Coffeeshop-Projekt in Berlin beschlossen

  • Veröffentlicht am: 28. November 2013 - 12:32
  • Von: Georg Wurth

Das Bezirksparlament Friedrichshain/Kreuzberg hat gestern Abend mit deutlicher Mehrheit das von den Grünen beantragte Modellprojekt zur Cannabisabgabe beschlossen. Das ist ein historischer Moment, auch wenn die Arbeit jetzt erst beginnt und eine Genehmigung fraglich ist.

Laut einer Pressemitteilung der Grünen im Bezirk ist der Antrag "mit großer Mehrheit" beschlossen worden. Gerade habe ich erfahren, dass der Beschluss sogar einstimmig war! Nicht nur die Grünen, Linken und Piraten haben dafür gestimmt, sondern auch die SPD! Die CDU war nicht im Saal...

Hier ein Auszug aus der Grünen Pressemitteilung:

Geplant ist ein Runder Tisch bzw. Fachtag mit Anwohnern, Initiativen, Suchthilfeträgern, Experten, Polizeivertretern und Fachpolitikern. Offene rechtliche Fragen, beispielsweise nach möglichen Betreibern und Beschaffungsmöglichkeiten, sollen geklärt werden. (...)

„Die Situation im Görli zeigt, dass die Prohibitionspolitik der letzten Jahrzehnte gescheitert ist. Wir müssen jetzt ungewöhnliche Lösungen denken“, sagt Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). (...)

„Das Bezirksparlament begrüßt unsere Initiative – nun beginnt die eigentliche Arbeit“, sagt Jonas Schemmel (Grüne).

Diese Nachricht geht heute quer durch die Presse, es gab unter anderem Agenturmeldungen dazu, s. z.B. Kölnische Rundschau und B.Z. Letztere zitiert einmal mehr den Kritiker des Projektes im Berliner Senat, Gesundheitssenator Marion Czaja (CDU):

Doch die eigentliche Hürde steht noch bevor: die Genehmigung durch das Bundesamt für Arzneimittel. Gesundheitssenator Marion Czaja (38, CDU) ist weiter skeptisch, ob der Antrag des Bezirks Erfolg haben wird. Die Coffee Shop-Idee hält er für den falschen Weg.

Der DHV wird sich an den Diskussionen um die Umsetzung des Projektes beteiligen. Es wird sicherlich noch einige Monate dauern, bis tatsächlich ein Antrag ausgearbeitet ist und eingereicht werden kann. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte Ende der 90er Jahre unter Gesundheitsminister Seehofer einen ähnlichen Antrag von Schleswig-Holstein abgelehnt.

Ob die neue Bundesregierung da fortschrittlicher ist, darf im Moment wohl bezweifelt werden. Deshalb muss der Bezirk auch prüfen, ob ggf. gegen eine Ablehnung rechtliche Schritte möglich wären.

Aber selbst wenn das Projekt letztendlich abgelehnt wird, ist dieser Beschluss ein starkes Signal. Zum ersten mal seit über 15 Jahren gibt es wieder eine Mehrheit in einem deutschen Parlament für legale Cannabisabgabe.

Dieser Beschluss passt auch perfekt zur aktuellen "Kommunale-Petitionen-Kampagne" des DHV, mit der wir genau so etwas vorschlagen. Viele Petenten haben bisher von ihren Städten die Antwort erhalten, sie seien für so etwas nicht zuständig oder es sei rechtlich nicht möglich. Nun können alle Antragsteller auf den Berliner Bezirk verweisen. Ein solcher Beschluss ist möglich!
Und auch eine Genehmigung durch das BfArM dürfte wahrscheinlicher werden, wenn sich weitere Städte der Initiative anschließen. Das Modellprojekt zur Heroinvergabe wurde damals z.B. von sieben deutschen Städten durchgeführt.

Außerdem reiht sich der Bezirk damit ein in einen europäischen Trend: auch in Kopenhagen und einigen Schweizer Städten wollen die Kommunalpolitiker Cannabisgeschäfte einrichten.

Es geht voran, wenn auch langsam, aber der Druck im Kessel nimmt zu!

 


 

Update vom 29.11.2013 GW:

Unter diesem Link ist das offizielle Dokument des Beschlusses zu finden.

