Protestmailer 11 - Inhalt und Feedback PDF Drucken E-Mail

Gestrecktes Gras - Fordert Eingreifen von Schmidt!


Wir machen die Gesundheitsministerin auf die Ignoranz der Drogenbeauftragten aufmerksam und fordern sie auf, sich selbst mit der Gefahr durch verunreinigtes Cannabis zu befassen.

Wir danken den 408 Teilnehmern für ihren Einsatz ! Diese Aktion ist beendet, aktuell laufende Aktionen finden sie hier. Das Feedback auf diese Aktion findest du am Ende der Seite.

Worum ging es?

Bild der Protestaktion 'Gestrecktes Gras - Fordert Eingreifen von Schmidt!' Seit ca. einem Jahr erreichen den DHV Berichte aus ganz Deutschland, dass in erheblichem Umfang gestrecktes Marihuana auf dem deutschen Markt aufgetaucht ist. Seitdem gehen wir auf unterschiedlichen Wegen dagegen vor. Talkum, Sand, feine Glassplitter, Plastik und Zucker sind einige der in Proben aufgetauchten Streckmittel. Dass das eine erhebliche zusätzliche Gesundheitsgefährdung für Cannabiskonsumenten darstellen dürfte, liegt auf der Hand.

Auch einige Medien haben das Thema aufgegriffen und sind bei ihren Recherchen ebenfalls auf das Phänomen des gestreckten Grases gestoßen.

Mit einer DHV-Protestmail haben mehr als 800 Teilnehmer die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing auf diesen Missstand aufmerksam gemacht. Sie haben gefordert, die Art der Verunreinigungen und deren gesundheitliche Auswirkungen aufzuklären und den Konsumenten eine Möglichkeit zu verschaffen, Cannabisproben testen zu lassen. Darüber hinaus forderten sie, den Anbau von Hanf im kleinen Rahmen für den privaten Verbrauch zu legalisieren.
Die Drogenbeauftragte hat bisher in keiner Weise auf diese Emails geantwortet und ist damit die erste Adressatin, die sich der Diskussion im Rahmen einer Protestmaileraktion entzieht. Trotz diverser Nachfragen hüllt sie sich in Schweigen. Dabei heißt es auf ihrer Homepage: "Melden Sie sich - ich freu mich drauf."

Ausschnitt der Kontaktseite von Sabine Bätzing

Bis vor ein paar Monaten war dort zu lesen: "Ob schriftlich oder mündlich - Kommunikation ist keine Einbahnstraße" Diesen Satz hat Bätzing konsequenterweise mittlerweile gelöscht.

Eine im Mai eingebrachte Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zum Thema "gestrecktes Gras" wurde von der ehemaligen Drogenbeauftragten Marion Caspers- Merk beantwortet. Caspers-Merk lehnt es in ihrer Antwort grundsätzlich ab, sich überhaupt mit dem Thema zu befassen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) sei das Phänomen "gestrecktes Gras" nicht bekannt. Dabei hat uns das BKA schon im Juli 2004 mitgeteilt, dass es für diese Frage gar nicht zuständig sei.
Außerdem argumentiert Caspers- Merk, Cannabis sei sowieso ungesund und man rate vom Konsum grundsätzlich ab. Wenn offiziell vor Verunreinigungen gewarnt werde, wäre das eine Art Konsumberatung und Verharmlosung von ungestrecktem Cannabis.

Diese Antwort ist ein Hohn für die 4 Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland, die größtenteils unproblematische Konsummuster und keine besonderen gesundheitlichen Auffälligkeiten aufweisen. Die von der Regierung beschworenen Gefahren des Cannabiskonsums betreffen nur einen relativ kleinen Teil der Konsumenten, die Streckmittel sind eine Gefahr für alle.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist die Vorgesetzte von Bätzing und Caspers-Merk und soll mit dieser Protestaktion auf die Ignoranz ihrer zuständigen Mitarbeiterinnen aufmerksam gemacht werden.
Es macht auch Sinn, wenn Sie den Text des Protestmailers individuell abändern. Das sollte aber gleich am Anfang deutlich werden, denn wir können nicht von Schmidts Mitarbeitern verlangen, dass sie hunderte ähnlich aussehende Emails bis zum Schluss durchlesen.

Mehr zum Thema:

Unser Vorschlag für die Protestmail

Sehr geehrte Frau Schmidt!

Hiermit möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Ihre Mitarbeiterin, die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing, Hinweise und Fragen in Zusammenhang mit gestreckten Cannabisprodukten ignoriert und nicht beantwortet.

Über den Protestmailer des Deutschen Hanf Verbandes (DHV) hat Frau Bätzing seit Januar über 800 Emails erhalten. Darin bitten die Absender die Drogenbeauftragte, das Phänomen zur Kenntnis zu nehmen, dass seit Sommer letzten Jahres vermehrt gefährliche Beimischungen in Marihuana entdeckt wurden.

Sie fordern konkret:
* Cannabis auf Verunreinigungen und Beimengungen hin zu analysieren und das Gesundheitsrisiko zu ermitteln.
* dementsprechende sachliche Informationen für Konsumenten und Hilfeeinrichtungen zur Verfügung zu stellen.
* für die Konsumenten eine Möglichkeit der anonymen Analyse von Cannabis auf Fremdstoffe und Verunreinigungen hin (Drugchecking) zu schaffen.
* die Möglichkeit des legalen Eigenanbaus für Konsumenten zu schaffen.

