Geographische Analyse der Streckmittelmeldungen

  • Veröffentlicht am: 13. Dezember 2010 - 15:39
  • Von: Maximilian Plenert

Meldung des DHV vom 13.12.2010


Seit Mai 2009 sammelt der Deutsche Hanf Verband auf seine Website Meldungen von Streckmitteln in Marihuana und Haschisch. Bisher kamen mehr als 1.300 Berichte aus der ganzen Bundesrepublik, aber auch aus der Schweiz, Österreich, Tschechien und den Niederlande zusammen. Nun haben wir alle bisher eingegangenen Meldungen für Deutschland nach ihrer Herkunft geordnet und dies in einer Graphik dargestellt.

Streckmittelmeldungen nach PLZ und Häufigkeit, Stand 02.12.2010

Graphik: Streckmittelmeldungen nach Postleitregion und Anzahl der Meldungen, Stand 02.12.2010

Legende zum Bild: Weniger als 2 Meldungen Weniger als 2 Legende zum Bild: Weniger als 20 Meldungen Weniger als 20 Legende zum Bild: Weniger als 30 Meldungen Weniger als 30 Legende zum Bild: Weniger als 40 Meldungen Weniger als 40 Legende zum Bild: 40 oder mehr Meldungen 40 oder mehr

Die Graphik erfasst alle Streckmittelmeldungen, die uns mit einer deutschen Postleitzahl zwischen dem 21.05.2009 und dem 02.12.2010 erreichten. Dies waren insgesamt 1.230 Stück aus quasi allen Postleitregionen Deutschlands. Um die unterschiedlichen Einwohnerzahlen pro Region auszugleichen, wurde die Anzahl der Meldungen auf die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Postleitzone normiert. Vergrößert dargestellt sind die Regionen Hamburg 20 und Berlin 10. Die Postleitregion 11 wird von Bundesinstitutionen genutzt und wurde deswegen bei Berlin mit eingezeichnet. (Die Graphik steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported ebenso wie das Ursprungsbild von Stefan Kühn. Erstellt wurde die Graphik mit dem Programm ImageMagick und einem selbst erstellten Perlskript.)

Der verantwortliche wissenschaftliche Mitarbeiter beim DHV, Maximilian Plenert erklärt hierzu:

"Durch die geographische Analyse der Streckmittelmeldungen wird erstmals das ganze Ausmaß des Streckmittel-Phänomens deutlich: Kaum eine Region Deutschlands ist nicht betroffen! Die Berichte aus den Regionen Ruhrpott, Hessen, Mannheim, Stuttgart, Hamburg, Berlin, München und Dresden, dass dort mehrheitlich bis fast ausschließlich gestrecktes Gras angeboten wird, werden durch unsere Analyse weitestgehend bestätigt.

Die Häufung von Streckmittelmeldungen an der Grenze zu den Niederlanden legt nahe, dass ein großer Teil des gestreckten Marihuanas von dort importiert wurde. Auch erreichten uns Meldungen von gestrecktem Cannabis, das in niederländischen Coffeeshops gekauft wurde. Erfreulich anzumerken ist, dass an der Grenze zu Tschechien kaum Streckmittel-Meldungen vorliegen.

Bei 2/3 der Meldungen wurde Brix als Streckmittel genannt, hierzu kommen Sand, Haarspray und Zucker als verbreitete Streckmittel. Schimmel, Düngerrückstände sowie Pflanzenschutzmittel runden die Ekelpalette ab. All diese Verunreinigungen machen Cannabis gesundheitsschädlicher als es im natürlichen Zustand ist. Meist handelt es sich bei der Zuordnung der Streckmittel um Vermutungen, begründet z.B. durch ein ungewöhnliches Abbrandverhalten, Auffälligkeiten bei der Asche, Wirkung und Nebenwirkungen. Während einige Streckmittel optisch oder durch typisches Abbrandverhalten der Joints einigermaßen klar identifizierbar sind, gibt es doch Unmengen an Meldungen praktisch unbekannter Verunreinigung. Der Deutsche Hanf Verband fordert deswegen schon seit Jahren Analysen von beschlagnahmtem Cannabis durch öffentliche Stellen sowie die Möglichkeit für Privatpersonen, Cannabis auf seinen Wirkstoffgehalt sowie Verunreinigungen überprüfen zu lassen.

Frau Dyckmans kann nun nicht mehr weiter behaupten die Angaben des Deutschen Hanfverbandes seien "wenig konkret". 1,400 Meldungen insgesamt und kaum eine Region ohne Meldung - Frau Dyckmans, nehmen Sie Ihren Auftrag, Gesundheitsgefahren von den Bürgern dieses Landes abzuwenden, endlich ernst!"

Mehr zum Thema Streckmittel:

Neuen Kommentar schreiben