WDR sucht verfolgte Konsumenten in NRW

  • Veröffentlicht am: 16. Januar 2014 - 15:05
  • Von: Georg Wurth

Ein Redakteur der WDR-Sendung "markt" sucht gelegentliche Konsumenten in NRW, die deswegen erhebliche Probleme mit Strafverfolgung, Führerschein, Job etc bekommen haben. 
Das Interview kann  bei Bedarf anonymisiert werden. Es wäre natürlich vorteilhaft, wenn sich möglichst normal/seriös aussehende Leute melden würden.
Hier der Text der Anfrage:

Im Auftrag der WDR-Redaktion markt realisiere ich einen Fernsehmagazinbeitrag, in dem es um die Initiative von Strafrechtsprofessoren geht, Cannabis zu legalisieren.

In diesem Zusammenhang suchen wir einen Mann oder eine Frau, der oder die bereit ist, uns offen, notfalls auch anonymisiert vor der Kamera eigene Erfahrungen mit polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Massnahmen wegen des Konsums, bzw. Besitzes von Cannabis zu schildern. Die Erfahrungen sollten möglichst härter gewesen sein als nur die Beschlagnahme einiger Gramm Cannabis, so z.B. Führerscheinverlust, durch Polizeiaktionen verursachte Folgen in Nachbarschaft oder Beruf.

Dabei suchen wir Jemanden aus Nordrhein-Westfalen (unserem Sendegebiet), der im Idealfall einem ganz normalem Beruf nachgeht, der hier und da gerne mal kifft und wegen Cannabis durch den Staat kriminalisiert wurde.

Wir möchten gern zeigen, welche schlimmen Auswirkungen es für das Privat- und ev. auch für das Berufsleben haben kann, wenn der Staat gegen Jemanden wegen Cannabis vorgeht.

Da der Beitrag bald gesendet werden soll wäre es prima, wenn Sie den Kontakt möglichst bald herstellen könnten.

Interessenten möchten sich bitte rasch bei mir melden:

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(Geändert am 20.01.14 von Georg Wurth)
Die Kontaktdaten wurden entfernt, es werden keine weiteren Meldungen gebraucht, es haben sich einige interessante Kandidaten gemeldet. Leider gibt es Verzögerungen bei dem Projekt, es ist unklar, ob und wann der Beitrag ausgestrahlt wird.

(nochmal geändert am 25.03.14 von Georg Wurth)
Jetzt ist die Anfrage wieder aktuell, Herr Schultze macht einen neuen Anlauf.
Der Beitrag soll jetzt nicht mehr für den WDR gedreht werden, so dass nicht mehr nur Leute aus NRW gesucht werden!
Einen gut geeigneten Kandidaten hat er schon und hat mich jetzt gebeten, den Aufruf erneut zu verbreiten mit folgendem Text als Zusatz:

"Im Auftrag der ARD suche ich Cannabis-Kosumenten, die berufstätig sind und ein ganz normales Leben führen. Ich suche dabei Menschen, die wegen Ihres Cannabis-Konsums in letzter Zeit strafrechtlich verfolgt worden sind und an deren Beispiel ich im ARD-Fernsehen zeigen kann, welche schlimmen Folgen die Kriminalisierung von Cannabis für ganz normale Bürger haben kann. (Z.B. Verlust des Führerscheins, Verlust des Arbeitsplatzes, Existenz gefährdende Kosten durch Bußgelder, Psychologische Tests etc.)

Ich suche ganz bewusst  keine Rasta-Locken-Träger, keine Head-Shop-Betreiber, keine Leute, die von morgens bis abends Dope rauchen, die für Otto-Normalverbraucher als typischer Kiffbruder durchgehen und auch keine, die mit sehr hohem THC-Gehalt im Blut andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Denn jeder 20ste Bundesbürger hat mit Cannabis Erfahrung. Cannabis ist eine Alltagsdroge, harmloser als Alkohol. Und trotzdem müssen die Konsumenten eine harte Verfolgung durch den Staat fürchten. Ganz im Gegensatz zu den zig Millionen, die Alkohol trinken.
Wenn Sie mir weiter helfen möchten und auch bereit sind, vor der Kamera Ihre Probleme darzustellen, schicken Sie mir doch bitte eine mail mit Ihren Kontaktdaten an: h-c.schultze@t-online.de "

