Anhörung zu Cannabis als Medizin am 9. Mai

  • Veröffentlicht am: 3. Mai 2012 - 14:18
  • Von: Georg Wurth

Nach der Anhörung zu den Cannabis-Anbau-Clubs findet nächste Woche wieder eine Anhörung im Bundestag mit DHV-Beteiligung statt. Besucher sind wieder willkommen. Nähere Infos zum Antrag der Grünen und zur Stellungnahme des DHV hier.

Weitere Artikel zur Anhörung un dem Thema:

Auf der Seite des Bundestages wird über die Anhörung informiert:

Ausschuss für Gesundheit - 9. Mai 2012: Zugang zu medizinischem Cannabis

Am Mittwoch, dem 9. Mai 2012, findet in der Zeit von 13.00 bis 15.00 Uhr eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Gesundheit zu dem

Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Birgitt Bender, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Zugang zu medizinischem Cannabis für alle betroffenen Patientinnen und Patienten ermöglichen
(BT-Drs. 17/6127)

im Anhörungssaal 3 101, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MELH), Eingang: Adele-Schreiber-Krieger-Str. 1, 10557 Berlin, statt.

Zuhörer werden gebeten, sich im Sekretariat des Ausschusses für Gesundheit mit vollständigem Namen, Geburtsdatum und dem polizeilich gemeldeten Wohnort vorzugsweise per E-Mail ( gesundheitsausschuss@bundestag.de) anzumelden.
Eine Bestätigung der Anmeldung wird nicht gegeben.

Im Antrag der Grünen wird im Wesentlichen gefordert,

  • dass Strafverfahren gegen Cannabispatienten regelmäßig eingestellt und das Cannabis nicht beschlagnahmt werden soll, wenn sie Cannabis aufgrund einer ärztlichen Empfehlung verwenden und
  • dass die Krankenkassen die Kosten für Cannabis-Medikamente übernehmen sollen.

    Die Liste der Sachverständigen ist hier zu finden.

    Die Stellungnahme des DHV ist hier zu finden.

    Weitere Stellungnahmen werden hier veröffentlicht. Bisher ist nur die Stellungnahme der Patientenvereinigung Selbsthilfenetzwerk Cannabis als Medizin (SCM) online, weitere dürften aber sehr bald folgen.

    Die vierseitige Stellungnahme des DHV führt zu folgender Zusammenfassung:

    • Zustimmung zum Grünen Antrag, die Strafverfolgung von Cannabis-Patienten zu beenden und die Krankenkassen zu verpflichten, die Kosten für Cannabis-Arzneimittel zu übernehmen.
    • Die Zahl der Krankheiten, bei denen eine Cannabistherapie in Frage kommt, ist größer als bisher anerkannt.
    • Die bürokratischen Hürden zur Erlangung von Cannabis als Medizin sind viel zu hoch, entsprechend ist die Zahl der bisher versorgten Patienten viel zu gering, so dass die übergroße Mehrheit der Betroffenen entweder unnötig leidet oder sich auf dem Schwarzmarkt eindecken muss.
    • Blüten sind in den meisten Fällen im Vergleich zu Dronabinol/THC die sinnvollere Option - wegen der Sortenvielfalt und weil es die kostengünstigste Variante ist.
    • Der Eigenanbau durch Patienten oder Beauftragte wäre wenig riskant und sinnvoll.
    • Da Cannabis nicht patentierbar ist, findet viel zu wenig Forschung durch die Pharmaindustrie statt. Das Potential von Cannabis als Medizin sollte zügig und umfangreich öffentlich finanziert erforscht werden.
    • Patienten haben Schwierigkeiten bei der Suche nach Ärzten, die eine Cannabistherapie begleiten. Ärzte sollten flächendeckend über die Einsatzmöglichkeiten von Cannabis als Medizin und die bürokratischen Erfordernisse zur Erlangung eines Rezeptes bzw. einer Ausnahmegenehmigung informiert werden.

    Außerdem hier meine Schlussbemerkung in der Stellungnahme:

    Der Deutsche Hanf Verband setzt sich bekanntlich für eine vollständige Legalisierung von Cannabis auch als Genussmittel ein. Ich sehe es aber nicht als sinnvoll an, diese beiden Themen zu vermischen. Das wäre nicht im Sinne der zum Teil schwer kranken Patienten. Deshalb sollten hier zunächst die Fälle ausgeklammert werden, bei denen sich zusätzlich zum Konsum von Cannabis als Genussmittel nebenbei auch diverse positive medizinische Wirkungen in Bezug auf weniger gravierende Beschwerden einstellen.
    Viele Betroffene brauchen dringend Hilfe und schnell einen vernünftigen Zugang zu medizinischem Cannabis.
    Der Deutsche Hanf Verband wird die Diskussion über die allgemeine Legalisierung von Cannabis an anderer Stelle führen. Die Politik sollte ihre Angst vor der „Droge Cannabis“ ebenfalls hier außen vorlassen und schnell für Verbesserungen im Bereich Cannabis als Medizin sorgen.

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