Eigenanbau bald erlaubt: So hegt und pflegt man eine Cannabispflanze

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach mit uns über den Eigenanbau von Cannabis. Kollege Martin Hofmann erklärte die verschiedenen Vorteile von outdoor und indoor und gibt Tipps für absolute Anfänger. 

Ein Anbau von Cannabispflanzen ist in Deutschland auch im Freien möglich, also auf der Terrasse, dem Balkon oder im eigenen Garten. Dabei ist ein sonniger Standort wichtig: „Cannabis wächst überall dort, wo auch Tomaten wachsen“, sagt Martin Hofmann vom deutschen Hanfverband. Der Ertrag falle dabei geringer aus als beim Anbau mit speziellem technischen Equipment in Innenräumen. Beim Anbau im Freien sei zudem nur ein Anbauzyklus pro Jahr möglich, da die Pflanzen nur bei Wärme gedeihen. „Natürlicherweise wachsen die Pflanzen von Frühjahr bis Spätsommer. Wenn dann die Tage kürzer werden, löst das die Blüte der Pflanze aus. Dann dauert es noch einmal acht bis zwölf Wochen, bis geerntet werden kann.“ Dann sei es bereits Herbst und der Anbau neuer Pflanzen erst wieder im nächsten Frühjahr möglich. „Für Gelegenheitskonsumenten kann der Anbau im Freien aber trotzdem eine gute Lösung sein“, sagt Hofmann. Offen sei allerdings noch, ob der Anbau im Freien durch das geplante Gesetz reglementiert werden soll. „Wenn es zum Beispiel die Auflage gibt, dass der Anbaubereich nicht einsehbar sein soll, wird es schwierig“, so Hofmann.

[…]

[Anmerkung: Zum Thema Indoor-Anbau] Vor allem durch den kontrollierten Lichtzyklus lasse sich die Entwicklung der Pflanzen gut steuern, sagt Hofmann. „Sie brauchen zwar viel Licht, aber auch eine Phase von zwölf Stunden Dunkelheit. Ohne das Zelt ist das in Wohnräumen oft nicht einzuhalten, da abends das Licht brennt.“ Inzwischen gebe es aber auch sogenannte selbstblühende Pflanzen, die auch ohne zwölf Stunden Dunkelphase drinnen zur Blüte kommen können. „Wer den Anbau ohne viel Zubehör einfach einmal ausprobieren möchte, sollte es mit solchen Pflanzen versuchen“, empfiehlt Hofmann. Dabei komme eine sonnige Fensterbank als Standort infrage. Oder die Pflanze muss unter einer Anzuchtlampe stehen, aber nicht unbedingt in einem Zelt. „Für moderne Grow-Lampen gilt die Faustregel, dass pro einem Watt Leistung mit einem Gramm Ernte zu rechnen ist“, so Hofmann. Trotz der technischen Hilfsmittel sei der Indooranbau grundsätzlich aufwendig, weil die Pflanzen ständig versorgt werden müssen, sagt er: „Es ist ähnlich wie mit einem Haustier, das sie nicht allein lassen können.“

Die Ernte: Was ist zu beachten?

„Die Ernte und Trocknung sind einer der wichtigsten Schritte, um beim Anbau von Cannabis eine gute Qualität zu erzielen“, sagt Hofmann vom deutschen Hanfverband. „Nach der Ernte muss das Cannabis schonend bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent für ein bis zwei Wochen getrocknet werden. Das gelingt gut im Grow-Zelt. Danach sollte es in Einmachgläsern noch etwa einen Monat nachreifen.“ Man könne ein spezielles Kissen dazu legen, das die Luftfeuchtigkeit reguliert. „Danach ist es dann richtig lecker“, sagt Hofmann, „… habe ich mir sagen lassen.“