Ein Cannabis Social Club (CSC) für Münster

  • Veröffentlicht am: 7. April 2014 - 12:03
  • Von: Maximilian Plenert

In Münster haben am vergangenen Freitag die drei Aktivisten Micha Greif, Robert Brungert und Jonas Höltig unsere Petition für einen kommunalen Modellversuch zur legalen Veräußerung von Cannabis eingereicht. Parallel haben sie, wie die Piraten in Köln und Dortmund, eine flankierende Online-Petition an den Oberbürgermeister Markus Lewe gestartet. Sie wollen bis zum 03.07.2014 2000 Unterschriften sammeln, wir rufen dazu auf, diese Petition zu unterzeichnen. In ihrer Pressemitteilung schreiben die drei Hanffreunde:

 

Die Petenten von Münster

Pressemitteilung
Ein Cannabis Social Club (CSC) für Münster

Münster, 4. April 2014: Heute wurde erstmals offiziell ein Antrag an die Stadt Münster gestellt, im Rahmen eines Modellversuchs den legalen Verkauf von Cannabis zu ermöglichen. Mit der Einreichung der Petition beteiligen sich die Antragssteller Robert Brungert, Micha Greif & Jonas Höltig an einer Aktion des Deutschen Hanfverbands (DHV). Durch diese wird deutschlandweit in vielen Kommunen über die Einrichtung von CSCs diskutiert. Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Frankfurter Ortsbeirat 1 sprachen sich bereits für ein Modellprojekt zum Cannabisverkauf aus.
Mit der Initiative folgen die Petenten einem internationalen Trend: Uruguay sowie die US-Bundesstaaten Colorado und Washington legalisierten jüngst Cannabis als Genußmittel, in einer
Vielzahl weiterer Staaten ist Cannabis als Medizin problemlos erhältlich. „In Deutschland sind die Hürden hierzu jedoch unzumutbar hoch“, so Robert Brungert. Mit dem Antrag, der sogar der Forderung der Internationalen Drogenkonferenz in Frankfurt entspricht, soll auch der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert werden. Laut einer EMNID-Umfrage sprechen sich eine Mehrheit der Menschen in NRW gegen die heutige Kriminalisierung und für eine Liberalisierung in der Cannabispolitik aus. Statistisch gesehen soll es in Münster rund 11.700 Cannabiskonsumierende geben. Jonas Höltig: „Wir gehen allerdings von einer deutlich höheren Zahl aus.“
Das Cannabisverbot ist gescheitert. Es trägt weder zu einem geringeren Konsum bei, noch unterbindet es den Handel. Cannabisnutzer werden in den Schwarzmarkt gedrängt und auf Staatskosten mit hundertausenden sinnlosen Verfahren verfolgt. „Wer ein Problem mit Cannabis hat, der braucht Hilfe, und keine Strafverfolgung!“ so Micha Greif. Die Legalisierung ermöglicht zudem Qualitätskontrollen und bietet ein großes Potential an neuen Steuereinnahmen.

Außerdem hat Robert Brungert umfangreiche Ausgestaltungshinweise ausgearbeitet, die ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte.

Inzwischen gibt es schon die ersten Pressereaktionen zur Petition:

Bürgerantrag schlägt Modellversuch vor - Hanf-Aktivisten wollen Verkauf von Cannabis unter städtischer Aufsicht - Mit diesem Bürgerantrag dürfte mancher Politiker im Stadtrat so seine Probleme haben: Drei Hanf-Aktivisten möchten, dass Münster den legalen Verkauf von Cannabis ermöglicht. Das Argument des Trios: Ein entkriminalisierter Hasch-Konsum liege im öffentlichen Interesse. - Münstersche Zeitung, 5.4.2014

Petition eingereicht - Aktivisten bitten um Freigabe von Cannabis - Soll die Stadt Münster im Rahmen eines Modellversuchs den legalen Verkauf von Cannabis ermöglichen? Robert Brungert, Micha Greif und Jonas Höltig haben sich nach eigenen Angaben mit einer entsprechenden Petition an die Stadt gewandt. - Westfälische Nachrichten, 04.04.2014

Kommentare

FÜR die Legalisierung der besten Pflanze Welt. Ich mein es ist nur ne pflanze. :o

Solange das BtmG nicht geändert wird ist es doch reine Zeitverschwendung derartige Anträge einzureichen, der Sachbearbeiter lacht vielleicht mal kurz und lässt das Ganze dann in Ablage P verschwinden.

