Jamaika: Ganja-Kiosks für Touristen | DHV-Video-News #87

  • Veröffentlicht am: 8. Juli 2016 - 16:32
  • Von: Georg Wurth

Jamaika: Ganja-Kiosks für Touristen | DHV News #87

Die Hanfverband-Videonews vom 08.07.2016 • Hessen: Landtag diskutiert Entkriminalisierung • Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Legalisierung • Kanada: große Mehrheit für Legalisierung, Task Force gegründet • Jamaika: Ganja-Kiosks für Touristen • Guerilla-Growing in Mühldorf und Göttingen • Termine

Hessen: Landtag diskutiert Entkriminalisierung

Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Legalisierung

Kanada: große Mehrheit für Legalisierung, Task Force gegründet

Jamaika: Ganja-Kiosks für Touristen

Guerilla-Growing in Mühldorf und Göttingen


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Kommentare

Bei der Jamaika-Geschichte habe ich einen kleinen falschen Aspekt aus vielen entsprechend falschen Medienberichten übernommen: Es geht nicht darum, dass das Gras direkt an diesen Terminals am Flughafen verkauft werden soll, sondern dass da nur die Berechtigungsscheine ausgegeben werden sollen. Ganja kaufen kann man dann demnächst in den medical marijuana Apotheken, von denen sich bestimmt auch eine in direkter Umgebung des Flughafens befindet. Von daher ist das nur ein kleiner Fehler. Spektakulärer an der Meldung ist eh die Sache mit der Selbstdeklaration als Patient und dieses Detail stimmt.
Genauer und präziser als im Video ist das in unserem Artikel auf der DHV-Seite dargestellt:
https://hanfverband.de/nachrichten/news/jamaika-bezugsschein-fuer-medizi...

"Cannabis Krankenhäuser" an der niederländischen Grenze wären toll!

Ich bin echt mal Gespannt wie sich das noch weiter in Hessen bzw. Frankfurt entwickeln wird. Vor 1-2 Jahren gab es ja auch schon die Bestrebungen einen Cannabis Social Club zu gründen mit entsprechender Abgaberegelung an Mitglieder. Hat sich leider nicht durchgestzt und hören tut man auch nichts mehr. Aber vielleicht bewegt sich ja jetzt mal wieder etwas. Ich hoffe doch sehr!

Habt wer das Positionspapier der AWO mal genauer gelesen?

Amerikanische Forscher:
Traumatische Belastungen, Nicht-Eingebundensein in soziale Netzwerke, fehlende befriedigende soziale Kontakte.

Sehr zweifelhafte Wissenschaft. Das ist genau die Schublade wo man Konsumenten seit Jahrzehnten einstuft und wohin der Weg auch weiterhin geht.

Hippie, Kiffer, kranker, chronischer Schmerzpatient, traumatisiert! Als nächstes sind wir wieder bei Anslingers Ansicht des geistig Gestörten!

In Bezug auf ihre Äußerungen steht dort lediglich, dass "Traumatische Belastungen, Nicht-Eingebundensein in soziale Netzwerke, fehlende befriedigende soziale Kontakte" als Risikofaktoren für eine potentielle Abhängigkeit gelten. Weil diese Dinge überpropotional häufig bei Betroffenen beobachtet wird. Alle Experten - egal ob pro oder contra eingestellt - würden dies bestätigen!
Also bitte selbst genau lesen und nicht nur einfach wieder Stimmung machen.

...und Du bist Dir sicher, dass Papier "genauer gelesen" zu haben?

Die Punkte, die Du anführst, beschreiben allgemeine Risikofaktoren, die Abhängigkeit fördern können - völlig unabhängig von Cannabis.

Ich zitiere es einfach mal im Kontext:

"Geht man der Frage nach, welche Risikofaktoren eine Abhängigkeit fördern, so werden genetische Risikofaktoren (z.B. abhängiger Elternteil) ebenso benannt wie Umwelt- und Sozialisationsfaktoren. Abhängigkeit wird daher als bio-psycho-soziales Krankheitsmodell definiert.
Amerikanische Forscher/innen stellten fest, dass traumatische Erfahrungen vor allem in Kindheit
und Jugend, überproportional häufig als auslösender Faktor vorliegen. Aber auch fehlende
befriedigende soziale Kontakte und das Nicht-Eingebundensein in soziale Netzwerke sind zentrale
Risikofaktoren (Hari 2015).
Der missbräuchliche Konsum von Rauschmitteln stellt daher aus Sicht der Suchtforschung u.a. den
Versuch dar, unangenehm oder belastend erlebte psychische Empfindungen zu vermeiden oder zu
verdrängen. "

Du müsstest doch erkennen können, dass dieser Abschnitt sich allgemein auf mögliche Suchtproblematik bezieht. Da wird von "Überdosierung (z.B. Heroin, Alkohol" geschrieben...

