Nutzhanf: Razzien hören nicht auf

  • Veröffentlicht am: 25. Oktober 2019 - 16:24
  • Von: Sascha Waterkotte
Razzia wegen gemischtem Hanftee in Sonthofen. Bild: privat

Während ALDI in der Schweiz ganz ungeniert CBD-Pflanzen verkaufen kann, geht der Kampf gegen jede Form von CBD-Produkten in Deutschland unerbittlich und absolut realitätsfern weiter. Regelmäßig berichten uns Händler, wie mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten kistenweise CBD-Tees, -Öle sowie Schokolade und selbst Kaugummis in ihren Läden beschlagnahmen. Erst Mitte der Woche traf es ein dutzend Hanfläden in München und Umgebung. Wie sich so eine Razzia, bei der nicht einmal die Franchisegeber den Laden betreten dürfen, am eigenen Leib anfühlt, mussten erst heute morgen die beiden Geschäftsführer von Cannamigo erfahren. Auf ihrer Instagram-Seite (Story) dokumentiert Cannamigo-Geschäftsführer Philipp Weber die abstruse Situation, welche sich heute morgen im Tea House im bayrischen Sonthofen zugetragen hat.

Trotz intensivster Vorgespräche mit der Staatsanwaltschaft Allgäu und der Einladung der Vertreter zur Entnahme von Proben des im Tea House angebotenen Tees, stürmten heute morgen Polizeibeamte das Tea House. Absolut unverständlich für Philipp Weber, der genau zur Vermeidung solcher geschäftsschädigender Razzien explizit das Gespräch mit allen Behörden führte - und dementsprechend nun ratlos vor dem Laden steht, den er und sein Mitinhaber Maximilian Moosbrugger nicht betreten dürfen, während die Angestellten einzeln drinnen verhört werden.

"Wir haben uns größte Mühe gegeben, hier im Einklang mit den Behörden zu arbeiten. Die Stadt und alle möglichen Leute finden das sehr positiv, was wir machen", so Weber. Dennoch gingen die Behörden nicht auf das Vorabangebot ein, Proben des gemischten Hanftees zu entnehmen, der in dieser Form auch in Reformhäusern verkauft wird.

"Wir verkaufen keine CBD-Blüten"

Aufgrund der unsicheren Rechtslage für den Verkauf von CBD-Blüten in Deutschland, die aktuell im Prozess gegen die Hanfbar in Braunschweig erörtert wird, haben sich die Betreiber von Cannamigo zur Risikominimierung entschieden. "Wir verkaufen gar nichts, was irgendwie auch nur ansatzweise verboten sein könnte", so Weber über das Angebot im Sonthofener Tea House weiter.

Warum die zuständige Staatsanwaltschaft sich dazu entschloss, rechtlich komplett unbedenklichen gemischten Hanfblättertee zu beschlagnahmen, bei dem der Rauschmissbrauch ausgeschlossen ist, wird sich in den nächsten Wochen sicherlich klären. Warum aber deutschlandweit der Justizapparat mit überflüssigen Aktionen wie diesen von der strafrechtlichen Verfolgung von wirklich Kriminellen abgelenkt wird, bleibt das Geheimnis der regierenden Politiker.

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Kommentare

Frechheit sowas... sollen sie lieber mal unsere Automobilbranche unter die Lupe nehmen denn das was da abläuft ist wirklich kriminell. Aber das wälzt man ja lieber auf die kleinen Leute ab und zieht jedem die Taler aus der Tasche. Aber hey Geld regiert die Politik.

Das die Politiker in Deutschland langsam nicht mal mehr einen normalen Gedanken haben, sollte denke ich bei der breiten Masse langsam angekommen sein. Die aktuelle Lage in Deutschland ist schlimm. Manchmal denke ich eher, das die Politiker das Land negativ sabotieren wollen. Freiheit? Sowas gibt es hier nicht wirklich, langsam sollte man ne Beschwerde einreichen, dass der Text der Nationalhymne umgeändert werden sollte, weil das nicht zutrifft. Tag für Tag vergeht und Deutschland wird immer mehr zur Dritten Welt. Es ist langsam echt unvertretbar, wie sich die Politik "verändert", nur bergab. So langsam gebe Ich auch die Hoffnung auf, das Ich Erfolg haben kann meinen schwer kranken Kumpel hier legal retten zu können...in Deutschland fühlt man sich weder sicher, noch frei, noch wohl aktuell...
Es wird ernsthaft dringend Zeit, dass die Politik mal etwas positives schafft. Ansonsten glaube ich keineswegs, dass die CDU jemals eine Mehrheit bei den Wahlen bekam und alles nur gezinkt ist. Es gibt zwar Menschen, die nicht gerade die Hellsten sind, aber so viele? Das ist nicht glaubwürdig!

Datum: 28.10.2019 / Betr.: CBD-Razzien
1). Seit April 2019 hat die WHO Cannabis von der Liste der gefährlichen Pflanzen gestrichen.
Die Mitgliedsländer sind seitdem angewiesen, diese Richtlinie in Gesetzestexten umzusetzen, es besteht also die Obliegenheit zur rechtspflegerischen Novellierung, und zwar rückwirkend ! 2) Darüber hinaus gilt in der gesamten EU der freie Warenverkehr sowie der 3)freie Wettbewerb. Wer eine nicht-blühende Cannabispflanze beschlagnahmt, der riskiert, sich also ab sofort wegen dieser 3 schweren Vorwürfe vor dem Europäischen Gerichtshof verantworten. Im Falle des Obsiegens des Klägers drohen dort Natürlichen- und Juristischen Personen horrende (Wirtschafts-) Strafen.-

hm, wann wird wohl mein Brotaufstrich vom DM markt beschlagnahmt?
oder mein hanf streu für meine hasen?

komisch das die staatsanwaltschaft nur gegen fachgeschäfte vorgeht...

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