Cannabiskonsum und Führerschein

Der Führerscheinentzug ist mittlerweile für viele Cannabiskonsumenten eine größere Gefahr als die Strafverfolgung. Auch wer nicht berauscht am Straßenverkehr teilgenommen hat, läuft Gefahr, den Führerschein zu verlieren. Deshalb hat der DHV zusammen mit dem VfD den "Hanfführerschein" herausgegeben.

Inhalt

Im ansprechenden rosa Führerscheinformat informiert die kleine Broschüre über die PHanfführerschein des DHVrobleme, die Kiffer mit dem Führerschein haben können.

Die Hanfführerscheine können beim DHV bestellt werden. Einzellexemplare gibt es in jedem gut sortierten Head-Shop oder 5 Stück gegen Einsendung von zwei 55-Cent-Briefmarken an den DHV.

Deutscher Hanf Verband
Rykestr. 13
10405 Berlin

100 Hanfführerscheine kosten 10,00 Euro zzgl. Porto und können, wie natürlich andere Stückzahlen auch, in unserem Online Shop bestellt werden. Sie sind übrigens kostenlos für DHV-Mitglieder und Sponsoren.

Bezugsquelle beim Verein für Drogenpolitik:
Verein für Drogenpolitik (NRW)
An der Bundesstraße 19
33829 Borgholzhausen

Tel/Fax: 05425 - 930 715
E-Mail: lagdrogen@web.de

Weitere Informationen des Vereins für Drogenpolitik zum Thema Hanf und Führerschein und natürlich bei Cannabislegal.


Check wer fährt!

Seit dem 01.08.1998 begeht jede Person, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ein Kraftfahrzeug führt, eine Ordnungswidrigkeit gem. § 24a StVG. Diese wird mit 1-3 Monaten Fahrverbot und einer Geldbuße bis 1.500 Euro bestraft. Für den Nachweis einer Drogenfahrt reicht es aus, dass zum Bispiel der Wirkstoff THC im Blut nachgewiesen wird.
THC ist bis zu 12 Stunden nach dem letzten Konsum im Blut nachweisbar, in Ausnahmefällen sogar weit darüber hinaus.
Werden neben dem Wirkstoff THC auch noch andere Substanzen (inkl. Alkohol) nachgewiesen oder werden Fahrfehler dokumentiert, droht ein Strafverfahren gem. § 316 StGB. Folgen: Entzug der Fahrerlaubnis, Geldstrafe und eine mehrmonatige Führerscheinsperre. Vor Ablauf der Frist darf die Führerscheinstelle keinen neuen Führerschein ausstellen.

In jedem Fall geht eine Meldung an die zuständige Führerscheinstelle und diese wird ein Überprüfungsverfahren einleiten oder den Führerschein direkt wegen fehlender Fahreignung entziehen.


Besitz von Cannabis

Bisher war es an der Tagesordnung, dass die Verwaltungsbehörde schon alleine auf Grund des Besitzes von Cannabis - auch bei 0,5 Gramm - ein Überprüfungsverfahren eingeleitet hat (Drogenscreening/MPU). Dies wurde durch das Bundesverfassungsgericht im Juni 2002 als verfassungswidrig zurückgewiesen. Demnach müssen weitere Tatsachen bekannt sein, die auf eine fehlende Fahreignung hinweisen.
Achtung! Dazu gehören u.a. der Verdacht auf einen erheblichen Drogenmissbrauch oder die Zuordnung zu einer Risikogruppe.
Die Kriterien für einen Missbrauchsverdacht bzw. die Einstufung in eine "Risikogruppe" werden von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.
Werden neben Cannabis z.B. Rauchgeräte gefunden, kann auf einen Missbrauchsverdacht geschlossen werden und es droht eine teure Überprüfung der Fahreignung (Drogenscreening/MPU).
Personen, die vor ihrem 18. Lebensjahr mit Cannabis aufgefallen sind, werden i.d.R. schon zu einem Drogenscreening geladen, bevor sie den Führerschein überhaupt machen dürfen (Risikogruppe).

Da Cannabis nach wie vor unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, muss die Polizei ermitteln - auch bei den kleinsten Mengen. Da die Strafermittlungsverfahren i.d.R. bei kleinen Mengen von der Staatsanwaltschaft eingestellt werden, geht die Polizei immer mehr dazu über, die Konsumgewohnheiten zu ermitteln. Diese Erkenntnisse werden dann an die Führerscheinstelle weitergeleitet.
Keine Angaben zu den eigenen Konsumgewohnheiten machen! Dies könnte unter Umständen den Führerschein kosten und ist für das Strafverfahren ohne Bedeutung.
Achtung! Mischkonsum (Bier und Joint o.ä.) auch ohne Teilnahme am Straßenverkehr schließt die Fahreignung aus und der Führerschein kann von der Führerscheinstelle sofort entzogen werden.


Tipps für Verkehrsteilnahme

  • Fahre nie unter Drogeneinfluss!
  • Keine Jointreste im KFZ hinterlassen!
  • Keinen Kontrollanlass bieten! (Gurtpflicht/Beleuchtung/Aufkleber etc.)
  • Fahrzeugpapiere immer griffbereit halten!

Verhalten bei Verkehrskontrollen

Bleibe ruhig, freundlich, aber bestimmt. Mache keine Angaben zu deinem generellen Konsumverhalten! Dazu bist Du nicht verpflichtet und es kann nur schaden.
NIE das Einverständnis zu einem Schnelltester (Urin/Schweiß o.ä.) geben, da dieser auch den schon Tage zurückliegenden Konsum aufdeckt und damit eine Blutentnahme rechtfertigt.
Wenn dennoch eine Blutentnahme erfolgt (§ 81a StPO), Konsum umgehend einstellen, da unter Umständen ein Verkehrsverstoß vorliegt und eine MPU droht. Die Carbonsäure (Abbauprodukt von THC) ist bis zu 3 Wochen im Blut feststellbar und lässt auch auf die Konsumintensität schließen (Missbrauchsverdacht).


Impressum

Konzept und Text: Theo Pütz
Kompetente Diskussionsforen zu diesem Thema, bei denen man schnell Hilfe/Tipps bekommt, wenn eine Überprüfung droht:

 

 

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