Diese Emails wurden von besorgten Bürgern geschrieben. Ich gehe davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Absender in seriöser Absicht an der Aktion teilgenommen hat und ernsthaft besorgt ist über die massenhafte und mutwillige Verseuchung von Hanfprodukten. Frau Bätzing hat es trotz mehrfacher Nachfragen bis heute nicht für nötig gehalten, auf diese Anfragen zu antworten, obwohl die meisten Absender ausdrücklich um eine Stellungnahme gebeten haben und obwohl sie auf ihrer persönlichen Homepage vollmundig verspricht: "Melden Sie sich - ich freu mich drauf."

Es fördert nicht gerade das Vertrauen der Bürger in Demokratie und Politiker, wenn sie sich mit ihren Anliegen an die vermeintlich richtige Stelle wenden und dann vollkommen ignoriert werden. Das wiegt umso schwerer, weil bisher alle anderen Adressaten des DHV-Protestmailers auf die Kritik und Anregungen geantwortet haben!

Eine Kleine Anfrage zum Thema "gestrecktes Gras" wurde von Frau Marion Caspers- Merk beantwortet (Drucksache 16/5583). Ich weiß nicht, ob Sie die Antwort kennen, jedenfalls kann sie nur als in jeder Hinsicht ignorant bezeichnet werden. Frei nach dem Motto, Cannabis ist sowieso gefährlich, das sollte niemand konsumieren, bekunden ihre Mitarbeiter offensichtliches Desinteresse an gefährlichen Streckmitteln.

Frau Bätzing befasst sich bei ihren Aktivitäten in Zusammenhang mit Cannabis offensichtlich ausschließlich mit dem kleinen Anteil der Konsumenten, die ernsthafte Probleme bei ihrem Konsum entwickeln.
Die übergroße Mehrheit der 4 Millionen Cannabiskonsumenten, die unproblematische Konsummuster und kaum gesundheitliche Schwierigkeiten aufweisen, wird von ihr ausgeblendet, auch wenn sie durch Streckmittel akut in ihrer Gesundheit bedroht ist.

Ich bin der Meinung, dass eine Drogenbeauftragte und eine Gesundheitsministerin für alle Drogenkonsumenten zuständig sein sollte, egal ob legal, illegal, problematisch oder eben ganz normal.

Ich bitte Sie also,
* auf Ihre Drogenbeauftragte einzuwirken, dass Sie den besorgten Bürgern antwortet, die per Email mit ihr Kontakt aufgenommen haben.

* dafür zu sorgen, dass weitere Untersuchungen zu Beschaffenheit und Auswirkungen der diversen Streckmittel angestellt werden.

* um eine Antwort auf meine Email!

Freundliche Grüße

 


Ein Ziel des DHV- Protestmailers ist es, Reaktionen der von Ihnen angeschriebenen Personen und Behörden zu erhalten. Das erhaltene Feedback dokumentieren wir auf dieser Seite. Auch Reaktionen von Teilnehmern auf die Antworten der Behörden werden dokumentiert.
Oft wird angesichts des eingegangenen Feedbacks der angebotene Protesttext von uns so angepasst, dass die Behörden nicht einfach Standartantworten verschicken können. Nebenbei bleibt die Protestaktion so stets aktuell und die Teilnahme lohnt sich bis zum Schluss!

Es gibt 22 Antworten auf diesen Protestmailer.


Gestrecktes Gras

Antwort Nr.1 vom 03.08.2007

Upload von:
melmak69(et)melmak69.de
Absender:
Robert
Text der Antwort:
Hallo,
selber konsumiere ich schon Jahre kein Hanf mehr. Aber auch zu meiner Zeit war es schon sehr gestreckt. Und wer es konsumieren will, der wird es auch. Daher macht diese Aktion sehr viel Sinn, können doch so eventuell gefährliche Stoffe elliminiert werden.

Wie im Straßenverkehr, obwohl man nicht zu schnell fahren darf wird es doch getan. Und vom Staat wird präventiv dagegen gearbeitet. Da wird auch nicht gesagt: "Man wisse offiziell nichts von erhöten Geschwindigkeiten im Straßenverkehr und außerdem spiele das keine Rolle, weil es gefährlich sei und nicht getan werden sollte.

Viel Erfolg. Und denkt dran: "Legalize It"

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Zu wenig Beteiligung

Antwort Nr.2 vom 06.08.2007

Text der Antwort:
Gleich vorweg: Ich finde die Protestmail-Aktion des DHV super und beteilige mich auch selbst. Es ist allerdings nicht verwunderlich, dass nur sehr wenige sich an diesen Aktionen beteiligen (z.B. haben beim Protestmailer "Eigenanbau legalisieren" nur rund 850 Personen mitgemacht). Was fehlt ist die Werbung für den DHV.

Jeder, der DHV-Protestmails unterstützt, sollte auch Werbung für diese Aktionen machen. Denn es bringt nichts, wenn sich nur ein paar hundert Leute bereit erklären, die Protestmail-Aktion zu unterstützen. Diese wenigen Stimmen werden nicht wahrgenommen und ignoriert. Es muss also für den DHV geworben werden, wenn auch nur im kleinen Kreis!
Auch wenn verschiedene Statistiken schwanken, schätzt man die Zahl der Cannabiskonsumenten (Gelegenheitskonsumenten eingerechnet) auf etwa 7 Mio.! Wenn zumindest 500.000 dieser Konsumenten die DHV-Aktionen unterstützen würden (was mit einer einfachen Email nicht zuviel verlangt ist), hätte die Pro-Cannabis-Lobby viel mehr Stimmgewicht!

Also: Werbt für den DHV und seine Protestmailer-Aktionen, verlinkt Banner, redet in eurem Freundeskreis über Protestmails und fordert eure Verwandten, Bekannten und Freunde auf, diese Aktionen zu unterstützen! Jeder, der schweigt, verhindert eine sinnvolle Drogenpolitik!

