Mortler kündigt Kostenübernahme und Ausschreibung des Anbaus an

  • Veröffentlicht am: 29. Dezember 2015 - 12:37
  • Von: Michael Knodt
Foto von Henning Schacht; CC BY-SA 3.0 de http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marlene_Mortler_2012.jpg

Nach der relativ unkonkreten Ankündigung zur Gründung einer Cannabis-Agentur vor einem guten Monat hat die Drogenbeauftragte Marlene Mortler gestern ein wenig detaillierter Stellung zu den Plänen der Bundesregierung genommen. Laut Mortler soll das Betäubungsmittelgesetz im Frühsommer mit dem Zweck, den Inhabern einer Ausnahmegenehmigung für eine Selbsttherapie mit Medizinal-Hanfblüten aus der Apotheke die Kosten für ihre Medizin zu erstatten, geändert werden. Aufgrund der zu erwartenden, hohen Nachfrage werde, so Mortler gegenüber den Journalisten, auch der Anbau des Wirkstoffs ausgeschrieben.

Noch Fragen?

Der Anbau des Wirkstoffs? Wieso sagt Frau Mortler nicht gleich, dass der Anbau von Cannabis ausgeschrieben wird? Den Wirkstoff an sich kann man nicht anbauen, außerdem handelt es sich nicht um einen, sondern um über 70 Wirkstoffe. Auch die zu erwartende Nachfrage kann lediglich auf Spekulation beruhen. Die zuständige Behörde, das BfArM, kennt nicht mal den aktuellen Bedarf der gut 500 Inhaber einer Ausnahmegenehmigung genau. Klar ist derzeit lediglich, dass das aus den Niederlanden importierte Cannabis Flos selbst für die 500 Cannabis-Patienten nicht reicht. Da bedarf es jetzt schon keiner höheren Nachfrage. Erst heute haben SCM-Mitglieder wieder über aktuelle Lieferausfälle berichtet, die mindestens vier Wochen andauern sollen.

Kommentare

Nach langer Funkstille ...
Immerhin, es geht anscheinend etwas vorwärts.
Das es schon wieder zu Lieferengpässen kommt ist ungeheuerlich!
Was man mit den Patienten macht ist indiskutabel.
Kleiner Denkanstoß:
Es gibt doch schon einige Hersteller von medizinischem Cannabis in anderen Ländern, wie zum Beispiel "Kanada".
Die Regierung sollte ersatzweise schauen, ob man eventuell von dort etwas "medizinisches Cannabis" für die Patienten organisieren kann.
Bis das hierzulande mal richtig läuft und nicht andauernd Lieferengpässe auftreten.

Naja es wird wohl noch lange dauern bis Cannabis als Medizin akzeptiert wird.
Das es zu Lieferengpässen kommt ist einfach nur Asozial wenn ich ein Rezept besitze habe ich ein Recht auf meine Medizin, schon witzig das Opiate immer vorrätig sind aber meine Cannabis Blüten manchmal gar nicht ankommen obwohl ich sehr viel Geld bezahlen muss um diese überhaupt zu bekommen......

Wie und von wem wird denn dann eine anbau-genehmigung vergeben? Wo stehen die Qualitätsstandards und wer kontrolliert die? Dürfen dann nur Patienten ihre eigene Medizin anbauen oder dürfen andere für Patienten anbauen? Sorry für die fragen auf die es wahrscheinlich keine wirklichen antworten gibt aber ich habe großes Interesse im falle einer, wie auch immer gestalteten, Legalisierung in den Anbau und Verkauf von Hanf zu (nicht nur) medizinalen Zwecken einzusteigen.

Tja, wenn sie in dem Tempo weiter macht erlebt das der oder die Nachfolger im Amt.
Und zu allem Verdruss verkauft sie das noch als ihren Einsatz, für Cannabis als Medizin, die Frau sollte sich was schämen.

Ich würde mich mal nicht zu früh freuen. Hier geht alles nur mit sanfter Gewalt voran. Da können ruhig die Leute Schmerzen haben und/oder krepieren. Das hat sich ja schon zigfach erwiesen. Solange noch ein Cent mehr auf die Konten der Pharmaindustrie und aus den Zapfhähnen der Gaststätten fliessen kann wird das solange rausgezögert wie es nur geht. Ich finde das Lieferengpässe Steilpässe zum Eigenanbau darstellen und impliziere das dieser Ungehorsam staatlich gewollt ist, denn Kranke müssen nun einmal ihre Medizin bekommen. Man hätte dagegen schon längst etwas unternehmen können, wenn dies denn gewollt wäre. Hätte ich ein Rezept und würde dafür nichts erhalten, würde ich das auf jeden Fall im kleinsten Rahmen tun. Das ist ein Notfall. Die Alternative hiesse ja unbestimmte Qualität mit evtl. Verunreinigungen zu erhalten, bei Kauf auf dem Schwarzmarkt. Das lässt sich nur über den Eigenanbau ausschliessen.