Hier der wesentliche Text:

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

Das Bezirksamt wird beauftragt, gemeinsam mit Expert*innen, Beratungsstellen und Anwohner*innen die nötigen Schritte einzuleiten, um durch eine kontrollierte Abgabe von Cannabisprodukten in lizensierten Abgabestelle(n) am Görlitzer Park, den negativen Auswirkungen der Prohibition und des dadurch entstehenden Schwarzmarkts entgegen zu treten.

Dazu soll(en)

- ein Runder Tisch/Fachtag gemeinsam mit Anwohner*innen und/oder Initiativen rund um den Görlitzer Park, ansässigen Suchthilfeträgern, Drogenexpert*innen, der Polizei und Fachpolitiker*innen einberufen werden

- offene rechtliche Fragen geklärt werden, z.B. nach möglichen Betreiber*innen des Shops, Beschaffungsmöglichkeiten sowie der Antragstellung beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf die Erlaubnis der kontrollierten und lizensierten Abgabe von Cannabisprodukten

- sichergestellt werden, dass die Eröffnung und Betreibung des Coffeeshops im öffentlichen Interesse liegt, bzw. dass die nötige wissenschaftliche Begleitung es Modellprojektes in Zusammenarbeit mit geeigneten Forschungsstellen erfolgt, sodass das Modellprojekt im wissenschaftlichen Interesse begründet ist.

Die Auswirkungen auf den Bezirkshaushalt sollen zum gegebenen Zeitpunkt dargestellt werden.

Die BVV ist in regelmäßigen Abständen zu unterrichten.

Themen: 

Kommentare

Liebe Freunde,

ich habe gerade eine eigene Petition gestartet und hoffe ihr könnt sie unterzeichnen -- sie heißt:
An die zur Zeit gültige Regierung von Deutschland.: Rettet die Welt älteste Kultur- und Heilpflanze !.

Dieses Thema ist mir wirklich wichtig und ich versuche, 100 Unterschriften zu sammeln. Dabei könnte ich eure Hilfe gebrauchen.


Klickt hier, um mehr darüber zu erfahren und die Petition zu unterzeichnen:
https://secure.avaaz.org/de/petition/An_die_zur_Zeit_gueltige_Regierung_...

Kampagnen wie diese fangen immer klein an, aber sie wachsen, wenn Menschen wie wir mitmachen -- bitte nehmt euch gleich einen Moment Zeit und helft mit, indem ihr die Petition unterzeichnet und weiterverbreitet.

Herzlichen Dank
Rootscafe

endlcih ein großer Schritt dahin den Schwarzmarkt trockenzulegen,
und somit der orgnaisierten Kriminalität,
den Terroristen,
der Mafia,
den Hells Angels,
der Al Kaida,
dem CIA etc.
die Geldquellen zu entziehen!!!
Schluss mit den Milliardengeschenken an Kriminelle und Kriegstreiber!
Cannabis ist ein Milliardenschwerer Markt und wird viel Geld in die öffentlichen Kassen spülen und gleichzeitig enorme Kapazitäten bei der Polizei freischaufeln, damit diese sich wichtigen Dingen widmen kann (z.B. Wirtschaftskriminalität etc.), was wiederum viel Geld bringen wird.
Alles wird besser :-)
YEAH

[quote name="Andrea Jakoby"]Liebe Freunde,

ich habe gerade eine eigene Petition gestartet und hoffe ihr könnt sie unterzeichnen -- sie heißt:
An die zur Zeit gültige Regierung von Deutschland.: Rettet die Welt älteste Kultur- und Heilpflanze !.

Dieses Thema ist mir wirklich wichtig und ich versuche, 100 Unterschriften zu sammeln. Dabei könnte ich eure Hilfe gebrauchen.


Klickt hier, um mehr darüber zu erfahren und die Petition zu unterzeichnen:
https://secure.avaaz.org/de/petition/An_die_zur_Zeit_gueltige_Regierung_...

Kampagnen wie diese fangen immer klein an, aber sie wachsen, wenn Menschen wie wir mitmachen -- bitte nehmt euch gleich einen Moment Zeit und helft mit, indem ihr die Petition unterzeichnet und weiterverbreitet.

Herzlichen Dank
Rootscafe[/quote]

Viel Glück und Erfolg dabei.

kopenhagen...ja da gibts christiania, aber das dänische parlament hat dem bürgermeistervorschlag nicht abgelehnt :( mehr infos dazu, georg? da sind übrigens motorrad clubs involviert...