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Vielen Dank im Voraus und mit vielen Grüßen aus Köln

H - C Schultze

Kommentare

Hallo,ich bin Marco und befinde mich gerade in der Phase der Antragstellung bei der BfArM um die Erlaubnis zu bekommen Cannabisblüten aus der Apotheke zu bekommen.Ich bekomme ab Februar Dronabinol verschrieben,welches ich mir nur schwer leisten kann.Ich hatte mir im letzten Jahr meine Medizin selbst angebaut,weil sie mir schon seit Jahren hilft und ich mit den Nebenwirkungen herkömmlicher Medizin nicht klar komme oder sie wirkt nicht.Irgendwann kam dann auch die Polizei zu mir,weil mich ein (netter)Nachbar angeschwärzt hat.Nun stehe ich in einem Verfahren,das der Staat gegen einen Cannabispatienten(ohne Erlaubnis aber mit befürwortung des behandelnden Arztes)vor einem Verfahren,welches unnötig Geld ,Kraft noch Nerven kostet.Es waren übrigens nur 15 Pflanzen,ende 3. Blütewoche.Viele GrüsseMarco PerschbacherP.S.Bin bereit ,die Geschichte öffentlich zu machen.Ich stamme aus Detmold,wohne aber in Bad Marienberg(Rheinland-Pfalz)

Wann wird das denn ausgestrahlt.Würde ich mir gerne anschauen...

"Dabei suchen wir Jemanden ... der ... einem ganz normalem Beruf nachgeht, der hier und da gerne mal kifft und wegen Cannabis durch den Staat kriminalisiert wurde." Solche Menschen gibt es doch gar nicht. ;-) Ich bin begeistert - ich weiß nicht ob solch eine Suchanfrage schon einigen Jahren so ausgegangen wäre.

HalloIch interessiere mich sehr für den Beitrag. Um meine Geschichte zu erzählen! Bin seit 14 jahren ununterbrochen Berufstätig lebe seit 7 Jahren in einer festen Beziehung und habe eine 2 Jahre alte Tochter. Habe fast 12 Jahre gekifft,und wurde im letzten jahr mit einer Hausdurchsuchung bei mir zuhause Überrascht. Wo man unter anderem eine kleine Cannabisplantage bei mir im Keller entdeckte,die für den Eigenkonsum gedacht waren. Jetzt bin ich 3 Jahre auf Bewährung und muss in einem Jahr 4 Haarproben alle 3 Monate abgeben, um zu beweisen das ich clean bin!Ich würde gerne noch mehr bei dem Beitrag über mein Leben mit Cannabis erzählen, Lehre gemacht,immer arbeiten gewesen ,Haus selbst saniert und renoviert,Kind und Frau usw!Über eine positive Antwort würde ich mich freuen.Sascha Gerstenköper aus dem Soester Kreis

SUPER IDEE vom WDR,Danke für das tolle Interesse! :roll:

Eins muss man dem WDR lassen, die berichten wenigstens. In meinem Kreis darf man wegen 3ng inaktiver Abbauprodukte zum einamligen Screening hin. Ohne Bussgeld oder sonstiges, wie ein Verbrecher wegen so einer Menge direkt in Sippenhaft obwohl, bis zu 16ng aktives THCdurch passive Aufnahme möglich sein können.Aber wer es passiv konsumiert, also bei Freunden ist, die kiffen, der ist ja selber schuld. Melde mich nicht, da ich nicht kiffe.Und selber krank bin durch einen gewissen Adolf S. aus Duisburg.Viel Erfolg bei der Doku.

Mir geht es genau so, kein lappen mehr, betrieb hat davon mitbekommen. Ich mit meinem azubigehalt soll ne mpu und alle screens zahlen ? Und p.s. mein betrieb is 35 km entfernt. Mit fahrrad und bahn gelang ich frierend in der arbeit an.. bin aber in bw und nicht nrw

Die Kontaktdaten des Journalisten wurden entfernt, es werden keine weiteren Meldungen gebraucht, es haben sich einige interessante Kandidaten gemeldet. Leider gibt es Verzögerungen bei dem Projekt, es ist unklar, ob und wann der Beitrag ausgestrahlt wird.