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Medienbericht: 219 Kilo Gras mit Glasstaub am Brenner beschlagnahmt

Antwort Nr.3 vom 06.08.2007

Upload von:
Georg.Wurth(et)hanfverband.de
Absender:
Südtirol Online
Text der Antwort:
Die Behauptung von Bundesregierung und BKA, man wisse offiziell nichts von gestrecktem Gras, wird immer absurder.

Südtirol Online, 6.08.2007
Erstmals "tödliches" Marihuana beschlagnahmt

Die Finanzwache von Bozen hat am vergangenen Wochenende am Brenner 219 Kilogramm an gestrecktem Marihuana beschlagnahmt, das für den italienischen Markt bestimmt war.

Von Vorfällen in Frankreich und Großbritannien alarmiert, in denen Marihuana seit einiger Zeit mit Glaspartikeln angereichert wird und dadurch einen besonderen Glanz erhält, untersuchten die Ordnungshüter am Brenner die beschlagnahmte Ware genauer, da sie genau diese Auffälligkeit aufwies.
...

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Offizielle Antwort

Antwort Nr.4 vom 15.08.2007

Upload von:
elnin0(et)skateway.de
Absender:
Claudia Pätzold
Text der Antwort:
Sehr geehrte(r) XXX
vielen Dank für Ihre E-Mail.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Bätzing, MdB, hat bereits eine Reihe von individuellen Hinweisen und Fragen im Zusammenhang mit dem Thema "Gestrecktes Cannabis" zur Kenntnis genommen und beantwortet. Die in Ihrer Mail eingangs aufgestellte Behauptung trifft nicht zu.
Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass wir die Vielzahl automatisch erstellter Anfragen an das Bundesministerium für Gesundheit zu diesem Thema nicht einzeln beantworten. Antworten auf Ihr Anliegen sowie die Sichtweise der Bundesregierung finden Sie auf der Homepage der Drogenbeauftragten im Bereich Cannabis unter "Risiken des Cannabiskonsums".

Dieses Schreiben ist im Auftrag und mit Genehmigung des Bundesministeriums für Gesundheit durch das Kommunikationscenter erstellt worden und dient Ihrer Information.

Mit freundlichem Gruß
Claudia Pätzold
Kommunikationscenter
Bundesministerium für Gesundheit

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Reaktion auf die Offizielle Antwort

Antwort Nr.5 vom 15.08.2007

Upload von:
elnin0(et)skateway.de
Absender:
elnin0
Text der Antwort:
Guten Tag Frau Pätzold,

leider hatte ich nie eine Antwort von Frau Bätzing erhalten... Auch gibt es keine offizielle Antwort seitens Frau Pätzold, welche auf dem Internetportal des DHV hinterlegt wurde, somit gehe ich auch hier davon aus das keiner der mehr als 800 Beteiligten der letzten Protestaktion eine Antwort erhielt.

Mich als jungen engagierten Bürger stimmt dies sehr traurig, wie soll man der Politik vertrauen wenn diese anscheinend die Sorgen und Nöte des Bürgers nicht einmal mehr anerkennt? Sie wurden gewählt, um das Volk zu vertreten. Auch die Interessen der 4 Millionen Cannabis Benutzer sollten sie Vertreten. Doch die einzige Stellungnahme der Regierung lautete, dass darüber nichts bekannt sei und außerdem würde es den Cannabiskonsum an sich verharmlosen wenn man vor gestrecktem Graß warne. Also frei nach dem Motto: "Kiffen ist ungesund! Gestreckt? Selber schuld, haben wir ja gleich gesagt!" Für mich eine Frechheit und Verharmlosung des Problems.

Auch Zigaretten und Alkohol sind (deutlich stärker) gesundheitsschädlich, aber legal, und wenn es Hinweise auf Verunreinigungen in diesen Produkten gibt geht die Regierung dem auch nach und warnt. Hier wird anscheinend nicht alles über einen Kamm geschoren?

Durch die Legalisierung des Anbaus zum Eigenbedarf hätten sie die Chance 4 Millionen Bürger vor ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen zu bewahren.

Mit freundlichen Grüßen
ihr besorgter Bürger
XXX

P.S. Immer mehr Jugendliche gelten als "politikverdrossen", eine Entwicklung die ich einerseits als sehr gefährlich empfinde, andererseits auch verstehen kann. Viele junge Leute fühlen sich verhöhnt und nicht vertreten durch die Politik.

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Schreiben des BMG zeugt von Ignoranz

Antwort Nr.6 vom 15.08.2007

Upload von:
project-xyz(et)freenet.de
Absender:
project-xyz(et)freenet.de
Text der Antwort:
Sehr geehrte Frau Junck,

ich habe von Frau Bätzing bisher keine individuelle Reaktion erhalten, mit Ihrer Antwort anscheinend auch nicht! Welche Behauptung trifft nicht zu? Scheinbar haben Sie meine Mail nicht durchgelesen, über die "Risiken des Cannabiskonsums" bin ich hinlänglich informiert. Schade, daß Sie sich nicht ernsthaft dieses Themas annehmen!

Mit freundlichen Grüßen
XXX

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Einschätzung der Antwort des BMG

Antwort Nr.7 vom 15.08.2007

Text der Antwort:
Individualisierte Mail wurde als "Sammelmail" betrachtet, die keine individuelle Antwort benötigt. Auf das Anliegen wurde nicht einmal Bezug genommen.
Diese Mail beantwortet weder Fragen, noch gibt sie Hinweise darauf, dass meine Mail überhaupt gelesen wurde! Ich fühle mich veräppelt und für dumm verkauft!

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Aufruf nicht Nachzulassen

Antwort Nr.8 vom 15.08.2007

Text der Antwort:
Habe die gleiche standard Antwort erhalten wie alle andern Protestler hier. Insbesondere den Satz "Die in Ihrer Mail eingangs aufgestellte Behauptung trifft nicht zu.", empfinde ich als Hohn und Spott in seiner dreistesten Form.

