Zoll fängt zahlreiche Päckchen ab - Hanfsamen-Alarm in der Schweiz

  • Veröffentlicht am: 9. Juni 2015 - 14:29
  • Von: Michael Knodt

Die Schweizer Zollbehörden haben seit Jahresanfang zahlreiche Päckchen mit Hanfsamen abgefangen. Hanfsamen unterliegen mit wenigen Ausnahmen seit 2011, ähnlich wie in Deutschland, auch in der Schweiz dem Betäubungsmittelgesetz. Grow- und Headshops verkaufen schon lange kein Cannabis-Saatgut mehr und so haben viele Schweizer Hanfgärtner bislang ihr Saatgut im Ausland bestellt. Da sich im einstigen Hanf- und Samenparadies Schweiz viele Konsumenten gar nicht über die relativ neue Illegalität des Saatguts im Klaren sind, kam auch der Polizeibesuch nach dem Samenfund beim Zoll oft überraschend. Die Zahlen, die der Schweizer Zoll bislang veröffentlicht hat, beeindrucken und erschrecken zugleich:

  • Im ersten Quartal 2015 wurden fast 3.000 Sendungen mit insgesamt über 50.000 Hanfsamen sichergestellt.
  • In Zürich wurden seit Mitte März 750 Verfahren eröffnet. Polizeiangaben zufolge seien das "zehnmal mehr als früher".
  • Die Adressen aller Empfänger der 2.874 Sendungen, die zwischen Anfang Januar und Ende März abgefangen wurden, wurden an die Ermittlungsbehörden des jeweiligen Empfängerkantons weitergeleitet. Viele führten zu Hausdurchsuchungen und dem Fund von Cannabis und Pflanzen.

Die Polizei des Kantons Basel-Land ermittelt eigener Aussage zufolge anhand der Daten unter der Wahrung der Verhältnismäßigkeit weiter. Ab wie vielen Samen man jedoch mit einem Hausbesuch rechnen muss, hat auch die relativ liberale Basler Polizei bislang nicht mitteilen lassen. "In 90 Prozent der Fälle kommen die Empfänger mit einer Geldbuße von 200-500 Franken davon", sagte der Sprecher der Zürcher Polizei, Werner Schaub, zum "Blick." Sven Schenkedahl vom Zürcher Verein "Legalize it !" hingegen berichtet, er wisse von Leuten, die schon wegen zehn Samen eine Hausdurchsuchung hatten. Wie genau der Zoll die Sendungen herausfischt, wollte man nicht verraten. "Unsere Leute verfügen aber über viel Erfahrung und wissen genau, auf welche Merkmale sie achten müssen", kommentierte ein Sprecher des Zolls die Frage nach dem "Wie?" gegenüber Schweizer Medien. Die beschlagnahmten Samen scheinen Medienberichten zufolge vorwiegend aus den Niederlanden zu stammen.

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Kommentare

genau das meine ich :)
Das habe bestimmt nicht nur ich schon vor über 1 Woche woanders gelesen.
Das muss schneller gehen, sonst sind es keine News!

lg
ein Patient

werd halt selbst aktiv und schreibe dem hanfverband was sich so neues tut kannst das ja im forum unter aktuelles oder gleich dem verband mailen.

Wir haben die Berichte zeitnah gesehen und auch auf Facebook gepostet. Das Erstellen eines eigenen Berichts auf der Website dauert manchmal etwas länger, das lässt sich nicht immer vermeiden.

Yapp, kam hier nicht wirklich früh, aber wer den DHV abonniert hat, der hat in den meisten Fällen sowieso noch Exzessiv und co. abonniert. Daher zu verkraften :D

Könnte mich bitte vllt. jemand vom DHV aufklären?
Wie kann ich eine Strafe dafür verhängt bekommen, angeblich ein Päckchen bestellt zu haben, dass ich noch nicht mal empfangen habe?
Kann mir ja jeder Depp was Illegales zuschicken. Wenn der Zoll das dann abfängt, bin ich der Depp. Würde ich der Mortler oder der Merkel n paar Gramm schicken und der Zoll das finden, was wäre dann?
Deswegen spricht man in den Foren-Threads, in denen es um das Bestellrisiko im Internet geht,ja auch immer vom "gefährlichen Weg an den Briefkasten". Da dir ja eigentlich niemand was kann, wenn du das Päckchen nicht entgegen nimmst. Es könnte sich ja um ein Versehen handeln und ich möchte das Päckchen gar nicht haben..
Ist die Rechtslage in der Schweiz vllt. eine andere?

Hallo Flo

Tatsächlich könnte jeder jemandem etwas verbotenes per Post zuschicken lassen. Wie genau da die Rechtslage in der Schweiz ist, wissen wir nicht. Wenn aber neben der Lieferung auch noch eine Bezahlung nachgewiesen werden kann, ist das Ganze auch in Deutschland eine nachgewiesene Straftat.

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