Dass es unter Cannanbis-Konsumenten eben nicht nur Genussraucher und Patienten gibt sondern in Einzelfällen auch Leute, bei denen der Konsum den Alltag entscheidend prägt und sich ein Suchtverhalten entwickelt, wird man nicht leugnen können, wenn man in der Debatte ernst genommen werden will.
Im Gegenteil: Diesen Menschen mögliche Hürden abzubauen, Ängste vor Strafverfolgung, es ihnen zu erleichtern Hilfe anzunehmen, ist doch ein Teil der Argumentation für die Legalisierung.

"Der missbräuchliche Konsum von Rauschmitteln stellt daher aus Sicht der Suchtforschung u.a. den
Versuch dar, unangenehm oder belastend erlebte psychische Empfindungen zu vermeiden oder zu
verdrängen. (...) Werden keine Handlungs- oder Lösungsalternativen für
die bestehenden Auslösefaktoren gefunden, entwickeln sich abhängige Konsummuster. Jugendliche,
die früh mit dem Konsum beginnen und Personen mit psychischen Störungen (etwa frühe
Gewalterfahrung sowie andere traumatisierende Belastungen) haben ein zusätzlich höheres Risiko,
problematische oder abhängige Konsummuster zu entwickeln."

Es geht da nicht um den Stoff, sondern um die Funktion, die der problematische Konsum erfüllt (bzw. versucht zu erfüllen).
Der Punkt ist: Dieses Suchtverhalten, so es sich denn zeigt, liegt gerade nicht am Cannabis sondern an sozial-psychologischen Faktoren des Konsumenten.
Das gilt auch für Alkoholabhängigkeit usw.

"Die Ursache des übermäßigen Konsums von Rauschmitteln ist individuell durch genetische,
psychische und soziale Faktoren begründet. "

Damit ist auch nichts gegen einen verantwortungsvollen Konsum gesagt, und damit werden auch nicht alle Konsumenten über einen Kamm geschert.

Es wäre auch sehr seltsam, wenn die AWO in ihrem Papier zu den Schlüssen kommt, die Du da rausliest - und im Ergebnis eine "Regulierung", also de fakto einen legalen Markt für Cannabis fordern würde...

Ich kritisiere nicht das AWO Papier, im Gegenteil, dass was die AWO selber dazu schreibt ist top. Ich kritisiere lediglich die Aussagen der Studie, denn a)was sind denn traumatische Ereignisse? und b) um wieviel höher ist denn dann das Risiko?

Aus eigener beruflicher Erfahrung kann ich sagen, das sich unter therapeutischen Gesichtspunkten, mit diesen "traumatischen Ereignissen" wunderbar Geld verdienen lässt. Denn ein traumatisches Ereignis kann sehr viel sein, vom Wickeltisch gefallen, bis zu Unfällen und und und. Ich würde sogar so weit gehen, dass bestimmt 70% aller Menschen, wenn man nachforschen würde ein solches Ereignis erlebt haben.

Und wenn wir schon bei diesen traumatischen und therapeutischen Sachen sind, dann schreibt der Jugendrichter Müller, sehr richtig, die therapeutische Berufsgruppe ist wohl die Letzte welcher einer Legalisierung im Wege steht. Warum, weil sich damit prima Geld verdienen lässt.

Bei dem Thema Cannabis als Medizin, wunderbar. Wenn es um Legaisierung geht, sollte man mit solchen Aussagen sehr kritisch Umgehen. Und meiner Meinung nach sollte der DHV wieder mehr in Richtung vollständiger Legalisierung und vollständiger Entkriminalisierung von erwachsenen Konsumenten gehen und dieses therapeutisch/ medizinische Dingen sehr kritisch sehen. Denn dass wird nur der Vorreiter. Wenn es hier solche Schüsse auftauchen, dann wird jeder Konsument in Zukunft genau daran gemessen.

Klasse Video! Top News, so ein Kiosk wär schon was schönes. :)

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