Videos von Repressionsfällen

Im Rahmen der Kampagne "Schluss mit Krimi. Cannabis normal." dokumentiert der DHV Fälle staatlicher Verfolgung von Cannabiskonsumenten und Hanffreunden. In Videos kommen Menschen zu Wort, die sich hinter der Statistik von über 100.000 Strafverfahren pro Jahr in Deutschland wegen kleiner Cannabisvergehen verbergen.

Den Anfang macht Toni Leon, der seinen Führerschein abgeben musste und dadurch seinen Job verlor, obwohl er nie bekifft gefahren ist.
Toni Leon erläutert in dem Video seinen Fall und die Folgen, die der Führerscheinentzug für ihn hat. Neben Kosten von über 4.000 Euro, die ihn erwarten, bis er seinen Führerschein irgendwann einmal zurückbekommt, ist er auch zum Spielball verschiedener Behörden geworden:


Im zweiten Fall erklärt Philipp, wie er wegen vier Hanfpflanzen auf der Fensterbank seinen Führerschein abgeben musste:



Im dritten Fall erklärt Peter Becker, der als Entwickler neuer Nahrungsmittel auf alte Nutzpflanzen setzt, wie gegen ihn wegen fünf praktisch THC-freier Nutzhanfpflanzen ein Strafverfahren eröffnet wurde. Wir sind gespannt, was Staatsanwälte und Richter mit dem Fall anfangen:



Im vierten Fall erklärt Axel Junker, warum er sich für Cannabis als Medizin einsetzt und wie es dazu kam, dass er für acht Hanfpflanzen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde.
Axel Junker wendet sich nicht zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen.
Er möchte Cannabis als Medizin für sich anbauen, da es ihm gegen seine Schmerzen und gegen die Entzündungsformen seiner Hepatitis C sehr gut hilft. Mit der öffentlichen Verbrennung seines Kunstwerkes "Torso" wollte Axel Junker auf die unsinnige Drogenpolitik - wie sie derzeit in Deutschland herrscht - aufmerksam machen. Denn es sollte möglich sein, Cannabis zur medizinischen Eigentherapie anzubauen oder zu besitzen.
Durch eine Selbstanzeige brachte er die Presse mit ins Spiel. Acht blühende Pflanzen wurden bei ihm - ohne richterlichen Hausdurchsuchungsbefehl - vor den Augen der Presse beschlagnahmt:


Die Organisationen, die Axel in dem Video nennt, sind hier zu finden:

Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente, IACM

Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin, SCM

Damalige DHV-Meldungen zu Axels Kunstaktion:

Kunstaktion und Selbstanzeige für Cannabis als Medizin
Meldung des DHV vom 27. 9. 2006

Eilmeldung: Prozess wegen Kunstaktion und Cannabis als Medizin
Meldung des DHV vom 15. 8. 2007


Im fünften Fall erklärt "Kai" aus Baden-Württemberg, der lieber anonym bleiben möchte, welche Folgen eine Hausdurchsuchung für ihn, sein Verhältnis zu seinen Eltern und sein weiteres Leben hatte.


Aufgrund der Aussage eines Bekannten, Kai sei Dealer, bekam dieser eine Hausdurchsuchung. Dabei wurde lediglich eine "undefinierbare Menge" Haschisch gefunden. Alleine aufgrund eigener Aussagen zum Konsum und der gerichtlichen Interpretation, welche Mengen er wohl dafür erworben haben hätte, wurde er zu 40 Stunden Jugendstrafe verurteilt. Obwohl dieses Urteil in Kais Jugend getroffen wurde, leidet er weiterhin an der damit verbundenen Stigmatisierung. Der militärische Abschirmdienst (MAD) verhinderte aufgrund seiner Jugendstrafe, dass sich Kai trotz hoher Motivation und guter Bewertungen seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr verpflichten durfte.