Wir sollten uns durch so etwas auf keinen Fall unterkriegen lassen!!!

Ich schlage vor, dass wir oppositionelle Parteien um Hilfe bitten. Wie man sieht können die Grünen bzw. die Linke das Thema zumindest ins Gespräch bringen, ohne als völlig unwichtig und unbegründet abgespeist zu werden.

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Meine Meinung zur Antwort

Antwort Nr.9 vom 15.08.2007

Text der Antwort:
... bla bla bla, immer die gleiche Leiher... da kommt man sich ja "gar nicht" verschaukelt vor!!!

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Antwort an das Gesundheitsministerium

Antwort Nr.10 vom 16.08.2007

Text der Antwort:
Sehr geehrte Frau Sukowski,

Vielen Dank für Ihre Email.

Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich mich - wie viele andere, die sich an der Aktion "Gestrecktes Gras - fordert Eingreifen von Schmidt" beteiligt haben - von Ihrer Antwort lediglich abgespeist und als verantwortungsbewusster Cannabiskonsument verballhornt fühle: Ich habe keine Antwort von Frau Bätzing erhalten und bin über die Risiken des Cannabiskonsums ausreichend aufgeklärt (Sie können sich sicher sein, dass ich es sonst auch nicht konsumieren würde!).
Dadurch ist mein Vertrauen in Ihre Politik (die, nebenbei gesagt, in dieser Art und Weise sehr Parteikonform ist) noch mehr geschrumpft. Ich finde, Sie sollten es mehr würdigen, wenn Bürger sich mit Ihrem Anliegen an Sie wenden und zumindest die Rationalität dieses Anliegens prüfen und entsprechend Antworten. Dies kann von mir aus auch in Form eines Massenschreibens geschehen, da die Inhalte der verschiedenen Schreiben sich - zugegeben - ähnelten und individuelle Antworten Sie, wie ich einsehe, Zeit kostet, die Sie für wichtige Überlegungen und Entscheidungen benötigen.

Allerdings sollte einer dieser Prozesse überfälligerweise aus der Erwägung der Legalisierung des Eigenanbaus von Cannabis bestehen!
Warum?
Da erlaube ich es mir, aus zeitlichen Gründen Ihre Methoden anzuwenden und Ihnen die folgenden hervorragend strukturierten und mit einleuchtenden Argumenten bestückten Seiten zu empfehlen:

Verein für Drogenpolitik e.V.
Deutscher Hanf Verband

Weiterhin würde ich mich um eine ausführliche Darstellung der (handfesten!) Argumente gegen die Legalisierung von Cannabisanbau, und damit die Entkriminalisierung verantwortungsbewusster Konsumenten, freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
XXX

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Antwort auf Feedback Nr. 10

Antwort Nr.11 vom 17.08.2007

Absender:
Uwe.Schaefer@bmg.bund.de
Text der Antwort:
Sehr geehrter Herr Stegerer,

seien Sie versichert, dass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Bätzing, Kontakt zu Fachleuten aufgenommen und die im Internet kursierenden Behauptungen zu getrecktem Cannabis hat prüfen lassen. Die Haltung der Bundesregierung (eine Legalisierung von Cannabis gesundheitspolitischen Gründen nicht zu verantworten), beruht auf langjährigen wissenschaftlichen Beobachtungen und der Bewertung international anerkannter Experten auf dem Gebiet der Suchtforschung hinsichtlich des Gefährdungspotenzials. Da keine Legalisierung des Handels geplant ist, stellt sich auch die Frage nach einer staatlichen Kontrolle der Produktqualität nicht. Inhaltlich ist den Ausführungen auf der Homepage der Drogenbeauftragten nichts hinzuzufügen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich in internationalen Abkommen verpflichtet, den Anbau, den Konsum und den Handel von Cannabis zu bekämpfen, um die mit dem Cannabiskonsum verbundenen Gesundheitsgefahren zu reduzieren.

Das Rauchen von Cannabisprodukten führt zu denselben Gesundheitsschädigungen wie das Tabakrauchen. Zudem enthalten Cannabiszigaretten weitere gesundheitsgefährdende Stoffe aus den Verbrennungsprodukten des Hanfs. Das Risiko für schwerwiegende Atemwegserkrankungen ist bei Langzeitkonsum signifikant erhöht. Cannabis unterdrückt das Immunsystem und erhöht so das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen und Infektionen. Der Konsum von Cannabis verringert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, was besonders im Straßenverkehr zu einem erhöhten Unfallrisiko führt. Bei langfristigem Konsum kann die verringerte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu beruflichen und sozialen Nachteilen führen.

Cannabis ist daher aus Sicht der Bundesregierung keine harmlose Droge. Eine Freigabe des Handels von Cannabis ist angesichts der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse gesundheitspolitisch nicht zu verantworten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der Drogenbeauftragten unter "Risiken des Cannabiskonsums" im Bereich Cannabis.

Es gibt keine belastbaren Schätzungen der Kosten für Strafverfolgung, Behandlung oder Prävention speziell in Bezug auf Cannabis. Da eine Legalisierung von Cannabis nicht in Betracht kommt, besteht kein Anlass, mögliche Steuereinnahmen zu schätzen.

Auch sollte Drogenpolitik nach Ansicht der Bundesregierung nicht auf die Kosten von Strafverfolgung, mögliche Steuereinnahmen und mögliche Arbeitsplätze bei der Legalisierung des Drogenanbaus und -handels reduziert werden. Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit; Betreuung und Ausstieg stehen daher für die Bundesregierung an erster Stelle.

