DHV organisiert erstes Treffen zu Cannabis als Medizin in Berlin

  • Veröffentlicht am: 16. Juli 2014 - 9:39
  • Von: Florian Rister
 

Am 01.Juli fand im DHV Büro das erste offiziell und öffentlich beworbene Treffen von Berliner Cannabispatienten statt. Auf die Einladung des Deutschen Hanfverbands erschienen knapp 20 Betroffene und Angehörige, die vor Ort über ihre Erfahrungen sprechen konnten. Nur wenige der betroffenen Patienten verfügten über eine Ausnahmegenehmigung des BfArM. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und Austauschen über die individuellen Erlebnisse und Krankheitsgeschichten ging es natürlich auch um die Suche nach Ärzten, die auf dem Weg zur Ausnahmegenehmigung unterstützen können.


Viele Betroffene schilderten schlimme Leidenswege sowie jahrelanges Unverständnis und Demütigungen von Ärzten und medizinischem Fachpersonal. Einem Anwesenden wurde gar von seinem Arzt mit der Polizei gedroht. Auch Angehörige eines Cannabispatienten äußerten sich und schilderten ihre Sichtweise auf das Problem, wenn nahen Angehörigen eine hilfreiche Medizin verweigert wird.

Trotz der beengten und nicht sehr gemütlichen Atmosphäre im DHV Büro zeigten sich alle Anwesenden zufrieden mit dem Treffen. Alleine schon die Möglichkeit in einem Raum ohne Vorurteile, sondern mit vollstem Verständnis der anderen sprechen zu können, war für viele offensichtlich eine große Erleichterung. Viele neue Kontakte konnten entstehen und manchem Anwesenden konnte bereits auf der Suche nach einem Arzt geholfen werden.

Maximilian Plenert, selbst Patient und Verantwortlicher beim DHV für das Thema Cannabis als Medizin: "Für mich war das Treffen ein voller Erfolg. Trotz der kurzfristigen Einladung zu einer suboptimalen Uhrzeit war das Büro voll. Dies zeigt wie groß das Interesse am Thema sowie der Wunsch nach Hilfe und Austausch ist. So bedrückend die Summe der Diagnosen und Leidenswege war, so erfreulich war es dass einigen direkt und konkret weitergeholfen werden konnte. Es freut mich ausserordentlichen einen Raum geboten zu haben indem endlich frei und offen gesprochen werden konnte."

Der Teilnahmer S. schrieb uns nach dem Treffen: "Hallo Max und Runde, ich fand das Treffen auch sehr aufschlussreich. Insgesamt freue ich mich, dass es so etwas hier in Berlin gibt und Du dich in diesem Bereich so engagierst. ..."

Teilnehmerin C. teilte uns mit: "Ich fand es sehr gut, auch gut besucht..allerdings eng vom Platz. Auch war mir alles sehr vertraut, da ich ja selbst beratend und stützend tätig bin. ..."

Auch erste Schritte zur Suche einer Sammelapotheke für gemeinsame Bestellungen wurden eingeleitet. Damit könnten die Preise für Apotheken Cannabis von Bedrocan noch deutlich sinken, da die Kosten bei der bestellenden Apotheke geringer wären.

Doch dies soll nur der Anfang sein. Mittelfristig soll eine Gruppe von Patienten entstehen, die sich gegenseitig auf dem Weg zur Ausnahmegenehmigung sowie in der Kommunikation mit dem BfArM unterstützen. Irgendwann könnte gar der erste kollektive Anbau von medizinischem Cannabis stattfinden, denn in einer Gruppe lassen sich die Sicherheitsbedingungen der BfArM eventuell leichter lösen, als alleine.

Deswegen planen wir jetzt schon das nächste Treffen für betroffene Cannabispatienten. Es wird am Mittwoch dem 13.08. stattfinden. Für die Räumlichkeiten sind wir noch auf der Suche nach einer Alternative zu unserem Büro, Details zu dem geplanten Treffen wird es sobald wie möglich auf unserer Website sowie über die Mailingliste geben. Interessierte können sich dafür eintragen unter https://lists.schokokeks.org/mailman/listinfo.cgi/medizin-berlin

[Update] Der Infoabend Cannabis als Medizin findet am 13.8.2014 im Knofel http://www.knoblauchrestaurant.de/restaurant.html#5 statt. Programm: 18 Uhr Vortrag Cannabis als Medizin mit Diskussion, danach ggf. Einzelgespräche & Beratung und 20 Uhr Planung Aktivitäten zum Thema Medizin in Berlin [/Update]

Neuen Kommentar schreiben