Aktion #KarlAmZug - DHV-Brief an Karl Lauterbach & seine Antwort

  • Veröffentlicht am: 10. Juni 2022 - 17:27
  • Von: DHV-Team

Update des Artikels vom 24.03.2022
Nachdem Gesundheitsminister Karl Lauterbach noch im Februar gesagt hatte, Cannabis stehe für dieses Jahr nicht auf der Vorhabenliste, haben wir zusammen mit dem weedmob die Aktion #KarlAmZug gestartet und dem Minister einen Brief geschickt (siehe unten). Zweieinhalb Monate später hat Lauterbach nun geantwortet.

Zwischenzeitlich ist viel passiert. Nach erheblichem Druck aus der Comunity, aber auch von den Drogenpolitikern der Ampel-Koalition, werden nun gleich 10 neue Stellen für das Projekt Cannabislegalisierung eingeplant und Lauterbach hat für Herbst einen Gesetzentwurf zur Cannabislegalisierung angekündigt. Insofern war unsere damalige Aktion ein voller Erfolg.

In seiner Antwort geht Lauterbach zwar nicht auf die neu geschaffenen Stellen ein und lehnt ein persönliches Gespräch sowie ein Interview vorerst ab. Aber er kündigt an:

"Der Prozess zur Umsetzung des Vorhabens soll im Juni dieses Jahres starten, in Form von mehreren Fachgesprächen mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten unter Leitung des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Herrn Burkhard Blienert. Auch der Deutsche Hanfverband wird in diesem Rahmen die Möglichkeit erhalten, seine Expertise einzubringen."

Wir können bestätigen, dass wir entsprechende Einladungen zu Anhörungen erhalten haben.

#KarlHatGezogen !

Gesundheitsminister Karl Lauterbach steht der Legalisierung nicht mehr im Weg, sondern hat sie einen großen Schritt vorangebracht. Wir bedanken uns artig für Antwort und Aktion!

 

Ab hier dokumentieren wir die ursprüngliche Nachricht vom 24.03.2022:

Karl Lauterbachs Gesundheitsministerium ist zuständig für die Legalisierung von Cannabis, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Für dieses Jahr habe er das Thema Cannabis aber nicht auf der Liste der geplanten Vorhaben, stellte Lauterbach Ende Februar in einem Interview klar. Das gefährdet den ganzen Prozess, denn die Zeit wird knapp. Deshalb starten wir zusammen mit dem #weedmob am Freitag, 24.03. eine Aktion auf twitter mit dem Hashtag #KarlAmZug. Von DHV-Chef Georg Wurth gibt es dazu ein Schreiben an Lauterbach, in dem das Problem auf den Punkt gebracht und Lauterbach aufgefordert wird, seinem Ministerium den Startschuss zu geben.

Wir bitten alle, sich an der Aktion zu beteiligen und am Freitag, den 24.03., fleißig zu twittern mit #KarlAmZug. Für Inspiration und zum teilen werdet ihr am Aktionstag einiges finden im DHV-Profil sowie in der Suche unter "#weedmob" und natürlich "#KarlAmZug".

Da es diesmal um einen wirklichen Knackpunkt auf dem Weg zur Legalisierung geht, gibt es aber auch einen offiziellen DHV-Brief an Karl Lauterbach, den wir hier dokumentieren:

Cannabispolitik und Terminanfrage

Sehr geehrter Herr Lauterbach,

mit Sorge haben wir beim Deutschen Hanfverband Ihre Aussage bei Jung & Naiv gesehen, dass die Legalisierung von Cannabis dieses Jahr nicht auf der Vorhabenliste des Gesundheitsministeriums steht. Das steht nach unserer Auffassung im Widerspruch zu Ihrer Aussage im gleichen Interview, dass Cannabis auf jeden Fall in dieser Legislaturperiode legalisiert werde.

Alle Fachleute gehen davon aus, dass ein jahrelanger Diskussionsprozess um die Details der Legalisierung bevorsteht. Wir schätzen anhand der Erfahrungen aus den USA, dass das etwa zwei Jahren dauern wird. Allerdings nur, wenn tatsächlich in diesen zwei Jahren intensiv daran gearbeitet wird. Klar dürfte auch sein, dass eine Finalisierung des Projekts kurz vor der nächsten Bundestagswahl immer schwieriger werden wird. Das lässt den Schluss zu, dass Ihre zögerliche Haltung das Projekt Cannabislegalisierung grundsätzlich gefährdet.

Zwar hat die Debatte über die Details der Legalisierung bei den Fachpolitikern bereits begonnen und der Drogenbeauftragte Burkhard Blienert und sein Team werden diese Diskussion sicher inhaltlich für Ihr Ministerium begleiten. Doch nach Ihrer Aussage im Interview gehen wir davon aus, dass in der zuständigen juristischen Abteilung des BMG bislang noch niemand den Auftrag hat, die politische Diskussion mit einem entsprechenden Gesetzentwurf juristisch zu begleiten.

Wir haben natürlich Verständnis dafür, dass die Coronakrise wichtig und eine große Herausforderung ist, insbesondere für Sie als Minister, der das alles in der Öffentlichkeit verantworten muss. Es erwartet auch niemand, dass Sie über alle möglichen Details der Marktregulierung für Cannabis nachdenken. Aber Ihr Haus bzw. die zuständige Abteilung braucht vermutlich Ihr “GO”, um jemanden damit zu beauftragen.

