Flyer "Cannabis als Medizin"

Flyer "Cannabis als Medizin"


Der Flyer "Cannabis als Medizin - Für Heilung und Lebensqualität" als Informationsmaterial für Patienten und Angehörige ist im Format DIN A4, gefaltet für 3.0 Cent im Online Shop des DHV erhältlich.

Als PDF-Datei:  

Cannabis als Medizin

Informationsmaterial für Patienten und Angehörige

Für Gesundheit und Lebensqualität
Gegen Prohibition und Kriminalisierung

Cannabis als Medizin?

Cannabis ist eine Nutzpflanze, die seit vielen tausend Jahren von Menschen kultiviert und u.a. als Medizin eingesetzt wird. Vor etwa 20 Jahren wurde das körpereigene Cannabinoid-Rezeptorsystem entdeckt und legte den Grundstein für eine intensive Erforschung der Hanfpflanze als modernes Medikament.

Klinisch bestätigt – Cannabis kann helfen

Eine Vielzahl großer klinischer Studien hat gezeigt, dass die Inhaltsstoffe von Hanf, die Cannabinoide, bei vielen verschiedenen Indikationen zum Einsatz kommen können. Viele dieser Anwendungsgebiete werden heute bereits mit Medikamenten behandelt, doch sind diese oft nicht ausreichend oder haben starke Nebenwirkungen. Die Cannabinoide können manche Medikamente ersetzen, bzw. als Begleitmedikation
für weniger Nebenwirkungen sorgen.

Tetrahydrocannabinol (THC ) und Cannabidiol (CBD) sind die wichtigsten Cannabinoide der Hanfpflanze. CBD ist nicht psychoaktiv, es verursacht also keinen Rausch. THC ist das wichtigste therapeutische Cannabinoid.

In Deutschland könnten viele Betroffene von Cannabis profitieren. Durch Prohibition und schlechte Informationspolitik müssen diese Patienten weiterhin unter unnötigen Beschwerden leiden. Dieses Informationsmaterial soll den betroffenen Patienten helfen, möglicherweise ein Cannabisprodukt zu erhalten, das zu einer Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation beiträgt.

Anwendungsgebiete

Nicht allen Patienten kann Hanf helfen, doch zeigt es bei manchen eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes oder der Symptome. In folgenden Bereichen wird Cannabis eingesetzt und zeigte in Einzelfällen oder klinischen Studien vielversprechende Erfolge:

  • Depressionen
  • Epilepsie
  • ADHS
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Tinnitus
  • Tourette Syndrom
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Schlaflosigkeit
  • Morbus Crohn und Reizdarm
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Rheuma und andere Entzündungen
  • Chronische Schmerzen
  • Spastiken z.B. bei Multipler Sklerose
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Augeninnendruck (Glaukom)
  • Alzheimer

Es sind keine lebensgefährlichen Nebenwirkungen bei der Anwendung von Cannabis bekannt, eine tödliche Überdosierung ist ausgeschlossen. Trotzdem sollten Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen.

Natürlicher Hanf oder Präparat?

Präparate

Cannabis ist in Deutschland noch nicht voll als Medikament akzeptiert, dabei wird es in vielen Ländern schon eingesetzt: In Israel, Kanada, den Niederlanden und in den USA werden neben den Präparaten auch Hanfblüten massenhaft medizinisch angewendet. Soweit ist Deutschland leider noch nicht. Folgende Präparate stehen in Deutschland zur Verfügung:

Dronabinol - Der Wirkstoff THC kann vom Arzt auf Betäubingsmittelrezept verschrieben werden.

Sativex - Sativex ist ein Cannabisextrakt, der THC und CBD (1:1) beinhaltet. Er wird u.a. bei MS Spastiken eingesetzt.

Natürlicher Hanf

Dronabinol kostet bei einer üblichen Tagesdosis monatlich etwa 250 bis 500 Euro. Dieses Medikament ist für viele Menschen nicht erschwinglich, da Krankenkassen die Kosten im Allgemeinen nicht übernehmen. Viel günstiger und manchmal auch wirksamer ist die Verwendung von echten Cannabisblüten. Besonders der Eigenanbau der Pflanze ist ein kostengünstiger und sicherer Weg zur Beschaffung von hochqualitativem Cannabis. Viele Patienten stellen deswegen auch einen Antrag beim BfArM.

Präparate
– Teuer
+ Verschreibungsfähig
+ Dosierung einfach
+ Einnahme einfach

Natürlicher Hanf
+ Günstig
– BfArM Antrag nötig
– Dosierung variiert leicht
– Einnahme ungewohnt

Genaue Anweisungen zum Antragsverfahren erhalten Sie unter: cannabis-med.org/german/bfarm_hilfe.pdf

Das BfArM hat bisher nur Anträge auf eine Verwendung von Cannabis aus der Apotheke genehmigt. Apotheken-Cannabis wird aus den Niederlanden importiert und kostet in der deutschen Apotheke etwa 15 bis 25 EUR pro Gramm. Trotz des im Vergleich zum Schwarzmarkt hohen Preises macht es dennoch Sinn, Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Wenn Ihr Arzt Sie dabei unterstützt, sollten Sie unbedingt eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Kriminalisierung trotz Heilkraft

Viele Patienten sind darauf angewiesen, Cannabis in Eigeninitiative anzubauen, um so ihren Leidensdruck zu verringern und dabei Kosten zu sparen. Diese Menschen unterliegen der anhaltenden Kriminalisierung und Strafverfolgung. Wer heute als Patient wegen illegalem Cannabisbesitz vor Gericht steht, sollte zuvor Schritte unternommen haben, um aus der Illegalität heraus zu kommen. Häufig wird es nicht gelingen, einen legalen Zugang zu Cannabisprodukten zu bekommen, aber auch entsprechende Versuche sind von großer Bedeutung für die eigene Situation im Falle einer Strafverfolgung. Holen Sie sich deshalb Rat bei den unten genannten Ansprechpartnern.

Deutscher Hanfverband
Rykestraße 13, 10405 Berlin
www.hanfverband.de
E-mail: kontakt@Hanfverband.de

Die nächsten Schritte

1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Es ist wichtig, dass Sie genau wissen, worüber Sie reden. Da viele Ärzte bisher keinen Kontakt zu Cannabinoidmedikamenten hatten, müssen diese sich zunächst informieren. Auch wenn Sie bereits positive Erfahrung mit illegalem Cannabis haben, ist es dennoch empfehlenswert, dass Sie Ihren Arzt zunächst nur auf verschreibungsfähige Cannabinoide ansprechen, um festzustellen, wie die Reaktion ausfällt. Wenn er für das Thema offen ist, kann man zu einem späteren Zeitpunkt das Thema Cannabisblüten ansprechen.

2. Lassen Sie sich nicht abwimmeln

Arztbesuch, Antragstellung und gesetzliche Hürden wirken abschreckend. Holen Sie sich Rat bei den Ansprechpartnern und machen Sie den 1. Schritt.

3. Aktiv werden für Cannabislegalisierung

Eine einfache und sichere Versorgung der Patienten mit Cannabis kann jedoch nur durch die vollständige Legalisierung des Medizinal-Cannabis gewährleistet werden. Auch Sie können aktiv werden: Informieren Sie sich über die aktuelle Lage und treten Sie einem Interessenverband wie dem DHV oder dem SCM bei.

Weitere Informationen, Literatur und Ansprechpartner finden Sie unter
selbsthilfenetzwerk-cannabis-medizin.de
www.cannabis-med.org
www.hanfverband.de