Bekommen die ganzen Petition-im-Rathaus-Abgeber denn wenigstens einen Trostpreis vom DHV wenn sie merken dass es nichts gebracht hat ? T-Shirts und sonstigen Kram hat er ja zur Genüge rumliegen

[quote name="kiga"]Solange das BtmG nicht geändert wird ist es doch reine Zeitverschwendung derartige Anträge einzureichen, der Sachbearbeiter lacht vielleicht mal kurz und lässt das Ganze dann in Ablage P verschwinden.

Bekommen die ganzen Petition-im-Rathaus-Abgeber denn wenigstens einen Trostpreis vom DHV wenn sie merken dass es nichts gebracht hat ? T-Shirts und sonstigen Kram hat er ja zur Genüge rumliegen[/quote]

Das der Kampf für die Legalisierung nichts bringt ist ein altes Argument, das wir eigentlich mit den Ereignissen der letzten Jahre entkräftet haben.

Wir machen den Petenten keine Hoffnung, das jetzt sofort wirkliche CSC's oder Coffeeshops entstehen. Bisher wollte auch noch keiner einen Trostpreis haben, die meisten Leute wissen das sie hier langfristige, politische Arbeit machen und nicht mit einem simplen Antrag die Legalisierung bekommen.

Alles was ein klein wenig Besserung bringt ist besser als gar nichts.

Zudem ist es jetzt und in den nächsten Jahren sehr wichtig in Deutschland und umgebenden Ländern aktiv zu sein, um zu zeigen das man die gleichen Veränderungen haben will die jetzt in den USA und einigen Südamerikanischen Ländern stattfinden!

Ein Problem ist ja das man die ganzen Gelegenheitskiffer, das sollen ja ein paar Millionen sein, nicht mobilisiert bekommt.

@kiga
Wenn du dir das Wachstum des DHV, der Sponsoren, der Mitgliederzahlen und der Facebook-Fans anschaust, dann wird dir auffallen das in den nächsten Jahren das auf eine sehr große Zahl anwachsen könnte. Der DHV hat also gute Chancen viele dieser Leute für politische Aktionen zu mobilisieren.
Das sind dann nicht mehr nur ein paar wenige Kiffer die was Legalisieren wollen, sondern ne große Gruppe.

Ein anderer Faktor dürfte dann eben wirtschaftliche Interessen sein. Wenn da ne große Lobby entsteht, dann finden sich sicher Leute die auf das große Geld scharf sind und die werden auch ihren Beitrag dazu leisten um ne Legalisierung durchzudrücken.

Ich halte die CSC für einen guten ersten Schritt. Eine plötzliche totale Freigabe könnte uninformierte Bürger in "Gegenstimmung" bringen und Probleme beim Jugenschutz (ähnlich wie bei der Droge Alkohol) mit sich bringen. In CSC kann man ab 18 (oder 21) Jahren Mitglied werden, wird dort über die Gefahren des Missbrauchs genauso wie über die Vorteile der medizinischen Anwendungen informiert, die Abgabemenge wird reguliert, so dass sich kein Handel außerhalb des Clubs lohnt. Die Hanffreunde dieser Clubs sind dann auch lokal organisiert und können in den Clubs gemeinsame Aktionen (wie z.B. Infoveranstaltungen mit Vorträgen über die Pflanze für Nichtmitglieder) organisieren. Man kann auch mal gemeinsam "gärtnern" und über das riesige Potential der Pflanze in der Agrarwirtschaft und der Ernährung diskutieren. Für mich die vorläufig beste Möglichkeit einer späteren kompletten Legalisierung Vorschub zu leisten. Aber habe ich nicht irgendwo gelesen, dass die Vorraussetzung für CSCs die Gründung einer Cannabis-Agentur (zumindest in Deutschland) ist???

Name toll dann komm ich aus dem Club und Jan meinen Führerschein gleich abgeben.
Das alles macht nur Sinn wenn die Führerscheinverordnung geändert werden würde.
Bedeutet entwder Fußgänger und Clubmitglied oder Führeschein und Verzicht oder wieder illegal kaufen und offen. Ich würde gerne auch in meiner Heimat BW sowas anstreben habe aber schon 1 Jahr und MPU hinter mir und bin auf meinen Lappen angewiesen. Schade

Servus, ich wollte mich mal informieren ob es zu dieser Petition inzwischen Neuigkeiten gibt. Hab dazu leider nix gefunden

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