Informationen über bleihaltige Cannabisprodukte

Informationen über bleihaltige Cannabisprodukte

Mit Blei verseuchtes Cannabis stellt ein massives Risiko für Konsumenten dar. Seit 2009 gab es jedoch keine belegbaren Berichte über entsprechend gestrecktes Cannabis, Panik ist daher nicht angebracht! Diese Seite informiert darüber, wie man mit Blei verseuchtes Marihuana erkennt, was man tun sollte, wenn man bleihaltiges Cannabis gekauft hat und was von den Empfehlungen der Drogenbeauftragten diesbezüglich zu halten ist.

Besonders im Raum Leipzig ist seit Sommer 2007 wiederholt Marihuana aufgetaucht, das mit Bleisulfid (Bleiglanz) verunreinigt ist. Der DHV warnt ausdrücklich vor dem Konsum dieser Cannabisprodukte! In den Folgejahren gab es jedoch bisher keine weiteren bestätigten Fälle von mit Blei verseuchtem Cannabis.

Bleisulfid ist eine salzartige Verbindung von Blei und Schwefel und kommt in der Natur als sogenannter Bleiglanz vor. Normalerweise verwendet man den giftigen und umweltgefährlichen Stoff in der Glasindustrie oder als Vulkanisationsbeschleuniger.

Im verseuchten Marihuana aus Leipzig ist Bleisulfid in Form winziger Späne in den Blüten eingeschlossen. Das deutet darauf hin, dass es bereits während des Wachstums über die Pflanzen gestreut wurde.

Mit bloßem Auge ist das Bleisulfid nur schwer zu erkennen. Von probeweisem Konsum muss dringen abgeraten werden, weil bereits ein Joint zu schweren Vergiftungen führen kann!

Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt, Proben in Apotheken abzugeben oder direkt der Apotheke der Rheinischen Kliniken Viersen zu senden. Achtung! Damit macht man sich eventuell strafbar!

Wer der Empfehlung der Drogenbeauftragten folgt, kann unter Umständen wegen der Weitergabe von Betäubungsmitteln nach § 29 Betäubungsmittelgesetz ( BtMG) bestraft werden. Auch Hausdurchsuchungen im Zuge der Ermittlungen können nicht ausgeschlossenen werden. Auf Nachfrage bestätigte Frau Schaaf, die Leiterin der vom Bundesgesundheitsministerium ( BMG) benannten Apotheke, dass sie nicht sicherstellen kann, dass die Absender der Cannabisproben nicht strafrechtlich belangt werden.

Auch müssen die Einsender die Kosten des Tests der Marihuanaprobe auf Blei in Höhe von 20,- Euro selbst tragen, wie eine Sprecherin der Apotheke der Rheinischen Kliniken dem DHV mitteilte.

Wir warnen außerdem davor, verdächtige Proben anonym per Post an die Bundesdrogenbeauftragte (Sabine Bätzing, Bundesministerium für Gesundheit, 11055 Berlin) zu senden! Damit gefährdet man nur die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, die ja auch nicht über die Risiken des Bleisulfids informiert sind.

Wer nach dem Konsum von verdächtigem Cannabis unter Übelkeit, Verstopfung oder krampfartigen Bauchschmerzen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, da dies Anzeichen einer akuten Bleivergiftung sein könnten. Auch bei Lähmungserscheinungen und motorischen Störungen ist schnelle medizinische Hilfe nötig, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Chronische Bleivergiftung kann sich durch Schwächeanfälle, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Magenschmerzen zeigen. Auch Blutarmut (Anämie) kann ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Über längere Zeiträume hinweg führt eine Bleivergiftung zu Hirnschäden ("Bleidemenz"), Gedächtnisverlust, Nervenschäden und Muskelschwäche. In Extremfällen führt sie zum Tod des Patienten.

Wichtig: Wer befürchtet, bleiverseuchtes Cannabis geraucht zu haben, sollte auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn er keine Symptome zeigt! Selbst wenn es dem Betroffenen noch gut geht, ist eine Bleivergiftung behandlungsbedürftig. Blei lagert sich im Körper ab und schädigt die Gesundheit langfristig.

Die Drugscouts aus Leipzig haben eine sehr umfangreiche FAQ zum Thema Blei im Cannabis erstellt. Die vorgeschlagenen Schnelltests können wir jedoch nicht empfehlen, weil sie nach Aussage von Frau Schaaf nicht zuverlässig sind und ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln könnten.

Der DHV rät allen Betroffenen, im Zweifel einen Arzt aufzusuchen. Eventuelle Tests des Marihuanas sollte der Arzt in Auftrag geben. Nur so sind die betroffenen Konsumenten vor Strafverfolgung geschützt, da der Arzt in diesen Fällen das Strafbarkeitsrisiko trägt. Wer noch nicht konsumiert hat, sollte verdächtiges Cannabis einfach wegwerfen!

 

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