Tschechien senkt die Geringe Menge- nur noch 10 Gramm Cannabis toleriert

  • Veröffentlicht am: 10. April 2014 - 15:15
  • Von: Michael Knodt
 

Bislang galt die Tschechische Republik als relativ freizügig in Sachen Cannabis, sind doch neben dem Anbau von fünf Pflanzen zum Eigenbedarf auch realistische Eigenkonsummengen für andere Substanzen toleriert. Das Oberste Gericht in Brünn hat die als Eigenbedarf geltenden Mengen jetzt gesenkt. Die Richter begründeten die Herabsetzung mit der wachsenden Zahl an "Cannabisplantagen, Chrystal-Laboren und Abhängigen".

 

Die Begründung der Richter lässt sich allerdings nicht mit Zahlen belegen, denn Polizei, Politik und Präventionsexperten sind mit der Entwicklung seit der Entkriminalisierung 2010 eigentlich hochzufrieden. Lediglich die angrenzenden Bundesländer Sachsen und Bayern, wo es weitaus repressiver zugeht und die mehr Drogentote als im liberalen Tschechien aufweisen,  haben Prag immer wieder darauf gedrängt, die Drogengesetzgebung wieder zu verschärfen.

 

Die Details des korrigierten Gesetzes im Überblick:

Cannabis: 10 Gramm (maximal 1 Gramm THC) oder fünf Pflanzen (bislang: 15 Gramm oder 5 Pflanzen)
Haschisch - 5 Gramm (maximal 1 Gramm THC)    
Psilocibynhaltige Pilze - 40 Stück oder 0,05 Gramm (Psilocin) oder eine entsprechende Menge Psilocybin   
Peyote - 5 Kakteen    
LSD - 5 Trips    
Ecstasy - 4 Tabletten 
Amphetamine - 2 Gramm    
Methamphetamine - 1,5 Gramm (bislang 2 Gramm)
Heroin - 1.5 Gramm  
Kokain: 1 Gramm oder fünf Pflanzen

Ein Sprecher des Gerichts betonte noch einmal, dass es sich bei diesen Mengen lediglich um Richtwerte handele und ein Gericht  auch immer die Umstände des jeweiligen Einzelfalls berücksichtigen müsse. Denn auch der Besitz dieser "Geringen Mengen" stellt in der Tschechischen Republik eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit  empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann. Toleriert heißt, ähnlich wie in den Niederlanden, auch in Tschechien lange noch nicht legal.

Außerdem gibt es in Tschechien jetzt auch THC-Grenzwerte für Autofahrer. Wer mit mehr als 0,2ng/ml THC im Blut erwischt wird, hat verkehrs- sowie führerscheinrechtliche Konsequenzen zu befürchten. Auf eine Messung des THC-COOH Wertes, der auf Konsumintensität oder -dauer schließen lässt, verzichten die tschechischen Behörden allerdings.

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