Ich bin jetzt seit dem 30.11.2015 Besitzer einer Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle.
Meinen Monatsbedarf von 120g (15Euro pro Gramm) kann ich mir nur mit Unterstützung meiner Familie leisten.
Wenn das Gesetz kommt, sehe ich mich gezwungen bei der nächsten Wahl Frau Merkel zu wählen.
Zuvor habe ich entweder die Grünen oder die Piraten gewählt, doch alles was ich mir von denen erhofft hatte, hat Merkel verwirklicht.
1.Abschalten der Atomkraftwerke
2.Ein Herz für Flüchtlinge
3.Vermitteln in Krisengebieten (Ukraine, Syrien,Iran usw.)
4.Rettung Griechenland
5.Einführung Mindestlohn

Wenn Frau Merkel durch Druck von Obama und TTIP Cannabis komplett legalisiert, sich in Sachen Umwelt und Tierschutz noch bewegt, dann habe ich alles was ich möchte.

Egal was Ihr sagt ob das nun ein Trick ist um den Eigenanbau zu verhindern drauf geschissen, wenn die Krankenkasse mir mein Weed bezahlt sind viele meiner Probleme gelöst, das haben weder die Holländer noch die Amis, die müssen selbst blechen.

Ohne Worte!!
Du glaubst doch nicht ernsthaft an Merkels MARIONETTENTHEATER. DA wird grundsätzlich erst gehandelt bzw. von anderen Parteien "geklaut" wenn sie mit dem Rücken an der Wand steht.. Ob nun Frau Me. oder Mo., die Fäden ziehen doch eh nur uns unbekannte 'Berater' im Hintergrund. Wer sind 'die'?: TTIP-Politiker anderer Länder und Witschaftsbosse, uneigennützig geht da gar nix!!!

120g im Monat = 4g am Tag. Gut, jedem das Seine. Aber es wäre ja noch schöner, wenn dafür auch noch der Steuerzahler "blechen" müsste! Bei 1800€ pro Monat und Konsument. Wenn deine Familie das mitmacht, ist es ja ihre Sache.

Und dass du im Zuge der Weedlegalisierung jemanden wählen willst, der genau deine Feinde vertritt, nämlich Pharmaindustrie und Tabaklobby, zeigt nur dass weed genauso dumm machen kann wie Alkohol, wenn man es damit übertreibt. Schon mal über eine Karriere in der Drogenprävention nachgedacht?

Und zu deiner wunderbaren 5-Punkte-Liste:
1. laufen immer noch, obwohl sie zu alt sind
2. keiner hat so ein großes Herz wie der deutsche Steuerzahler
3. Waffenlieferungen sind eine recht einseitige Vermittlung
4. frag mal die griechischen Bürger und nicht die Banken
5. wenn du den Mindestlohn verdienen würdest, könntest du dir nicht mal 10g im Monat leisten

Und zum Abschluss hoffen wir alle mal auf noch ein bisschen mehr Druck durch TTIP, dann leben wir sicher bald in einer besseren Welt... ganz bestimmt!

Das glaubst du doch wohl selber nicht. Hoffe ich jedenfalls.

Bin ich froh, dass ich keine Krankheit habe bei der mir Cannabis helfen könnte und auch sonst gesund bin. Also ist es jetzt wohl amtlich, dass Patienten weiterhin im Zweifelsfall nutzlos leiden müssen bis sie eine Ausnahmegenehmigung für ein relativ nebenwirkungsarmes und unschädliches Medikament bekommen, das sie sowieso auf eigenes Risiko nehmen. Naja, in nem halben Jahr wissen wir vielleicht ein bisschen mehr. Traurig, wie sich die Bundesregierung bei so einem Thema, bei dem die Nutzen/Risiko/Aufwand Abschätzung (zumindest für den Patienten) recht einfach ist so ewig lang rumwindet...

Habr ihr schon mal von einen CSU Politiker gehört oder gesehen, der von seinem Amt auch nur das geringste Verstanden hat? Die sind doch so von ihrer Droge Bier vollgestopft, dass eine Peilung völlig unmöglich ist.

