Marlene Mortler: Tiefer über Cannabis als Medizin nachdenken

  • Veröffentlicht am: 21. Juli 2014 - 17:15
  • Von: Florian Rister

In einem Interview mit dem BR, das anlässlich des aktuell stattfindenden Prozesses rund um den Eigenanbau von medizinischem Cannabis geführt wurde, äußert sich die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler zur Frage der Verwendung von Cannabis als Medizin. Ihre Aussage ist etwas nebulös, aber dennoch sehr interessant.

 

Bisher haben weniger als 300 Menschen in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung zur Anwendung von Cannabisblüten als Medikament. Die Diskrepanz zwischen dieser Zahl und dem realen Bedarf scheint auch Frau Mortler aufgefallen zu sein. Im Wortlaut sagte sie:

"Ich meine, und das ist jetzt meine persönliche Meinung, das wir im Bereich Cannabis als Medizin durchaus tiefer nachdenken müssen, um noch mehr Menschen auch die Chance zu geben das Ganze quasi via Krankenschein beziehungsweise via Antrag zu genehmigen"

Den kompletten Videobeitrag mit ihrer Aussage kann man in der BR Mediathek anschauen.

Florian Rister vom Deutschen Hanfverband sagte dazu:

"Da kann man Frau Mortler nur zustimmen. Hoffentlich wird sie entsprechende politische Veränderungen auch wirklich angehen. Mit warmen Worten ist den leidenden Patitenten nicht geholfen."

Der Deutsche Hanfverband fordert schon lange dahingehende Vereinfachungen. Wir erhalten beinahe täglich Anrufe und Emails von Menschen, die verzweifelt nach einem Weg suchen Cannabis als Medikament zu nutzen. Leider hat sich das Gesundheitsministerium bisher nie besonders patientenfreundlich gezeigt. So ist es in Deutschland immer noch für viele Patienten sehr schwierig Ärzte zu finden, die sie bei ihrem Weg unterstützen. Nur durch bessere politische Rahmenbedingungen kann dieses Problem bei der medizinischen Versorgung von kranken Menschen effektiv und großflächig gelöst werden.

Marlene Mortler ist in der Position, eine regierungsinterne Debatte anzustoßen. Insofern weckt ihre Aussage bei einigen Beobachtern leise Hoffnung, dass in naher Zukunft zumindest kleine Schritte hin zu einem offeneren Umgang mit Cannabismedizin stattfinden werden.

Zu der eigentlichen Frage die dem aktuellen Gerichtsprozess zu Grunde liegt, nämlich wie Patienten sich ihre Medizin bezahlen sollen, wenn weder Kassenübernahme noch Eigenanbau ermöglicht werden, äußert sich Frau Mortler leider nicht.

Kommentare

Fast alle Cannabis-Konsumenten haben medizinische Gründe für die Einnahme dieser wunderbaren Substanz die uns Gott gegeben hat!
Cannabis ist wie z.B. Salbei, Rosmarin, Kamille, Pfefferminz, Oregano, Thymian usw. eine HEILPFLANZE die genauso legal zu sein hat wie alle anderen Pflanzen!
Gott hat keine Pflanzen geschaffen die illegal sind!
Das die "christlichen" Parteien und sogar der "Papst" bzw. seine Christenkirche die Cannabispflanze verteufeln zeigt wie wenig diese "frommen" Strafverfolger mit dem zu tun haben den sie ständig anbeten und an den sie "glauben"....!

So wird es kommen. Erst wird Patienten der Zugang zu Cannabis erleichtert, dann den Leuten die Cannabis zum entspannen konsumieren. Die U.S.A. haben die Blaupause dazu geliefert, und wir müssen nur noch abschauen und modifizieren.

Frau Mortler und ihre CSU/CDU Genossen stellen sich unter anderem wohl auch auf das TTIP (Freihandeslabkommen)ein, wo Europa, und vor allem Deutschland mit hohen Geldstrafen rechnen müssen, wenn sie den Import einer Handelsware aus den U.S.A. verbieten bzw. blockieren wollen. Umgekehrt genauso.

Mir wäre es aber lieber, Cannabis würde ohne TTIP entkriminalisiert werden. Doch die konservativen Parteien brauchen nunmal einen Tritt in den Hintern, um die Verfolgung von Millionen von unschuldigen Bürgern zu unterbinden, die niemandem etwas böses getan haben, und nur friedlich ihr Pfeifchen rauchen wollen.