Vielleicht bin ich ein Schwarzmaler, aber ich hab so eine Ahnung das es wie 1994 ausgehen wird.
Es Profitieren einfach zu viele vom Verbot.
- Die Pharmalobby : kann uns teure Ersatzprodukte verkaufen auf basis von THC.
- Die Gerichte: Jede kleinsmenge wird strafrechtlich verfolgt. Von einem Freispruch bei Cannabisbesitz habe ich noch nie gehört. (was alleine ich an strafen gezahlt habe, würden die bei einer Cannabissteuer im leben nicht reinholen)
- Die Polizei : Dieses Glitzen in den Augen der Polizisten wenn sie einen Kiffer wie einen Schwerstkriminellen behandeln. Praktisch, das sich die Kiffer - anderst als besoffene - nicht wehren.
Und bei 5 gefi....n Kiffern, blüht eine Beförderung.
Die Kirche ist auch noch zu erwähnen und allgemein Leute, die lieber Trinken als Rauchen.
Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren

Also ich finde ja , dass dies eigentlich nicht schlecht ist und evtl. ist dies der erste Schritt zur Legalisierung sein könnte. Die Kriminalitätsrate wird schätze ich etwas sinken, oder es kommt zur Strukturänderung, d.h. der ,,Schwarzmarkt'' stellt sich einfach um und ,,vertickt'' andere Mittel, aber ich persönlich kann nur sagen, dass ich FÜR diese Idee bin. Es müsste nur geregelt werden, wie der Konsum so ausgeübt werden kann, ohne, dass Konsumenten sich zu stark schädigen lassen.. ich meine ein zu grosser Konsum ist nicht das beste.. aber es variiert auch nunmal. Ich würde am liebsten da ein System haben, das gut ist und den Konsum nicht negativ darstellt.

Zum ersten Mal fühle ich beim Thema Cannabislegalisierung/ Liberalisierung in Deutschland Optimismus. Nur noch dieses nervige BfArM, dass sich gerne als unabhängig und neutral bezeichnet, aber laut ehemaligen Mitarbeiter festgefressen ist von Pharmalobbyisten und dazu auf Politiker (Gesundheitsminister) hört.
Nur noch dieses ärgerliche und nervige Institut mit ihren sogenannten Ärzten und Professoren, die nur Bevormundung kennen.

Ich hasse den BfArM. Am besten man zieht mit Demonstranten am Tag der Behandlung des Antrags vor dem BfArM und übt Druck aus. Laut und viele müssen dann da sein. Damit die verehrten Doktoren und Professoren im BfArM es hören und sehen können.

Ich finde es ja äußerst seltsam das dort Weihnachten verboten wird, aber ein Coffeeshop aufmacht. Bisschen dumm die Politiker. Wo kommen wir denn hin wenn wir uns für Drogen einsetzen, aber ein christliches Fest was vielen Kindern Freude macht wird abgeschafft? Gehts noch?

[quote name="Daniel"]Ich finde es ja äußerst seltsam das dort Weihnachten verboten wird, aber ein Coffeeshop aufmacht. Bisschen dumm die Politiker. Wo kommen wir denn hin wenn wir uns für Drogen einsetzen, aber ein christliches Fest was vielen Kindern Freude macht wird abgeschafft? Gehts noch?[/quote]
Nicht so viel PI-News lesen.

[quote name="hans"]kopenhagen...ja da gibts christiania, aber das dänische parlament hat dem bürgermeistervorschlag nicht abgelehnt :( mehr infos dazu, georg? ..[/quote]
s.
[url]http://hanfverband.de/index.php/nachrichten/aktuelles/2033-sozialdemokra...
Das Stadt-Parlament in Kopenhagen steht hinter dem Vorschlag, aber nicht die Bundesebene. Ich gehe davon aus, dass das immer noch der aktuelle Stand ist. Wenn du da andere/neuere Infos hast, immer her damit, incl. Quelle..

[quote name="Daniel"]Ich finde es ja äußerst seltsam das dort Weihnachten verboten wird, aber ein Coffeeshop aufmacht. Bisschen dumm die Politiker. Wo kommen wir denn hin wenn wir uns für Drogen einsetzen, aber ein christliches Fest was vielen Kindern Freude macht wird abgeschafft? Gehts noch?[/quote]
schenk uns ein bisschen naechstenlieb zu weihnachten, setz dich fuer eine entkriminalisierung von cannabis ein!

