DHV schickt Rauschzeichen an Polizeipräsidenten

  • Veröffentlicht am: 2. Oktober 2009 - 16:12
  • Von: deradmin

International wird das Cannabisverbot auch bei der Polizei immer deutlicher kritisiert. Um die Diskussion auch bei der deutschen Polizei anzuregen, schickte der Deutsche Hanf Verband das Buch Rauschzeichen an alle deutschen Polizeipräsidenten und das BKA.

In einem Brief, der den Büchern beigelegt wurde, erläutert der DHV den Polizeipräsidenten, wie weit die Debatte international fortgeschritten ist.

Nicht nur das Cannabisverbot, sondern sogar die Drogenprohibition ganz allgemein wird von immer mehr Polizisten in Frage gestellt. Und nicht nur von Polizisten, auch andere Berufsgruppen, die sich mit der Kifferverfolgung beschäftigen müssen, sind zunehmend skeptisch. Richter, Staatsanwälte und Gefängnisdirektoren beteiligen sich ebenfalls öffentlich an der Diskussion. Hier einige Beispiele:

Richard Brunstrom, Chef der Polizei von Nord-Wales, forderte vor zwei Jahren z.B. eine Freigabe aller Drogen. In einem Bericht unter dem Titel "Drugs Policy - A radical look ahead?" kritisierte er die neue Drogenstrategie der Regierung mit den Worten:

Wenn Großbritannien wirklich eine radikal auf Fakten basierende Strategie möchte, dann muss die gegenwärtige 'Krieg gegen Drogen'-Politik aufgegeben werden, muss das Drogenmissbrauchsgesetz von 1971 durch ein neues Substanzmissbrauchsgesetz ersetzt werden, welches auf die Legalisierung sowie vorsichtige und gleichbleibende Regulierung aller missbrauchten Substanzen aufbaut. Dieses neue Gesetz muss als Kern die Philosophie der objektiv festgestellten Schädlichkeitsbewertung und der Schadensminimierung haben.

Lord David Ramsbotham, bis 2001 "Her Majesty's Chief Inspector of Prisons", unterstützte die Forderungen Brunstroms. Er sagte der Zeitung Independent:

Die derzeitige Politik ist in jeder Hinsicht gescheitert. Sehen Sie sich die Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten an - sie ist ebenfalls gescheitert. Die Vorschläge des Polizeichefs müssen ernst genommen werden!

Dieses Jahr meldete sich ein weiterer Gefängnisdirektor aus Österreich zu Wort; Wolfgang Werdenich sagte dem“Standard“:

Klar lässt sich eine Gesellschaft mit mehr Polizei kontrollieren. Aber will ich das? Man könnte ja die Spardiskussion ernst nehmen und sich die Frage stellen, ob nicht bestimmte Varianten der Entkriminalisierung und Legalisierung von Drogen deutlich weniger kosten als der derzeitige Kontrollaufwand und noch dazu ein sinnvollerer Ansatz sind.

Aus Kalifornien meldete sich der Richter Jim Gray mit einer Video-Botschaft zu Wort, in der er erklärt, warum er das Verbot von Marihuana für schädlich hält und es lieber legalisieren will.

In den USA hat sich sogar eine große Organisation solcher Berufsgruppen gebildet, um die Drogenprohibition abzuschaffen: LEAP - Law Enforcement Against Prohibition. Viele Vertreter von LEAP kämpfen unermüdlich für die Legalisierung mit dem Motto: "Cops say legalize - ask us why".

Diese Beispiel und weitere Argumente finden sich im DHV-Brief an die deutschen Polizeipräsidenten, die sich bisher mit Äußerungen zu dem Thema zurückhalten, obwohl sie mit ihren Beamten die Suppe auslöffeln müssen, die ihnen verquere Gesetze eingebrockt haben.

Kommentare

Eine tolle und mutige Aktion! Bitte halte uns auf dem Laufenden, sollte eine Reaktion auf deinen Brief eintreffen.

Es freut mich, immer wieder zu sehen, das einige angagierte Menschen, so tolle Aktionen durchführen. Klasse! Sehr schöne Idee, bleib am Ball! Lg

Hervorragende Aktion, leider wird auch die ohne Folgen im positiven Sinne bleiben ...

Warum so pessimistisch? Das erfolge nicht von heute auf morgen zu erwarten sind ist klar. Ich finde es toll,dass solche menschen langsam erkennen wie sinnlos und destruktiv die kriminalisierung ist. Und die action ist super!

Hehre Aktion und ein weiterer Schritt in die bessere Richtung -> der Legalisierung zum Eigengebrauch und Entkriminalisierung der vielen Personen, die mit Cannabis in Berührung sind. Wir sind auf der richtigen Schiene. Zusammen sind wir stark! MfG

Klasse! Ich werde auch an unsere Amtsgerichte (LB, Marbach; Besigheim) und die Polizeidienststelle LB schreiben. In memoriam Sebastian

Super direkte Aktion. Hoffen wir mal, dass es was bringt und die das Lesen. Sonst kommt wieder so was raus, wie in der Zeitung der Gewerkschaft der Polizei "Hasch lässt Farben schmecken und Töne sehen" - Ausgabe 6/2009! Siehe mein Blog.

Wenn Ihr mich fragt ist das genauso ob in China ein Sack Reis umkippt, in Deutschland wird sich nie was ändern, dazu müßte man die ganze Gesellschaft gewaltmäßig umpolen, alles nur schönlaberei!!!!!!!!!

Wenn alle so denken....hast du recht,wird sich nie was ändern. Die gesamte befolkerung kann man nicht umpolen. Jeder hat verschiedene interessen. Ich finde es nur nicht schön,wenn legalisierungsbefürworter schon in voraus den kopf hängen lassen. Oder zählst du dich nicht mit?

WIE DOOF IST DER STaat bei einen jahrlicjhen verbrauch von 500 tonnen macht das mit einer steuer bei 69,4 % macht 1.126.623.376,62 = euro nur deutschland kunsum und preiss wäre 5.5

Deutschland steht vor der Rekordneuverschuldung, ich finde sie sollten es legalisieren

Hier das vorläufige Ergebnis der ganzen Sache: Polizeipräsident will Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten - DHV-Pressemitteilung vom 28.01.10 - http://hanfverband.de/aktuell/meldung_1264672668.html

Äußerungen des Münsteraner Polizeipräsidenten Hubert Wimber in einem Brief an den Deutschen Hanf Verband beleben die Diskussion um Drogenverbote. In einer Pressemitteilung hatte der DHV am 28.01.10 aus Wimbers Brief zitiert: Er meint, dass "angesich

Nun, wir Zeit, das Büchlein auch Richter und Staatsanwälte erreicht ;-)

Die Oberstaatsanwälte haben wir schon beschickt. Magst du vielleicht ein paar Bücher finanzieren? Willst du es deinem Lieblings-Staatsanwalt oder Richter zukommen lassen? :-) Dann überweise uns 8 Euro und gib uns die Adresse...

Hanf ist die Rohstoffe Nr.1, das Land stoßt gerade gegen einer beispielose Versorgungskrise (Metall, Holz, etc...) Hanf kann diese Manko abdecken ...

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