--Die Regierung sollte ersatzweise schauen, ob man eventuell von dort etwas "medizinisches Cannabis" für die Patienten organisieren kann.
Bis das hierzulande mal richtig läuft und nicht andauernd Lieferengpässe auftreten-- Sehr nett formoliert. Ich finde aber, die sollten dringendst Ihre Politikerhinterteile bewegen und drei Tonnen Medi Weed aus Kanada für uns Patienten bestellen, bevor hierzulande die ersten Tonnen Gras geerntet und unters Volk gebracht werden können!!! Wenn ich schon diese Mortler sehe bzw. höre wie sie sich windet und über den Wirkstoff spricht. Die will doch in Wirklichkeit gar nicht. Das weiß doch jeder im Land. Die ist so wiederlich, lächerlich einfach ungeheuerlich!! Eine Schande für die BRD GmbH.!

Je nach dem wie hoch die Hürden sein werden, könnte es tatsächliche eine Legalisierung durch die Hintertür sein. Ein Btm Rezept zu bekommen ist ja nicht gerade schwierig. Nur das man dann das Weed nicht selber. Bezahlen muss. Da auch die CSU das weiß, wird es eher etwas sehr kompliziertes werden mit enorm hohen Hürden, so das wirklich schwer Kranke ein Problem haben werden an Cannabis zu kommen.
Na warten wir mal ab wohin das ganze führt.

Ein BtM-rezept ist leicht zu bekommen? Also in Bayern nicht. Hatte vor 8 Jahren einen Unfall. Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich beschädigt. Mehrere Absplitterrungen an diversen Wirbeln. Migräne-patient seit 33 Jahren. Und Btmg-eintrag. Hier in München gibt es kein Arzt der die Eier hat mir zu helfen. Bin für jede Hilfe dankbar. Gruß aus dem ach so christlichem München.

Bedenklich ist hierbei ja vor allem die Aussage, "..Herstellung des Wirkstoffs" (!), denn schon seit geraumer Zeit wird von Pharmakonzernen daran gearbeitet, THC auf neutralen Objekten zu generieren. Mehr noch ist dies auch schon einigen gelungen wie vor einigen Wochen auch in der ein oder anderen Mediennachricht zu lesen war. Über die genaue Praktik der Herstellung, wurde jedoch nicht all zu viel berichtet, da man natürlich seine Betriebsgeheimnisse nicht ausplaudern möchte, und man natürlich als erster ein Patent auf diese neuen Herstellungsmethoden erheben möchte !
Und hier sehe ich die große kommende Klüngelei. Denn somit werden in Zukunft Patienten zwar ein THC-haltiges Produkt von Pharmakonzernen erhalten können, welches aber nicht aus der Hanfpflanze gewonnen wurde, und somit die Verbotsstrategie gegen Cannabis eher gar noch verschärft wird, da man somit den medizinischen Gebrauch ja geregelt hat ( an welchem nun auch ausschließlich die Pharmaindustrie verdient !!)und die Haltung gegenüber "Freizeit-und Genusskonsumenten" sich nicht ändern wird und auch nicht mehr muss.
Daher bin ich sehr gespannt wie sich dies noch entwickeln wird, sehe aber schon jetzt die große Entäuschung die viele erwarten wird, wenn die Angaben von Fr. Mortler hierzu konkreter werden !
MfG....

Wer möchte denn schon gerne chemisches Cannabis zu sich nehmen der kann auch gleich auf der Sean sein Zeug besorgen....ne ne nix für Papa!

Man muss nicht schwer krank sein nur austherapiert!

Meiner Meinung nach gehört die Regelung und die Herstellung von Produkten aus Hanf den FARMERN und nicht den PHARMERN überlassen !

Drogen fürs Volk, aber nur synthetisch und wenn dann, Staatlich kontrolliert! Ihr dürft euch nicht selber vergiften, nur mit Genehmigung oder Aussergenehmigung. "Selbsttherapie" wird bestimmt das Unwort 2016. "Ihr seid alle doof!"

zu Littleganja
Wasch dein mund mit seife aus.
Sowas schlimmes wie "Frau Merkel wählen" sagt man nicht.
In der Flüchtlichspolitik hat sie grandios versagt. Und wie Merkel zu Cannabis steht ist allgemein bekannt.
Schäm dich

@Littleganja,
herzl. Glückwunsch. Deine tolle Ausnahmeerlaubniss kannste dir in deinen Hintern schieben. Die brauchen wir chronisch Kranken nämlich bald nicht mehr!! Das mit deinen fünf Punkten Merkel etc. solltest du besser für dich behalten. Weniger ego wäre besser..

Ich denke mit der FDP solltn wir schon mal auf einen guten weg sein .
Inhaltlich hört sich das gut an.

http://www.liberale.de/page/positionen

Jaklar, wenn schon kein Ausweg bleibt, schnell ein Anbauverhinderungsgesetz schaffen. Was soll der Quatsch mit Ausschreibung denn sonst bewirken außer der Wirtschaft dienen? Die Ausschreibung geht eh an die Pharmalobby..

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