@ #2endlich-Gèrald:Ich gebe Dir grundsätzlich Recht. Nur vergisst Du eine Sache: Glaubst Du allen Ernstes dass sich die von Dir aufgezählten Gruppen die Wurst vom Brot nehmen lassen ? Diese Leute mit ihren Milliardenumsätzen sind doch die , die uns wirklich regieren und letztendlich
dafür sorgen werden dass dieser Beschluss abgelehnt wird. Ausserdem hast Du bei deiner Aufzählung noch viel stärkere Lobbyisten vergessen, die seit jahrzehnten in den Bundes"regierungen" ein und aus gingen um ihre Interessen durchzusetzen:Pharmaindustrie, Alkoholindustrie, Rüstungsindustrie, Banken (oder was glaubst Du wo die bisherigen Drogenmilliarden gewaschen wurden?). Dann gibt es noch andere Gruppen , die existentielles Interesse an der Prohibition haben. Denk doch mal an all die arbeitslosen Drogenfahnder, Drogentherapeuten, Rechtsanwälte, Gefängniswärter...
Eine Cannabislegalisierung wird es hier nicht geben. Eher wird Weihnachten inclusive Glühwein , und der "Underberg"nach dem Festtagsbeaten abgeschafft. Prost.

[quote name="Ron"] Denk doch mal an all die arbeitslosen Drogenfahnder, Drogentherapeuten, Rechtsanwälte, Gefängniswärter...
Eine Cannabislegalisierung wird es hier nicht geben. Eher wird Weihnachten inclusive Glühwein , und der "Underberg"nach dem Festtagsbeaten abgeschafft. Prost.[/quote]
Na ja, nur Hanf legalisiert würde, wären diese Berufsgruppen NICHT Arbeitslos. Die Fahnder fahnden nach den restliche Drogen, Meth, zum Beispiel zerstört leben, Heroin und Cocain auch. Deswegen braucht man auch Therapeuten, den dorthin gehen kaum Cannabis Konsumenten, Anwälte, Richter, Polizei, Gefängniswärter dürfen sich gerne um echte Kriminelle kümmern, zum Beispiel Mörder, Betrüger, Räuber, Todschläger etc.
Schade das du kein Vertrauen in deine Mitmenschen hast. In den 80er Jahren hätte ich niemals daran geglaubt mal in einem legalen Hanffeld zu stehen, und sei es nur eines aus Industrie Hanf ohne THC. Und doch gibt es diese mittlerweile. Der stehet Tropfen hölt den Stein, oder frei nach Bob Marley, Positive Vibrations.

Das rauchen in öffentlichen Gebäuden ist doch schon verboten. Wer mit Drogen handelt macht sich nach dem GG strafbar. Defacto ist ein Coffeshopmodell a la Holland in Dunkeldeutschland gar nicht machbar. Wenn doch spende ich freiwillig 1Million Euro an den DHV...

[quote name="der Kurze"]... Wer mit Drogen handelt macht sich nach dem GG strafbar. Defacto ist ein Coffeshopmodell a la Holland in Dunkeldeutschland gar nicht machbar. Wenn doch spende ich freiwillig 1Million Euro an den DHV...[/quote]
Das ist nicht richtig. Ein Modellprojekt wie in Berlin geplant ist rechtlich möglich. Ob es politisch durchsetzbar ist, ist eine andere Frage.
Und es stimmt auch nicht, dass Drogenhandel nach dem Grundgesetz strafbar ist. Dafür ist allein das Betäubungsmittelgesetz verantwortlich.

warum wird eigentlich die SCHLIMMSTE DROGE der Menschheit - der Alkohol - nicht verboten? Reichen mehr als 6.000 Tote im Jahr nicht? reicht es nicht, dass diese schlimme Droge unsere Jugend zerstört? oder wird sie weiterhin geduldet weil der Staat daran verdient und die meisten Politker, Richter und Polizisten,Alkohol- (also Drogen-)Konsumenten sind???

[quote name="R. Hood"]warum wird eigentlich die SCHLIMMSTE DROGE der Menschheit - der Alkohol - nicht verboten? Reichen mehr als 6.000 Tote im Jahr nicht? reicht es nicht, dass diese schlimme Droge unsere Jugend zerstört? oder wird sie weiterhin geduldet weil der Staat daran verdient und die meisten Politker, Richter und Polizisten,Alkohol- (also Drogen-)Konsumenten sind???[/quote]
sorry es sind 74.000 Alkoholtote pro Jahr und nur in Deutschland!! habe stark untertrieben!! Super die Idee mit dem Coffeshop! Ist überfällig und die Legalisierung eines harmlosen Krauts wie Cannabis sowieso!!!