Sowohl aus gesundheitlichen wie ökonomischen Gründen ist ein Verzicht auf Cannabiskonsum sinnvoll. Unterstützung dabei bietet unter anderem Homepage www.drugcom.de mit Informationen zu Cannabis und dem Ausstiegsprogramm "Quit the Shit".

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Uwe Schäfer

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Reaktion auf Feedback Nr. 11

Antwort Nr.12 vom 17.0.2007

Text der Antwort:
Warum verbieten Sie dann nicht gleich wieder den Alkohol, da dieser auch eine Droge ist und es viele Alkoholkranke/tote gibt, im Gegensatz zu Cannabistoten, höchstens durch Streckmittel, Herr Schäfer? Außerdem kann man Cannabis auch essen, trinken oder verdampfen!

Sie sehen, Ihre Argumentation ist hinfällig!

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Dies und Das

Antwort Nr.13 vom 18.8.2007

Text der Antwort:
Kinder müssen geschützt werden, allerdings besteht ein Unterschied zwischen dem Schutz von Kindern und der Bevormundung verantwortungsvoller Bürger!
Viele Menschen vertragen keinen Alkohol, weil er ein starkes Gift ist, das in niedrigen Überdosierungnen bereits zum Tot führt, allerdings legal. Versuchen Sie mal, sich mit Cannabis überzudosieren, das geht höchstens intravenös (aber wer ist schon so schwachsinnig).

"Cannabiszigaretten" bezeichnet man als Joint, nur so zur Info !

Die gestreckten Produkte schädigen, die Konsumenten mehr, als wenn sie ihr Leben lang kontrolliertes THC zu sich nehmen! Alkohol schädigt das Volk weitaus stärker (KOMA, die Kids sterben wie die Fliegen) als THC, das eher eine Bereicherung darstellt!

Dies ist keine Verherrlichung, natürlich gibt es Risiken, allerdings gibt es die überall im Leben. Es wäre einigen Leuten zu wünschen, daß sie dieses endlich begreifen.

Wählt Linke und Grüne, für die Legalisierung!

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Die Würde des Menschen ist ein Witz

Antwort Nr.14 vom 18.08.2007

Text der Antwort:
Ich denke schon, daß gute Argument für die Legalisierung von Cannabis unter anderem
-die Schwächung der Mafia
-der Volkswirtschaftliche Schaden durch entgangene Steuereinnahmen
sind.

Abgesehen davon, das Verbot verhindert trotz 100.000er Verfahren wegen Cannabisdelikten nicht, daß in Deutschland weiterhin THC konsumiert wird, allerdings zu menschen-unwürdigen Bedingungen.

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Und wer denkt an die Kinder?

Antwort Nr.15 vom 18.08.2007

Absender:
Red Knight
Text der Antwort:
Durch die Verteufelung und das Verbot von Drogen gibt es eher mehr Abhängige als weniger.

Eltern erzählen ihren Kindern, die bösen Drogen wären doch so schlimm. Dann probieren die Kids es aus, stellen fest, daß es nicht stimmt, geraten in Konflikt mit ihren Eltern, was sie natürlich noch mehr zur Droge greifen läßt.

Bei einer Erziehung, die über die Risiken und Chancen von Drogen sachlich und ohne ideologische Scheuklappen aufklärt, hätten Kinder mehr Chancen, herauszufinden, ob sie es für sich machen oder gegen ihre Eltern.

Kinder sollten keine Drogen nehmen, da sie noch nicht vollständig entwickelt sind.

Natürlich sollte ein THC Konsument nach dem Konsum kein Auto führen, allerdings gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen alkoholisierten und bekifften Fahrern.

Erwachsene sollten die Freiheit haben, ohne andere zu schädigen, ihr Leben so frei wie möglich zu führen, in jeglicher Hinsicht!

Aber selbst die Gedanken sind nicht mehr frei, sondern stehen nun hier...

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Irgendwie an die Öffentlichkeit

Antwort Nr.16 vom 20.08.2007

Upload von:
real_thug(et)gmx.de
Text der Antwort:
Ich habe auch niemals eine Antwort erhalten auf meine Mails- Unverschämt, eigentlich unglaublich.

Ab 18 darf man sich, wenn man das möchte zu tode saufen mit starkem Alkohol. Wenn man das möchte, darf man sich mit 18 Zigaretten kaufen und diese massenhaft rauchen und dies ohne große Probleme, obwohl deren zum größten teil tödliche Auswirkungen bekannt sind. Alles kein Problem.

Und denen geht es um die Gesundheit? Eine Frechheit das zu sagen!

Um es nur an den 2 Beispielen festzuhalten, sowas ist erlaubt!

Aber ich darf mir keinen Joint in meinen eigenen 4 Wänden rauchen? Oder beim Grillen mit Freunden? Was ist hier los?
In meinen Augen darf und kann mir auch niemand das verbieten, solange ich niemand störe oder gefährde. Und den Führerschein entziehen, ohne das jemand aktiv am Strassenverkehr teilnimmt? Was ist denn los?

Diskriminierung hoch 3.

Warum ist ein starkes Medikament wie Morphium in der Medizin ohne weiteres erlaubt? Cannabis jedoch nicht oder wird immer noch stark in Frage gestellt, obwohl es erwiesendermaßen heilen kann. Warum, warum, warum?
In meinen Augen muss man damit richig an die Öffentlichkeit, überall wo es geht und immer und immer wieder. In meinen Augen müssen solche Ungerechtigkeiten und Tatsachen viel mehr Menschen mitriegen. Es müssen mehr Leute Bescheid wissen.

Mehr Werbung für Aktionen wie Protestmailer etc. und mal richtige Aufklärung an alle Nichtwissenden.
Man kann sich so nicht behandeln lassen als angeblich "freier Bürger".

