Schildower Kreis und grüner Abgeordneter haken ebenfalls bei Merkel nach

 

Cannabisexperte Franjo Grotenhermen widerspricht MerkelNach den LINKEN haben sich nun auch der Schildower Kreis und der grüne Abgeordnete Dr. Harald Terpe wegen der Antwort von Kanzlerin Merkel zu Wort gemeldet. Mit ihrer Kritik sind sie nicht alleine - mehr als 1000 Menschen haben bereits am Protestmailer: Frau Merkel, Sie schulden uns noch eine vernünftige Antwort! teilgenommen.

     

    Dr. med. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) und Mitglied im Schildower Kreis, schrieb als ausgewiesener Cannabisexperte Frau Merkel einen kritischen Brief. Darin drückt er sein Befremden über die unsachlichen Antworten aus und liefert weitere wissenschaftliche Quellen, die Merkels Behauptungen widerlegen. Grotenhermen schließt mit den Worten:

    Ich bin Mediziner und Wissenschaftler, der sich seit 20 Jahren mit der Pharmakologie und Toxikologie von Cannabis und den Cannabinoiden, mit ihren möglichen Gefahren und ihrem potenziellen Nutzen befasst. Wie viele meiner Kollegen bin ich darum bemüht, die verschiedenen Aspekte dieser Thematik möglichst genau zu erfassen und zu beschreiben. Ich bin irritiert darüber, wie nachlässig und uninformiert eine hohe Repräsentantin der Bundesrepublik Deutschland mit dieser Thematik verfährt.

    Das Verbot des Konsums einer in Deutschland weit verbreiteten Droge greift erheblich in die Privatsphäre vieler, sonst gesetzestreuer Bundesbürger ein. Das Verbot muss daher stichhaltig untermauert sein. Es ist nicht akzeptabel, dass dieser massive Eingriff mit einer persönlichen Meinung legitimiert wird, die der wissenschaftlichen Datenlage widerspricht. Es ist an der Zeit, den rechtlichen Status von Cannabis beziehungsweise seine wissenschaftliche Grundlage auf den Prüfstand zu stellen, beispielsweise durch die Einrichtung einer entsprechend beauftragten Enquetekommission.

    Parallel hat der drogen- und suchtpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Harald Terpe, am 01.12.2011 zwei schriftliche Fragen an die Bundesregierung gerichtet:

    1. Welche wissenschaftlichen Studien - bitte Fundstellen beifügen - decken nach Auffassung der Bundesregierung die Äußerung der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel in ihrem Podcast „Die Kanzlerin antwortet“ vom 18.11.2011 wonach der Konsum von geringen Mengen von Cannabis „sehr, sehr hohe Abhängigkeiten“ schaffen könne?

    2. Welche wissenschaftlichen Studien - bitte Fundstellen beifügen - decken nach Auffassung der Bundesregierung die Äußerung der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel in ihrem Podcast „Die Kanzlerin antwortet“ vom 18.11.2011 wonach bei Alkohol und Zigaretten ein vernünftiger, begrenzter Umfang nicht sofort so suchtgefährdend sei, „wie das bei Cannabis - nach unserer Auffassung – ist“?

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