Coffeeshop in Berlin Kreuzberg - Neueröffnung morgen oder in Westberlin nichts neues!
Es ist ein erster Schritt. Ein Schritt in Richtung offener Umgang mit dem Thema Hanf, dass sonst alle meiden. Ein Thema, was schnell den Ruf eines Politikers ruinieren kann ist das. Dann hat man seinen Ruf weg, wenn man sich da zu sehr aus dem Fenster lehnt.
Was ich aber im Moment so alles über diese Entscheidung lese, klingt gerade so, als ob die Kreuzberger CDU nun nur noch ja zu sagen hätte und man lediglich noch einen Lieferanten für die grüne Ware finden müsse, bis da im Görli ein Coffeeshop aufmachen könnte. Nun mal immer langsam mit den jungen Pferden meine Lieben. Fakt ist, dass ohne Rezept keine Abgabe erfolgt. Daher denke ich, dass sich die Politik lieber damit auseinandersetzen sollte, ob für all die Menschen, die im Moment das BTM Cannabis im Görlitzer Park nachfragen, überhaupt in absehbarer Zeit die Chance bestehen wird, rechtmäßig ein Rezept zu bekommen. Was nützt denn ein Coffeeshop, aus dem gerade mal eine Hand voll Berliner Bürger, mehr haben ja im Moment gar kein Rezept, legal Cannabis beziehen können? Alle nicht-Rezept-Besitzer werden weiterhin den Schwarzmarkt frequentieren müssen. Das heißt für die Anwohner am Görli kann sich nichts ändern. Da wird munter weiter gedealt. Das ist eine Totgeburt meine lieben Hanffreunde. Im Görli holt man sich seit eh und je rezeptfrei schwarz sein Grün. Die Berliner Polizei ist dagegen seit eh und je machtlos. Nur sporadisch wird versucht mittels Parkrazzien dem subversiven Treiben Einhalt zu gebieten. Ich denke, dass alle, die jetzt Luftsprünge vor Freude über die halb geschaffte Legalisierung machen, sich umsonst freuen. Das ist völlige Übertreibung. Sie werden weiter da kaufen, wo sie die beste Ware bekommen, was nebenbei bemerkt gleichsam eine natürliche Auslese der Drogenstrecker bewirkt. Wenn ich heute im Gemüseladen schlechte Äpfel bekomme, dann kaufe ich morgen anderswo oder reklamiere. Das ist den Dealern auch bewusst. Die sind, wie jeder ehrliche Geschäftsmann auch, auf ihre Stammkunden angewiesen und bemüht diesen Kundenkreis auszubauen und Gewinn zu maximieren und daher bemüht und auch erfolgreich dabei, ihre Standards zu verbessern; ist der THC Gehalt vieler Sorten doch erheblich gestiegen in den letzten Jahren. Gerade dadurch bekam "Gras" ja immer mehr den Charakter eines Betäubungsmittels, den es meiner Meinung nach heute zu recht trägt. Solange man das BTM-Gesetz nicht ändert, sehe ich keine Chance für eine Legalisierung - auch nicht in kleinem Stil. Warum sollte denn in Berlin Kreuzberg Cannabis vom BTMG ausgenommen sein und sonst überall in Deutschland illegal? Doch bitte nicht, wegen den paar Anwohnern am Park, oder? Dann könnte man auch gleich überall dort, wo mehr Menschen bei rot über die Ampel gehen, wenn nichts kommt, das Bei-Rot-Gehen gestatten. Wenn einer überfahren wird, was dann? Was passiert denn, wenn der erste "Süchtige" an Lungenkrebs erkrankt und Vater Staat verklagt, der ihm seine Rauchware abgegeben hat? Dazu wird es nicht kommen. Ich hoffe, das "leuchtet" ein. Den Coffeeshop gibt es außerdem schon längst in diesem Park. Die Dealer halten ihn am Laufen - und er läuft prächtig. Sie machen sogar Schichtarbeit. Zu jeder Zeit kann jederman dort einkaufen gehen. Das nutzen die User, weil es funktioniert. .
Hinter den Bürgervertretern, die sich nun für einen Coffeeshop einsetzen, stehen gerade ein paar tausend Bürger - siehe Besucherzahlen der Hanfparade. Sie haben keine Lobby. Die Hanfindustrie / Hanflobby existiert doch offiziell auch gar nicht. Es gibt keine legalen lukrativen Managerposten in dem Business, in die man nach getaner Dienstzeit als Politker reinrutschen könnte. Da sich nicht kontrollieren lässt, welche Werte an Gartenutensilien jährlich zum Hanfanbau benutzt werden, lässt sich dieser Industrie auch kein Geldwert zuordnen. Die Großen der Hanfbranche sind verständlicherweise auch nicht bestrebt, sich mit ihren Umsatzzahlen zu brüsten. Die in diesem Graubereich legal wirkenden Menschen (Die Hanfkundigen Gartencenterleiter, Ein- und Verkäufer, die heimlichen Kundenberater etc.) werden doch maximal als Dorn im Fruchtfleisch der seriösen Gartenbaubranche aufgefasst und von der Politik, wenn überhaupt begriffen, dann allerhöchst schmallippig belächelt.
Wenn man den Shop gestatten würde, dann könnte man auch gleich für alle den Anbau gestatten.
Wer daran glaubt, das Marihuana bald rezeptfrei in Kreuzberg abgegeben wird, der glaubt bestimmt auch noch an den Weihnachtsmann. In diesem Sinne. Frohe Weihnachten euch allen!!!