[quote name="Georg Wurth"]es ist unklar, ob und wann der Beitrag ausgestrahlt wird.[/quote]Schade. Aber das kennnen wir ja schon.

Falls nötig würde ich mich auch freiwillig und offen äußern. Habe meinen Führerschein wegen cannabis konsum verloren, habe sogar extra 1 woche gewartet bevor ich mein auto wieder angepackt habe wurde angehalten und thc positiv, jetzt kann ich damit rechnen das ich meinen ausbildungsplatz verliere, da ich Kundendienst Monteur bin.Mein chef ist auf meinen Führerschein angewiesen,Und wenn ich meinen beruf jetzt verliere waren meine 2 Jahre Ausbildung auf gut deutsch gesagt fürn arsch.Aber falls ich meine Ausbildung nicht verliere, wie soll ich mit einem Ausbildungs Gehalt eine mpu zahlen (ca.420 euro).Legalisierung bitte komm durch!!!!Mit freundlichen grüßen Dave S.Aus der netten Stadt kerpen

Hallo,tolle Aktion, vorallem weil hier nicht nach dem typischen Klischee-Kiffer gefragt wird.Leider ist mein Erlebnis schon über 20 Jahre her, sonst würde ich gerne dazu beitragen.War 1990-91 bei der Bundeswehr (Grundwehrdienst). Da ich bei der Musterung angab, Cannabis zu konsumieren durfte ich dort keinen LKW-Führerschein machen obwohl dafür vorgesehen war.Als ich das dem Stabsarzt in meiner Stammeinheit sagte, schickte der mich für 2 Wochen in ein BW-Krankenhaus. Die Psychologen& Ärzte dort konnten da nichts mit mir anfangen (O-Ton "Wenn Sie kiffen wollen, dann kiffen sie, wenn nicht dann nicht, wir sehen keinen Grund, warum sie überhaupt hier sind. Aber bitte bleiben sie noch ein Weilchen, wir haben bemerkt das sie einen positiven Einfluss auf die anderen Patienten haben.")Zurück bei meiner Stammeinheit fragte mich der Spieß, weswegen ich im KH war. Da ich dachte, wahrheitsgemäß Stellung nehmen zu können ohne Repressalien befürchten zu müssen da ich weder beim Konsum noch das bei mir was gefunden wurde, berichtete ich. Kaum ausgesprochen wurde ich von der Bundeswehr angezeigt. Mit folgen:- Stubenarrest für 2 Wochen- kein Dienst mehr mit einer Waffe,- immer Innendienst,- Mobbing durch den Spieß u. andere Vorgesetzte.Und natürlich die Verhandlung vom Gericht. Wobei der Richter nur den Kopf schüttelte, mich bat, das Zeug nie wieder anzufassen. Verfahren wurde eingestellt. Bis zum ende meines Wehrdienstes wurden dann auch noch mehrfach Razzien in der gesamten Kaserne durchgeführt. Ich war wohl nicht der einzige, der sich gerne mal einen rauchte. Etliche Gramm wurden beschlagnahmt, mehreren Soldaten ( aller Dienstgrade) angezeigt, suspendiert etc. .Ist vielleicht auch mal ein Thema:Kiffen/Drogen bei der Bundeswehr.

Ich finde das schön ds solche Beiträge noch gemacht werden. Bei mir wurde eingebrochen, es wurden Fernseher, Laptops, etc mitgenommen. Als dann die Polizei bei uns ankam haben die erstmal alle Räume durchsucht, dabei dann etwas Zeug gefunden und haben angefangen die Bude auf den Kopf zu stellen. Jetzt habe ich die Vorladung noch vor irgendwelchen Nachrichten über den Einbruch bekommen, wobei ich schon gemerkt habe, das sich die Polizei da sowieso schon einen Dreck drum gekümmert hat. Ich mach das seit 4 Jahren, mache eine Ausbildung im Sozialen Bereich und bin nie irgendwie strafrechtlich aufgefallen. Dennoch bin ich der kriminelle, tolles Deutschland!

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