Wir bitten Sie, sofort den Startschuss zu geben und dafür zu sorgen, dass es klare Zuständigkeiten für das Thema Cannabislegalisierung gibt, um bis Ende dieses Jahres einen ersten Entwurf zur Diskussion zu stellen.

Gern würden wir das Thema in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen erörtern. Alternativ oder zusätzlich würden wir Sie gern zu einem Interview in unserem reichweitenstarken Youtube-Kanal einladen, um unseren Zuschauern Ihre Haltung zum Thema Cannabislegalisierung näher zu bringen. Über entsprechende Terminvorschläge würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Wurth

24.03.2022

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Kommentare

Konkretes und zeitnahes Handeln sind in dieser Sache wirklich gefragt, denn 4 Jahre sind schnell vorbei und für einen solchen Legalisierungsprozess recht knapp bemessen. Man wagt sich gar nicht vorzustellen, wenn danach wieder die schwarzen Gesellen an die Macht kommen und Millionen von Hanfkonsumenten weiterhin mit Inbrunst jagen und bis aufs Blut kriminalisieren. Auch im Bundesrat können uns diese ewig gestrigen Unionsanhänger noch ganz böse in die Suppe spucken. Hoffentlich bleibt uns dies erspart!

Klabauterbach hat eben kein Interesse an der Gesundheit von Millionen von Menschen. Sollte jetzt seit 2 Jahren langsam jedem auffallen...

Es geht um nicht weniger, als daß mehrere Millionen Menschen in D grundlos von Polizei und Justiz gejagt und verfolgt werden. Es werden Menschen in ihren Wohnungen überfallen (vulgo Hausdurchsuchung), Existenzen vernichtet (grundsätzlicher Führerscheinentzug, Vorstrafe) und vorsätzlich traumatisiert (Abschreckung, wird von besonders primitiven Zeitgenossen gerne fälschlicherweise als Prävention bezeichnet). Und das nur, um ein widerlegtes Dogma mit Gewalt beizubehalten. Ich empfinde es als grenzenlosen Zynismus, sich jetzt erstmal um "wichtigere" Dinge kümmern zu müssen.

Vieleicht müssen wir alle einen Brief schreiben, damit der Briefkasten des Ministers jeden Tag zu platzen droht? Wenn dort die normale Post von Protestschreiben nicht mehr zu trennen ist, wird sich vieleicht an Lauterbachs Vorhabenplanung etwas ändern.

Die stellen einfach noch mehr Idioten ein die die Post selektieren und dann Pustekuchen...

MeCaDt / Es ist aus der Sicht von Prof. Lauterbach, dem ich selbst auch schon geschrieben habe, nicht einfach, die vom Hanfverband zu Recht angemahnte Initialisierung einzuleiten. Die zwei Gründe hierfür sind: 1). Die Diskussion kommt zur Unzeit im Angesicht des Ukraine-Krieges. 2). Es könnte seine Befürchtung sein, dass die Auswirkungen der Legalisierung auch auf ihn, als Politiker, zurückfallen.In beiden Fällen gibt es starke Gegenargumente, die der Hanfverband behutsam und dezidiert dem Professor vortragen könnte. 1). Das riesige Steueraufkommen, von Regierungsberater Prof. Haucap errechnet. Ein Teil der Einnahmen ginge in die Prävention und Beratung, ein Teil würde unter allgemeinem Konsens zur Kriegsfolgen-Linderung verwendet werden. So würden Konsumenten, Grower, und ggf. (Craft)- Hersteller gern einen erheblichen Beitrag zur Beendigung des Krieges leisten. 2). Hier können wir den Prof. ebenfalls unterstützen und darüber aufklären, was die Legalisierung z.B. in Kalifornien bewirkt, und wie sie sich auf die Politik ausgewirkt hat. So wird es hier höchst wahrscheinlich ebenfalls kommen. Auch hierzu haben wir umfangreiche Forschung betrieben. Jeder Prohibitionsbefürworter ist aus der Politik verschwunden. Die "Legalisierer" jedoch, schauen, da sie nun die Cannabisindustrie an ihrer Seite haben, in eine großartige Zukunft. Und in Kanada hat zumindest der medizinische Cannabis-Anbau dem Regierenden ebenfalls nicht geschadet. Auch nicht dadurch, dass die Hersteller-Produktionskapazitäten sich in direktem Familienbesitz befinden. Und die Cannabismedikamente aus Kanada sind sehr verläßlich und extrem hiflreich für die Heilung deutscher Patienten. Und im Konsumentenbereich ist die Zahl der Alkohol-Verwender gesunken, diese sind zum Cannabis-Konsum "abgewandert". MeCaDt / Dr. Voss

wenn karl so flink agiert wie der olaf, dann macht es am ende noch überraschenderweise der friedrich. groß war die freude über die ankündigung des vorhabens endlich diese derart toxische, unbekannte und exotische pflanze dem einfachen deutschen erdbewohner wieder zugänglich zu machen und ähnlich groß ist jetzt wieder die ernüchterung nach nunmehr über 150 tagen. ja corona kam, die russen kamen, was kommt denn noch? jeden tag hört und liest man von eifrigen geiern, die nach kleinstmengen in unterhosen von friedlichen bürgern schnüffeln und graben und sich dann dran ergötzen wenn sie ein paar krümel sicherstellen können. ich durfte mal einer hausdurchsuchung beiwohnen als der schlägertrupp plötzlich und ohne vorwarnung in die wohnung eines freundes eindrang - primitives, ignorantes p... passt auf euch auf! die kommen nicht um zu helfen...

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