Warum wurde eigtl. schon so lange keine Petition auf der Petitionsseite des Bundestags eingerecht?
Die letzte war ja 2010 gescheitert.
Ich denke aktuell könnte es klappen mit einer Petition.

Ich scheue mich nur davor so etwas zu machen, da der Name immer daneben steht und ich habe keine Lust wegen so etwas stress mit Arbeitgeber / Verwandtschaft / Polizei zu bekommen...

[quote name="Venice"]Warum wurde eigtl. schon so lange keine Petition auf der Petitionsseite des Bundestags eingerecht?
Die letzte war ja 2010 gescheitert.
Ich denke aktuell könnte es klappen mit einer Petition...[/quote]
Meine Petition von 2010 ist (noch) nicht gescheitert, sondern immer noch nicht abschließend beraten worden. Das muss jetzt der neue Bundestag abschließen.

201 haben nur die Pedition unterschrieben ist nicht viel!oder?meine Stimme habe ich schon gegeben aber es wird nichts helfen
meine Meinung ist das die Dealer die Politik schmieren und das im großen Stil
wenn man nachrechnet bekommt der Staat auch eine menge Geld an Strafen ich weiss nicht wieviel der Staat im Jahr einnimmt
was mich ärgert ist das die Bürgermeisterin von Seiten ihrer Partei nicht mehr Unterstützung bekommt genauso die Linken ich denke das es schnell vergessen wird und das wars dann

das I tüpfelchen ist das von Bayerns Seite das Bier in die UNESCO aufgenommen werden soll
eine Ohrfeige an allen Toden im Strassenverkehr und die wegen Bier oder Schnaps sich zu Tode saufen
wenn das passiert dann gute Nacht

[quote name="werner"]201 haben nur die Pedition unterschrieben ist nicht viel!oder?[/quote]
Ich weiß nicht, welche Petition du meinst. Die, die hier vorher in den Kommentaren angesprochen wurde und die ich 2010 eingereicht hatte, wurde von insgesamt über 31.000 Menschen unterschrieben.

Endlich ein Lichtblick
Diese verfluchte brixerei und streckerei tötet uns alle
Hört auf zu strecken!!!!!!!!!!
Legalisierung ist der richtige weg mit strengen Kontrollen der Waren
Der Staat lässt sich unmenschlich viel Steuergeld durch die lappen gehen
Lieber besteuern sie das Benzin und grundnahrungs mittel

Huhu,
habe eben beim E-Mails checken gesehen, dass es bei web.de nun auch einen Artikel bezüglich des Projekts gibt. Bis auf die, wie gewohnt etwas inkompetent wirkende, Meinung eines CDU-Mitglieds ein netter Artikel. :P
Auch mal wieder mit einer kleinen Abstimmung wie die Leser über eine Legalisierung denken.

[url]http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/18497580-cannabis-legalisier...

Neuen Kommentar schreiben