Streckmittel in Cannabis: Identifizierung, Risiken, Lösungen

Flyer: Streckmittel in CannabisDiese Seite informiert Sie über den Inhalt des DHV-Flyers "Streckmittel in Cannabis". Dieser beschäftigt sich mit der Aufklärung der Konsumenten über die verschiedenen Streckmittel und zeigt Ursachen und Lösungen für die Problematik auf.

Die Flyer können ab sofort in unserem Online-Shop zum Selbstkostenpreis von 0,03 €/Stck. zzgl. Porto bestellt werden.


Streckmittel

Viele Cannabiskonsumenten sind in den letzten Jahren mit gestrecktem Cannabis in Berührung gekommen. Zur Steigerung des Gewichts und damit des Gewinns werden den Hanfblüten diverse Stoffe zugesetzt, die zum Teil schwer zu erkennen sind, darunter z. B. Sand, Talkum, Zucker, Glas, Gewürze oder Haarspray, um nur einige zu nennen. Seit 2006 hat dieses Problem massiv zugenommen und wir gehen davon aus, dass mittlerweile ein erheblicher Teil des deutschen Cannabismarktes betroffen ist. Besonders krasse Auswirkungen hatte 2007 eine mit Blei gestreckte Charge in Leipzig mit über hundert zum Teil schweren Vergiftungsfällen.

Sand, Zucker, synthetische Streckmittel & mehr

In den letzten Jahren wird das Cannabis scheinbar besonders oft in Flüssigkeiten gewälzt, deren Inhaltsstoffe sich nach dem Trocknen in den Blüten festsetzen, z. B. Zuckerlösungen, Flüssigdünger oder Flüssigkunststoffverbindungen, die (wie „Brix“) zum Teil extra zu diesem Zweck kommerziell vertrieben oder mit ständig wechselnden Rezepturen experimentell zusammengerührt werden. Genaue Informationen über die verwendeten Substanzen und deren Verbreitung gibt es leider nicht. Die Bundesregierung weigert sich seit Jahren, das Thema ernst zu nehmen und Untersuchungen darüber zu veranlassen.


Risiken

Niemand weiß, was passiert, wenn jemand über Jahre Zucker oder Flüssigkunststoff raucht. Dazu gibt es keine Untersuchungen. Im Gegensatz zu den Bleivergiftungen ist bei den meisten anderen Streckmitteln eher mit einer schleichenden Vergiftung zu rechnen – allerdings berichten uns Betroffene immer wieder von erheblichen unmittelbaren Auswirkungen: „Chronische Bronchitis ist die Folge und Probleme mit den Atemwegen (Dauerverschleimt).“ oder „Atypische Lungenentzündung, Dauer insgesamt 9 Wochen, davon 3 Wochen Krankenhausaufenthalt.“

Die Streckmittel dürften für die Gesundheit der Konsumenten insgesamt eine größere Gefahr darstellen als der Cannabiskonsum an sich.

Dieser Flyer bezieht sich nur auf absichtlich zugefügte Streckmittel zur Gewichtserhöhung. Darüber hinaus sind Rückstände von Schimmel, Pestiziden, Fungiziden und Dünger sowie Belastung mit Bakterien und Schimmelpilzen häufige Folgen der illegalen Produktion. Der DHV rät grundsätzlich davon ab, gestrecktes Cannabis zu konsumieren! Streckmittel sind in allen Regionen Deutschlands mehr oder weniger weit verbreitet. Den Streckmittelmelder und eine geographische Analyse der Meldungen findest du auf www.hanfverband.de


Identifizierung

Der DHV beschreibt auf seiner Homepage ausführlich, wie man gestrecktes Gras erkennen kann, auch bezogen auf die einzelnen Streckmittel.

Allgemeine Tipps
Mit der Hanfblüte stimmt etwas nicht, wenn sie für ihre Größe verdächtig schwer ist, nach dem Anzünden „durchbrennt wie eine Wunderkerze oder Shisha-Kohle“ und die Glut Funken schlägt. Beim Verbrennungsprozess entsteht oft ein chemischer bzw. plastikartiger Geruch. Die Ascherückstände sind meist hart, schwarz und lassen sich durch etwas Druck zu einer öligen Schmiere verreiben.

Mit einem Geschmackstest, für den man einen kleinen Teil der Blüte in den Mund nimmt, erkennt man zucker- und salzhaltige Streckmittel und ähnlich geschmacksintensive Stoffe. Streckmittel wie kleine Sand-, Mineral- oder Glaspartikel knirschen dabei zwischen den Zähnen. Auch die Konsistenz der Probe verrät oft schon die Behandlung. Ist die Blüte besonders weißlich/kristallig, besonders hart oder besonders fluffig, trocknet sie kaum, selbst wenn sie länger an der Luft liegt, dann ist etwas nicht in Ordnung. Bei Verdacht auf Blei als Streckmittel sind einige Besonderheiten zu beachten, die auf unserer Webseite beschriebenwerden.

Mit kleinen Taschen- oder USB-Mikroskopen, die man preiswert im gut sortierten Headshop/Growshop oder im Internet bekommt, kann man sich die Struktur der Blüte genauer ansehen. Viele gut „getarnte“ Streckmittel werden so sichtbar. All diese Tests sollte man auch mal mit einer Hanfblüte durchführen, von der man sicher ist, dass sie ungestreckt ist, um ein Gefühl für die Unterschiede zu bekommen. Manchmal verraten schon Rückstände im Tütchen die gefährliche Abzockerei. Wer irgendwelche Granulate, sandige oder pulverige Ablagerungen findet, hat definitiv den falschen Händler erwischt.

Weiterführende Informationen
www.hanfverband.de > Konsumentenhilfe


Ursachen

Die Streckmittel-Flut ist eine Folge des Schwarzmarktes, der durch das Verbot von Cannabis erzeugt wird. Zu Beginn des Jahrtausends wurde die Verfolgung von Grasproduzenten in Holland und dann auch in Deutschland intensiviert. So wurden ehrliche Hanffreunde aus dem Geschäft gedrängt und es haben offensichtlich Leute die Lücke gefüllt, die möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen wollen, egal ob sie dabei ihre Kunden vergiften oder nicht. Das Strafmaß für diese Dealer richtet sich im Wesentlichen nach dem THC-Gehalt. Wer gestreckte Ware verkauft, kann deshalb sogar mit einer geringeren Strafe rechnen.


Lösungen

Mit einer Regulierung des Cannabismarktes und der Einführung von Cannabis-Fachgeschäften mit entsprechenden Lebensmittel-Kontrollen würde sich das Problem erledigen. Auch durch legalen Anbau einiger Hanfpflanzen zur Selbstversorgung oder Anbau-Clubs könnten sich die Konsumenten effektiv vor Streckmitteln schützen. Dafür kämpft der DHV seit Jahren. Unterstütze uns dabei mit einer Spende oder als DHV-Fördermitglied!
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