(Zu den Konservativen zähle ich inzwischen auch die Grünen)

Hilfe, es MUß sich etwas ändern!
Zitat Arznei-telegramm zu einem Epileptikum, Pregabalin:"Von den Arzneimitteln erreicht lediglich das Cannabinoid 'Dronabinol' vergleichbare Inzidenzen...! Ein Neurologe, den ich vorsichtig auf Cannabinoide, die nachweislich (Hollandurlaub) sehr wirksam sind und mir in dieser Zeit halfen hinwies, zeigte keinerlei Reaktion! Nach kurzer Untersuchung wurde mir dann das oben erwähnte Epileptikum, welches hervorragend gegen diese unerträglichen Schmerzen helfe, verordnet. Ich traue mich aber nicht, diesen 'Chemiemüll' zu nehmen, da im erwähnten Artikel von SCHWERSTEN Entzugserscheinungen bei absetzen des Medikamentes (stationärer Entzug) die Rede ist. Cannabis hat ja nun keine bis wenig Entzugssymtomatik. 'Leider' bin ich aber nicht austherapiert- Gott sei Dank-. Damit komme ich wohl nicht in die engere Auswahl einer nebenwirkungsarmen Behandlung. Frei nach Max O'Rell: Wer Chemiker werden will studiert Chemie, Juristen und Ärzte müssen Recht oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen erforderlich. Traurig, aber wahr!

Nachtrag: Als ich den Neurologen & Psychiater auf die Entzugssymtomatik hinwies spielte er dieses herunter: "damit hab ich kein Problem". Ne, schon klar, das Problem hab ja schließlich ICH. Menschenwürde, fahrlässige/ vorsätzliche Körperverletzung?

Politik ist so gedacht, daß faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn ein Kissen drunter liegt. Wie Otto v. Bismarck schon sagte: Wenn man sagt, daß man einer Sache grundsätzlich zustimmt, so bedeutet es, daß man nicht die geringste Absicht hat, sie in der Praxis durchzuführen.. Hoffentlich läßt sich Frau Mortler mal von Fachleuten beraten und kappt die 'Marionettenfäden' ihrer Vorgesetzten!

Ps: Wenn auch nur jeder 10. Bundesbürger 5 Nutzhanfsamen 'ausstreuen' würde denke ich hätte sich das legalisierungsproblem bei rund 17000 hübschen Pflanzen, verteilt in der ganzen BRD, wohl erledigt. Es wird Zeit die drogenpolitische Katatonie zu beenden! Fakt ist doch, daß die Pharmaindustrie kein Interesse an Legalisierung hat- nicht zum Volkswohl, aus rein wirtschaftlichen/ finanziellen interessen

Frau Mortler und 'nachdenken'? Dabei geht's wohl nur um 'nachplappern'. Wie soll man über eine Sache nachdenken, wenn man (Frau) von der Sache nicht die geringste Ahnung hat? Besser wäre es, den FAKTEN endlich einmal Beachtung zu schenken und kompetenten Menschen dies zu überlassen. Die Hirnwäsche, der sämtliche Bundesbürger unterzogen werden, klappt leider bei zu vielen Bürgern. Das zeigt lediglich, wie wenig Menschen sich über das tatsächliche Potential dieser Pflanzengattung bewußt sind bzw. der Blind- zeitungsmäßigen Propaganda Glauben schenken! Ich fürchte, diese Leute glauben unseren VOLKSVERTRETERN blind ohne zu bemerken, daß es VolksVERRÄTER sind. Ich bin zwar auch nicht allwissend, aber schwarz u. Weiß kann ich gut unterscheiden. Gehandelt wird erst wenn es keine andere Möglichkeit (Lüge) mehr gibt! Und dann auch noch zum (endlich erkannten) Nutzen des Staates mit einer überfälligen, heuchlerischen Cannabis- Agentur, Stichwort 'Anbauverhinderungsgrsetz'. Nur zu gerne würde ich mich Mortlers Posten annehmen, Qualifikationen brauchst da ja scheinbar nicht. Zudem ist das BtmG in dieser Form Verfassungswidrig, da keine unmittelbare Gefahr, die es zu bestrafen gilt, vom Cannabis Gebrauch ausgeht. Es liegt keine Beeinträchtigung der Grundrechte 3. vor, die eine Bestrafung rechtfertigen würde. Bei randalierenden 'Alkis' sieht das anders aus!

Na endlich hat auch Frau Mortler von Befürwortern gehört, daß Cannabis nicht nur eine "illegale Droge" ist. Nun kann sie jedenfalls nicht mehr behauten, NIE etwas von internationalen Fakten gehört zu haben...
Bleibt nur zu hoffen, daß sie Cannabis endlich mal als 'Kulturgut' anerkennt wie es bei ihrem geliebten Obstler oder Bier der Fall ist.
Ps: Gern würde ich mein Wissen der geplanten 'Cannabis- Agentur'beratend' zur Verfügung stellen, damit sie mal 'in die Puschen' kommt. Aber das macht Big Brother wohl intern mit seinen Schergen aus. Bloß keine Bürger einbeziehen!
Und warum eigentlich nur aus der Apo? Pfefferminztee, Tabak und Co darf ich schließlich auch ungestraft züchten- da schert sich keiner um irgendwelche 'Verunreinigungen'?!
Mfg Ralf Hoyer

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