Mfg und viel Erfolg
Mario Ana

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Offizielle Reaktion des DHV auf die Antwort des Ministeriums

Antwort Nr.17 vom 04.09.2007

Upload von:
Georg.Wurth(et)hanfverband.de
Absender:
Georg Wurth - DHV
Text der Antwort:
Sehr geehrte Frau Schmidt,
sehr geehrte Frau Bätzing!

Zunächst einmal möchte ich Ihnen danken, dass Sie diesmal den Teilnehmern des Protestmailers geantwortet haben und somit Ihre Bereitschaft zur Diskussion mit besorgten Bürgern signalisieren.

Ihre Antwort ist allerdings wenig befriedigend, was ich gerne ausführen möchte.

Protestmailer nicht beantwortet
Zunächst weisen Sie die Behauptung zurück, Frau Bätzing hätte den ersten Protestmailer nicht beantwortet. Vielmehr habe sie "bereits eine Reihe von individuellen Hinweisen und Fragen im Zusammenhang mit dem Thema "Gestrecktes Cannabis" zur Kenntnis genommen und beantwortet."
Das mag so sein, ich kann Ihnen aber versichern, dass uns kein einziger der über 900 Teilnehmer am ersten DHV-Protestmailer bekannt ist, der eine Antwort von Frau Bätzing bekommen hätte. Und genau darum ging es uns ja in unserer Beschwerde.
Ich habe im Frühjahr mehrfach mit Herrn Kern telefoniert und jedes Mal darauf hingewiesen, dass die Absender der Email eine Antwort erwarten. Herr Kern kündigte dann an, dass es vermutlich wenigstens eine Stellungnahme im Internet geben werde. Nach etlichen Monaten und bis zum Start des zweiten Protestmailer ist aber noch nicht einmal das passiert.

Mit dem Protestmailer bemühen wir uns, den Bürgern in Zeiten extremer Politikverdrossenheit eine Möglichkeit zu geben, ihre Sorgen und Forderungen bei den zuständigen Stellen vorzutragen und die Mauer des Schweigens zwischen "denen da oben" und dem Volk zu durchbrechen. Das gelingt aber nicht, wenn ein Versuch der Kontaktaufnahme ohne Antwort versickert.

Und das gilt eben auch für Emails gleichen Inhalts, die Sie als "automatisch erstellte Anfragen" bezeichnen. Hinter jeder einzelnen dieser Emails steht aber ein Mensch, der nicht zufällig und automatisch, sondern sehr bewusst diese Art der Kontaktaufnahme gewählt hat und eine Antwort erwartet. Nicht umsonst achtet der DHV darauf, dass die Leute ihre Adresse mit angeben und ihre Eingabe per Email bestätigen, damit der Protestmailer zu einem seriösen Meinungsaustausch beiträgt und keine Spamflut erzeugt. Dass es durchaus möglich ist, auch den Absendern von vielen gleich lautenden Emails eine (gerne auch standardisierte) Antwort zu schicken, haben sie ja freundlicherweise durch ihre Antwort auf den zweiten Protestmailer bewiesen.

Bisher haben praktisch alle Adressaten des Protestmailers eine Antwort formuliert, nur eben Frau Bätzing nicht. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir dafür kein Verständnis haben.

Verunreinigte Cannabisprodukte
Uns ist natürlich bekannt, dass Frau Bätzing und ihre Mitarbeiter verschiedene Anfragen zum Thema "gestrecktes Gras" beantwortet haben. Auch aus der Antwort auf die Anfrage der Grünen und der brandneuen Stellungnahme im Internet wird ihre Haltung deutlich. Der DHV hat ebenfalls am 19. Juni einen Brief aus Ihrem Hause zu dem Thema erhalten. All diese Antworten stärken aber eher den Verdruss der Leute, weil sie sie als ignorant und schlecht begründet empfinden bzw. die Ausführungen in weiten Teilen gar nichts mit dem angesprochenen Problem zu tun haben.

Cannabis nicht unbedenklich
Immer wieder und als zentrales Argument weisen sie darauf hin, dass es sich bei Cannabis nicht um eine harmlose Droge handele und es keine "Unbedenklichkeitsbescheinigung" geben könne. Dabei geht es in den Anfragen gar nicht um diese Frage. Ich kenne kaum einen Legalisierungsbefürworter, der Cannabis für eine völlig harmlose Droge hält. Sie müssen niemanden davon überzeugen, dass Cannabiskonsum negative Effekte haben kann. Allerdings sind die Schlussfolgerungen, die Sie daraus ziehen für uns und viele andere nicht nachvollziehbar.

Ihre rechtliche Schlussfolgerung daraus
Erstens schließen Sie aus den möglichen negativen Folgen des Cannabiskonsums, dass es keine Liberalisierung in dem Bereich geben darf. Dabei ist die Tatsache wissenschaftlich gesichert, dass Cannabis insgesamt betrachtet nicht schädlicher ist als Alkohol. Das werden Ihnen vermutlich sogar Cannabiskritiker wie Prof. Thomasius bezeugen. Medizinisch gesehen
sind die möglichen Schäden durch Cannabiskonsum also im Vergleich zu Alkohol nicht geeignet, ein härteres strafrechtliches Vorgehen gegen Cannabiskonsumenten zu begründen.
Zu diesem Ergebnis kommen alle mir bekannten Studien, die die Auswirkungen der verschiedenen Drogen direkt vergleichen, so der französische Roques-Bericht von 1998 und die aktuelle Studie aus England. Beide kommen zu dem Ergebnis, dass Alkohol zu den gefährlichsten Drogen gehört, während Cannabis als deutlich weniger riskant eingestuft wird. Die englische Studie wies deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die derzeitigen juristischen Klassifizierungen der Drogen als willkürlich angesehen werden müssen.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu am 26.03.07:
"Das Bundesgesundheitsministerium nimmt die neue Studie ernst und will sie nun auf ihre wissenschaftliche Stichhaltigkeit prüfen. Sollte man sich daraufhin dazu entscheiden, einzelne Suchtmittel in ihrer Gefährlichkeit umstufen wollen, müsste dies jedoch auf internationaler Ebene geschehen, heißt es aus dem Ministerium. Gelegenheit dazu bietet sich erst wieder im nächsten Jahr, wenn der Suchtstoff-Kontrollrat der UNO tagt."

