Eine Million Euro für den Hanf

Legalize it" forderte der jamaikanische Reggaemusiker Peter Tosh schon vor über 30 Jahren. Auch Georg Wurth setzt sich für dieses Anliegen ein. Der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands entspricht allerdings so gar nicht dem landläufigen Klischee des Kiffers - er sieht aus wie ein Finanzbeamter, und das ist er auch. Dass die TV-Show "Millionärswahl", bei der sich eine Vielzahl an Berwebern mit den unterschiedlichsten Ideen für den Millionengewinn beworben hatten, wegen schlechter Quoten ins Web verlegt wurde, war sein Glücksfall.

 

"Wir haben das mithilfe der Internet-Community geschafft", erklärte Wurth auf der re:publica in Berlin. Ein schlecht beleuchtetes Youtube-Video, das er zu diesem Zweck drehte, wurde mehr als 33.000 Mal angesehen. Die im Jahr 2002 gestartete Homepage ist unprofessionell gestaltet, wie Wurth selbst sagt, "sie ist nicht mal mobil optimiert". Trotzdem bekomme sie im Schnitt 7.000 Abrufe pro Tag. Und auch die Zahl der der Anhänger auf Facebook kann sich sehen lassen. "Jetzt haben wir fast 90.000 Facebook- Fans, allein im Zuge der Millionärswahl' sind 20.000 Fans dazu gekommen", sagt der Cannabis-Lobbyist.

Den Erfolg bei der Casting-Show erklärt sich Wurth einerseits aus dem Networking, es sei andererseits auch wichtig, immer wieder Ergebnisse der eigenen Arbeit zu zeigen. Zudem brauche man ein populäres Thema, des viele Menschen betreffe. 14 Millionen Menschen in Deutschland hätten Erfahrung mit dem Konsum von Cannabis, davon vier Millionen in den vergangenen zwölf Monaten. Auf der anderen Seite habe es in den vergangenen zehn Jahren eine Million Strafverfahren wegen Cannabis-Delikten gegeben. "Viele andere Themen, wie etwa Umweltpolitik, interessieren die Leute auch, aber so persönlich betroffen ist wohl kaum jemand wie bei diesem Thema, das hat die Million gebracht", meint Wurth. Einzig die Organisation Viva con Agua, die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzt, lag im Online-Voting vor der Hanf-Initiative. Am Ende brachten die Telefon-Votings den Sieg. "Facebooker können also auch telefonieren", stellt Wurth fest.

Das Geld will er nun komplett für die Legalisierung von Cannabis einsetzen, besonders im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. "Wir werden professionelle PR-Filme machen, die wir auch im Kino und TV zeigen", sagt Wurth. Dabei hofft er auf den "Supergeil-Effekt". Das Edeka-Werbevideo "Supergeil" wurde auch zunächst im TV gezeigt und entwickete sich dann zum Youtube Hit. Wie Online-Videos viral werden, war auch ein Thema auf der re:publica.| www.internetworld.de/social-media/crowdsourcing/million-euro-hanf-468754...

Datum: 
Donnerstag, 8. Mai 2014
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