Das Rennen um die Anbaulizenzen in Uruguay

  • Veröffentlicht am: 16. September 2014 - 12:00
  • Von: Michael Knodt

22 Firmen haben sich für das staatliche Cannabis-Anbauprogramm beworben

Nachdem Uruguay sowohl die Idee, Cannabis aus Kanada zu importieren, als auch die des Grasanbaus durch das Militär verworfen hatte, rief die Cannabis-Agentur des Landes Firmen auf, sich für das staatliche Cannabis-Anbauprogramm zu bewerben. Außerdem hatten erwachsene Privatpersonen die Möglichkeit, ihren privaten Grow von bis zu sechs Hanfpflanzen, der eine private Vorratshaltung bis 480 Gramm mit einschließt, zu registrieren.

Während der kommerzielle Anbau, für den der Staat fünf Lizenzen vergeben wird, heiß umworben ist, scheinen Uruguays private Hanfgärtner der staatlichen Registrierung skeptisch gegenüber zu stehen: Für den Anbau von Hanfblüten, der in einer dünn besiedelten Region im Süden des Landes stattfinden soll, haben sich 22 Firmen beworben, während sich bis jetzt landesweit nur 378 private Cannabis-Bauern angemeldet haben. Bei einer der fast zwei Dutzend Firmen handelt es sich um Bedrocan, deren niederländische Filiale auch die Inhaber einer Ausnahmegenehmigung zum Import medizinischer Cannabisblüten aus den Niederlanden versorgt. Uruguay wäre das dritte Land, in dem Bedrocan legal Hanf anbauen dürfte, nachdem sie schon seit einiger Zeit in Kanada medizinisches Cannabis anbauen. Dort ist Bedrocan.ca sogar seit Kurzem an der Börse notiert. Die Cannabis-Agentur könnte noch im Laufe dieser Woche bekannt geben, welche fünf Firmen das Rennen um den Anbau gemacht haben. Die ersten Pflanzen sollen dann im November eingepflanzt werden.

 

Doch bevor es mit dem Anbau in Uruguay los geht, muss das linke Parteienbündnis Frente Amplio erst einmal die Wahlen im Oktober diesen Jahres gewinnen. Das wird angesichts des Rückzugs von Präsident Mujica und einer wieder erstarkten, konservativen Opposition nicht einfach. Ob der konservative Kandidat Lacalle Pou die Legalisierung rückgängig machen würde, ist momentan umstritten. Die Neue Zürcher Zeitung und andere, englischsprachige Medien spekulieren genau in diese Richtung, unseren Recherchen zufolge hat sich Pou allerdings auch mehrfach öffentlich für eine Legalisierung ausgesprochen. Pou hält allerdings nichts vom kommerziellen Anbau und dem geplanten Abgabesystem über Apotheken, sondern bevorzugt den privaten Anbau für Uruguays Konsumierende.

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