Ich nehme an, dass Sie diese Prüfung noch nicht abgeschlossen haben. Jedenfalls kann ich mir kaum vorstellen, dass Sie eine vergleichende Studie haben, die Cannabis ein höheres Gefahrenpotential als Alkohol bescheinigt und somit eine härtere strafrechtliche Einstufung rechtfertigen würde.

Dass zwischen der rechtlichen Einstufung von Alkohol und Cannabis und deren Gefährlichkeit kein Zusammenhang besteht, sagt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Lebensrealität der meisten Menschen, die mit Konsumenten beider Drogen zu tun haben. Deshalb stößt es bei Menschen, die sich mit dem Thema intensiver beschäftigt haben, auf höchstes Unverständnis, dass sie die unbestreitbar vorhandenen Risiken des Cannabiskonsums immer anführen, um Ihre repressive Haltung in dem Bereich deutlich zu machen.

Noch dazu ging es ja bei unseren Anregungen bezüglich verunreinigten Cannabisprodukten konkret gar nicht um eine Legalisierung, also eine Regulierung des Handels, sondern lediglich darum, den Konsumenten den Anbau weniger Pflanzen zum Eigenkonsum zu erlauben. Das würde sie vor den zusätzlichen Gefahren des verunreinigten Cannabis bewahren und gleichzeitig dem Schwarzmarkt Umsatz entziehen. Das wäre auch mit den internationalen Verträgen vereinbar und wird von einigen europäischen Nachbarländern bereits praktiziert.

Ihre Schlussfolgerungen in Bezug auf verunreinigtes Cannabis
Aus der Tatsache, dass Cannabis nicht unbedenklich ist, schließen Sie außerdem, dass man sich um das Phänomen "gestrecktes Gras" nicht weiter kümmern muss. Anstatt ernsthaft zu recherchieren und konkrete Gegenmaßnahmen zu bedenken, ziehen Sie sich auf den Standpunkt zurück, Cannabis sei ja sowieso gefährlich, auf eine zusätzliche Gefahr müsse man also nicht weiter eingehen.

Diese Haltung verkennt, dass es sich bei diesen Verunreinigungen um eine ganz andere Qualität von Bedrohung handelt, die von den anderen Gefahren des Cannabiskonsums völlig unabhängig ist. Die von Ihnen genannten Gefahren, so dramatisch sie für den einzelnen auch sein mögen, betreffen nur eine Minderheit der Konsumenten, die Mehrheit konsumiert Cannabis völlig unproblematisch. Auch das dürften Ihnen die meisten Cannabiskritiker bestätigen. Das gestreckte Gras gefährdet aber die Gesundheit aller Konsumenten akut, auch die Leistungsträger unserer Gesellschaft, die Cannabis nur hin und wieder mal konsumieren.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den allgemeinen Gefahren des Cannabiskonsums und dem gestreckten Gras ist der, dass die Verunreinigungen direkte Folge des Cannabisverbotes sind. Nur dadurch ist es möglich, ein Produkt, das von Millionen Bundesbürgern konsumiert wird, vorbei an allen staatlichen Kontrollen derart skrupellos zu panschen. Entsprechend ist es aber auch im Vergleich zu den anderen Risiken einfacher, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, eben z.B. Analysemöglichkeiten zu schaffen und den Eigenanbau in kleinem Umfang zu entkriminalisieren, wie wir vorgeschlagen haben.

Die Drogenbeauftragte Bätzing hat zu Alkohol eine durchaus vernünftige und differenzierte Sichtweise entwickelt: "Verantwortlicher und maßvoller Alkoholkonsum ist das Ziel", "Alkohol zu trinken, setzt immer eine besondere Verantwortung für Maß, Ort und Zeit voraus." Gerade vor diesem Hintergrund ist es besonders unverständlich, dass Sie bei Cannabis als einzige Strategie auf den Konsumverzicht pochen. Schließlich ist es offensichtlich, dass sie keine "Unbedenklichkeitsbescheinigung" für Alkohol vorliegen haben und die Liste der schädlichen Wirkungen des Alkohols bis hin zu vielen tausenden Toten pro Jahr ihre Homepage überquellen lassen würde. Das ist ein derart offensichtlicher und krasser logischer Bruch, dass Sie so niemanden überzeugen werden.

Der Vergleich drängt sich auf: Was würden Sie tun, wenn Sie Hinweise auf schwarz gebrannten Schnaps erhalten würden, der Blindheit verursachen kann? Würden Sie es bei dem Tipp belassen, am Besten vollständig auf Alkohol zu verzichten?

Alles in allem verbleibt der Eindruck, dass sie sich nicht adäquat mit dem Thema "gestrecktes Cannabis" auseinander gesetzt haben, so dass wir unsere Protestaktion fortsetzen werden und unsere Forderungen Aufrecht erhalten,
- Cannabis auf Verunreinigungen und Beimengungen hin zu analysieren und das Gesundheitsrisiko zu ermitteln!
- dementsprechende sachliche Informationen für Konsumenten und Hilfeeinrichtungen zur Verfügung zu stellen!
- für die Konsumenten eine Möglichkeit der anonymen Analyse von Cannabis auf Fremdstoffe und Verunreinigungen hin (Drugchecking) zu schaffen!
- die Möglichkeit des legalen Eigenanbaus für Konsumenten zu schaffen!

