbandes glauben will, der am Freitag anlässlich der "Zunkunftswerkstatt Cannabis" im Rathaus von Berlin-Kreuzberg über die Legalisierung von Cannabis sprach. Die Hoffnung auf den Zusammenbruch des Imperiums gehört in Berlin-Kreuzberg traditionell zum politischen common sense. Deswegen reagierte niemand verwundert, als Wurth vom Rednerpult aus dem Plenarsaal voller Zuversicht verkündete: "So 15 Jahre vielleicht noch". Auf eine genauere Prognose wollte er sich dann doch nicht festlegen.

Mit dem "Imperium", meint er vor allem die USA. Denn die hätten die längste Zeit eine restriktive Drogenpolitik durchgesetzt – erbarmungslos und ohne Rücksicht: "Die haben Kampfhubschrauber gegen Hanfpflanzen eingesetzt". Die Zeit der Prohibition sei jedoch vorbei, eine Bewegung, die "ausgerechnet in den USA" ihren Anfang genommen habe. Seit Januar 2014 ist Cannabis im US-Bundesstaat Colorado frei verkäuflich ist. Ein Anfang sei also gemacht. Und in Kreuzberg, "einem kleinen gallischen Dorf", wie er sagt, ist er seinem Ziel näher als in jedem anderen Bezirk Deutschlands: der kontrollierten Abgabe von Marihuana. Denn dank der Grünen denkt Kreuzberg seit einem Jahr laut genau darüber nach: über die Eröffnung von Coffeeshops. [...] Herr Wurth dürfte zufrieden sein über so viel Interesse. Denn sein Ziel hat er klar vor Augen. Alle zehn Jahre entscheide die UNO neu über Cannabis. 2016 sei die nächste Sitzung. Dafür brauche man Lobby. Kreuzberg ist ganz vorne mit dabei.

Datum: 
Samstag, 18. Oktober 2014
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