Floh Söllner wurde 2007 aufgrund eines anonymen Anrufers das Ziel einer Hausdurchsuchung. Er stand im Verdacht Cannabis anzubauen. Die Polizei durchsuchte und verwüstete dabei in seiner Abwesenheit die Wohnung, sie beschlagnahmte dabei dutzende Gegenstände. Die Liste ist 3 Seiten lang und reichte von einem grünes Feuerzeug bis zu einer kleinen Flasche Hanf-Speiseöl. Dieses völlig legale Speiseöl enthält ebenso wie Hanftee eine geringe Restmenge THC. In diesem Fall waren es 0,13 % THC. Für eine Rauschwirkung wären 10-15 l Öl nötig. Dank eines Anwalts und der eingeschalteten Öffentlichkeit wurde das Verfahren eingestellt - eine Einstellung ist aber kein Freispruch und so blieb Floh auf mehr als 1000 € Verfahrens- und Anwaltskosten sitzen.




Nico aus Bayern wurde Opfer einer Hausdurchsuchung. In dem Video schildert er, wie er diesen massiven Eingriff in seine Privatsphäre erlebt hat. Er fand ein Zimmer vor, dass von fremden Menschen bis in die letzte Ecke durchsucht wurde. Er lebt in dem Bewusstsein, dass Polizisten in einer fernen Amtsstube alle E-Mails, Bilder und andere persönliche Dokumente auf seinem Computer durchsuchten. In den Verhören wurden Drohungen gegen ihn ausgesprochen und seine Aussage als gut durchdachte Lügengeschichte dargestellt. In einer Verkehrskontrolle wurde er bis auf die Unterhose durchsucht - ohne dass zu diesem Zeitpunkt ein Urteil vorgelegen hätte. Das Verfahren gegen ihn wurde wegen Geringfügigkeit der Beweismittel eingestellt.



In diesem Video beschreibt Hannes K., welche Repression ein Cannabiskonsument erleben muss der unberauscht am Straßenverkehr teilnimmt.

Hannes K. wurde einen Tag nach dem Konsum eines Joints von der Polizei kontrolliert. Nachdem er in der Öffentlichkeit eine Urinprobe abgeben durfte, wurde er auf der Polizeiwache "körperlich untersucht" - spricht bis in die Unterhose. Bei der Blutentnahme im Krankenhaus wurden bei ihm keinerlei Auffälligkeiten festgestellt. Trotzdem erhielt er nach 4 Monaten einen Strafbefehl und war seinen Führerschein los - angeblich wegen seiner massiven Ausfallerscheinungen. Die nachgewiesenen 5 ng/ml THC im Blut liegen außerhalb des Bereichs, bei dem von einer Rauschwirkung ausgegangen werden kann. Das Fazit nach dem Prozess: "nur" 7 statt 10 Monate Führerscheinsperre und sein Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert. Hannes ist nun arbeitslos und bleibt auf Gerichts- und Anwaltskosten sowie den Kosten für eine MPU Vorbereitung und die MPU selbst in Höhe 4000-5000 € sitzen.



Fall Acht: Hier beschreibt Ciro P. aus Baden-Württemberg wie aus einem Streit unter Nachbarn ein dreiwöchiger Gefängnisaufenthalt wurde.

Er wurde von seiner Nachbarin bei der Polizei angeschwärzt. Nach einem Jahr Observation rückte die Polizei mit 6-7 Mann und Hunden an und führte eine Hausdurchsuchung durch. Der vermeintliche Grow-Raum entpuppte sich als Kinderzimmer. Gefunden wurden 4 g Cannabis und Bilder einer Pflanze, deren Anbau schon einige Jahr her war. Vor Gericht wurde Ciro erst zu 90, dann zu 60 und schlussendlich zu 45 Tagessätzen verurteilt. Der Staatsanwalt verlangte aufgrund der Nichteinsicht seiner Schuld ein möglichst hartes Urteil. Ciro weigerte sich, die verhängte Geldstrafe zu zahlen und ließ sich lieber 3 Woche inhaftieren. Der Schaden durch das Cannabisverbot in diesem Fall: Mehrere Tausend Euro...




Diese Videos sind Teil einer DHV-Kampagne zur Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten. Weitere Informationen dazu in unserem Themen-Bereich:

Schluss mit Krimi. Cannabis normal.
Eine Kampagne des Deutschen Hanfverbandes

DHV-Anzeige: Schluss mit Krimi. Cannabis normal.

 

 

 

 

 

 

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