Ich verbleibe in der Hoffnung, dass Sie sich doch noch ernsthaft mit dem Thema auseinander setzten, bevor es zu ersten Berichten über Lungenschäden durch feinste Glassplitter o.Ä. kommt.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Wurth

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Super Brief Georg!

Antwort Nr.18 vom 04.09.2007

Absender:
Roberto S.
Text der Antwort:
Hallo Georg!
Super Brief den du verfasst hast! Ich hoffe das da endlich eine positive Antwort kommt und Einsicht im Hause Schmidt und Bätzing einkehrt.

Mit freundlichem Gruß
Roberto S.

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Du sprichst mir aus der Seele...

Antwort Nr.19 vom 13.09.2007

Text der Antwort:
Spitzen Brief!
Diese krasse Verweigerung sich auf einen ernsthaften argumentativen Dialog einzulassen, hat mich in den letzten Monaten auch viel beschäftigt und wütend gemacht. Einfach zu sagen: "keine Unbedenklichkeitsbescheinigung...interressiert uns nicht...sie können gerne...Quit the Shit!" empfinde ich als Hohn.

Das muss ein Ende haben, denn es schafft nur eine weitere Politikverdrossenheit und Bildung einer konspirativen Subkultur die der ganzen "Aura" der Illegalität ausgesetzt ist. Der Schwarzmarkt und die starke Kriminalisierung der Selbstversorger treibt Millionen Konsumenten in eine viel größere Gesundheitsgefährdung als es Cannabis je sein könnte.
Und die Verantwortlichen Politiker fühlen sich nur belästigt.

Ich muss nicht ausführen wie ich das empfinde...

Das ihr vom DHV da so engagiert dranbleibt und mir die Mühe abnehmt, einen so strukturierten und sachlich/freundlichen Brief verfasst, überzeugt mich Sponsor zu werden.

Ich muss mich noch einem Vorredner anschliessen und die Wichtigkeit von Werbung hervorheben! Ich habe auch mitbekommen, wie in den letzten zehn Jahren die Konsumenten Politikverdrossen wurden und sich mit ihrer ungerechtfertigten und diskriminierenden Kriminalisierung abgefunden haben.
Das muss sich wieder ändern, und ich denke das es auch möglich ist.

Macht weiter so!

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Dank und Hinweis auf´s Beitrittsformular

Antwort Nr.20 vom 18.09.2007

Upload von:
Georg.Wurth(et)hanfverband.de
Absender:
Georg Wurth
Text der Antwort:
"Super Brief den du verfasst hast!"
"Spitzen Brief!"


Danke für das Lob, ich habe mir mit unserer Reaktion auf die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums tatsächlich viel Mühe gegeben.

"Das ihr vom DHV da so engagiert dranbleibt und mir die Mühe abnehmt, einen so strukturierten und sachlich/freundlichen Brief verfasst, überzeugt mich Sponsor zu werden."

Das ist eine hervorragende Idee und auch noch immer dringend erforderlich, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können. Da du noch nicht Privatsponsor bist, nehme ich an, dass du noch nach dem Beitrittsformular suchst :-)

Würde mich freuen, wenn du es benutzen würdest. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen, die unsere Arbeit gut finden...

Für Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Georg Wurth

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Lächerlich!

Antwort Nr.21 vom 16.10.2007

Absender:
info@bmg.bund.de
Text der Antwort:
Antworten auf Ihr Anliegen sowie die Sichtweise der Bundesregierung finden Sie auf der Homepage der Drogenbeauftragten im Bereich Cannabis unter "Risiken des Cannabiskonsums".

Dort:
Risiken des Cannabiskonsums
Die Bundesrepublik Deutschland ist nach Artikel 4 Buchstabe c des Einheitsübereinkommens der Vereinten Nationen über Suchtstoffe von 1961 verpflichtet, die Verwendung von Cannabis (und anderen Suchtstoffen) auf ausschließlich medizinische oder wissenschaftliche Zwecke zu beschränken.

(Ja, das ist der vollständige Abschnitt!)

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Antwort auf Feedback Nr. 21

Antwort Nr.22 vom 23.10.2007

Upload von:
Georg.Wurth(et)hanfverband.de
Absender:
Georg Wurth - DHV
Text der Antwort:
Das stimmt nicht ganz. Du hast übersehen, dass man dort noch "mehr" anklicken kann und dann bei einem Text über die Risiken des Cannabiskonsums landet. Dort gibt es folgenden Abschnitt zum Thema Gestrecktes Gras:

"Im Internet häufen sich Hinweise, dass verunreinigtes Cannabis im Umlauf ist. Dies birgt ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit der Konsumenten und Konsumentinnen. Bei den Verunreinigungen soll es sich um mikroskopisch kleine Glassplitter, Sand, feines Plastik-Granulat oder flüssigen Kunststoff handeln, die zur Streckung beigemischt werden. In Folge benannte Symptome sind Brennen im Mund, Atemprobleme, lang anhaltender Husten oder Blutauswurf. Ähnliche Beobachtungen wurden aus Frankreich, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und den Niederlanden gemeldet. Weitere Informationen dazu können der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Aufklärungsmaßnahmen zu gesundheitlichen Risiken durch verunreinigte Cannabisprodukte" entnommen werden. Wie das britische Department of Health vertritt auch die Bundesregierung die Auffassung, dass eine geeignete Strategie, die gesundheitlichen Risiken des Konsums von verunreinigtem Cannabis zu vermeiden, darin besteht, auf den Konsum von Cannabis überhaupt zu verzichten. Antwort der Bundesregierung 16/5583"

Was wir beim DHV davon halten, kannst du im Feedback Nr. 17 nachlesen.

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