Hessen soll einseitige Drogenpolitik beenden
Regelmäßig erreichen uns Meldungen der Hessischen Landesregierung, in denen von steigenden Konsumentenzahlen im Bereich Cannabis, vom immer niedrigeren Einstiegsalter und den gefährlich gestiegenen THC-Gehalten berichtet wird. Wir danken den 165 Teilnehmern für ihren Einsatz ! Diese Aktion ist beendet, aktuell laufende Aktionen finden sie hier. Das Feedback auf diese Aktion findest du am Ende der Seite. Worum ging es? Regelmäßig erreichen uns Meldungen der Hessischen Landesregierung, in denen von steigenden Konsumentenzahlen im Bereich Cannabis, vom immer niedrigeren Einstiegsalter und den gefährlich gestiegenen THC-Gehalten berichtet wird. Keine dieser Meldungen verzichtet darauf mehr Geld für Prävention insbesondere an Schulen zu fordern.
Gleichzeitig werden die für Suchtprävention und Beratung bereit gestellten Mittel seit Jahren gekürzt. Im Jahr 2004 erreichten sie mit nur 556.000 Euro den niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Im gleichen Zeitraum sank das durchschnitt- liche Erstkonsumalter von 17,5 Jahre (1993) auf 16,4 Jahre (2004), während sich die Anzahl der Cannabiskonsumenten in der Altersgruppe 18 bis 39 Jahre fast verdreifacht hat.
An dieser Entwicklung hat auch die massive Ausweitung von Polizeieinsätzen nichts ändern können.
"Je früher Jugendliche zum Joint greifen, desto größer ist das gesundheitliche Risiko für eine psychische Abhängigkeit. So wirkt Cannabis oft als Verstärker von Problemen, die die Jugendlichen durch den Konsum eigentlich lösen oder verdrängen wollten." Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger
Wer fordert, "Präventions-, Beratungs- und Therapie- angebote müssten sich stärker mit dieser Zielgruppen auseinandersetzen, um frühzeitig einen problematischen Cannabiskonsum zu erkennen und angemessene Hilfen anbieten zu können", muss auch die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.
Geld genug hat das Land Hessen. Immerhin gibt die Hessische Regierung jedes Jahr mindestens 75 Millionen Euro für die Verfolgung von Cannabiskonsumenten aus. Das ist rund 135 mal so viel wie für Präventionsmaßnahmen!
Laut Landesregierung setzt die hessische Drogenpolitik auf die drei Säulen "Prävention, Beratung und Therapie, sowie Repression". Es wird Zeit das bestehende Ungleichgewicht der Mittel zu korrigieren. Bereits ein Prozent der Mittel für Repressionsmaßnahmen könnte die Möglichkeiten in den Bereichen Prävention und Beratung mehr als verdoppeln!
| Unser Vorschlag für die Protestmail Sehr geehrte Frau Ministerin Lautenschläger! Sehr geehrter Herr Minister Bouffier! Sehr geehrter Herr Minister Weimar!
Die Sozialministerin Frau Lautenschläger wird nicht müde auf die im Land Hessen bestehenden Probleme mit Hanf hinzuweisen. Stets bedauert Sie dabei medienwirksam das gesunkene Einstiegsalter und den Anstieg der Anzahl junger Cannabiskonsumenten. Andererseits sinken die von Ihrem Land für Suchtprävention und Beratung bereit gestellten Mittel seit Jahren und haben mit nur 556.000 Euro (2004) den niedrigsten Stand seit 10 Jahren erreicht. Dies tut die Landesregierung weit weniger öffentlich, so dass erst eine große Anfrage der Grünen im Hessischen Landtag diese erschreckenden Zahlen zutage brachte.
Gleichzeitig gibt das Land Hessen jährlich mindestens 75 Millionen Euro für die Verfolgung von Cannabiskonsumenten aus!
In Hessen besteht ein gravierendes Ungleichgewicht in der Drogenpolitik! Von der von Ihnen angekündigten Drei-Säulen-Strategie (Prävention, Beratung und Therapie, sowie Repression) ist in der Realität nicht viel zu spüren. Betrachtet man die finanzielle Ausstattung scheint es, als versuche die Landesregierung bestehenden Suchtproblemen ausschließlich über das Strafrecht zu begegnen.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass diese einseitige Drogenpolitik gescheitert ist. Ich fordere Sie daher auf, das Ungleichgewicht der Mittel zugunsten einer verstärkten Prävention auszugleichen.
Mit freundlichen Grüßen |
Ein Ziel des DHV- Protestmailers ist es, Reaktionen der von Ihnen angeschriebenen Personen und Behörden zu erhalten. Das erhaltene Feedback dokumentieren wir auf dieser Seite. Auch Reaktionen von Teilnehmern auf die Antworten der Behörden werden dokumentiert. Oft wird angesichts des eingegangenen Feedbacks der angebotene Protesttext von uns so angepasst, dass die Behörden nicht einfach Standartantworten verschicken können. Nebenbei bleibt die Protestaktion so stets aktuell und die Teilnahme lohnt sich bis zum Schluss! Es gibt 2 Antworten auf diesen Protestmailer.
Alternative ProtestmailAntwort Nr.1 vom 09.02.2006 - Upload von:
- die-reepschlaegerey(et)gmx.de
- Absender:
- René Benekendorff, Glattbacher Strasse 14, 64678 Lindenfels
- Text der Antwort:
- Sehr geehrte Frau Ministerin Lautenschläger! Sehr geehrter Herr Minister Bouffier! Sehr geehrter Herr Minister Weimar!
Da mich das Canabisproblem beruflich in musealer und kulturgeschichtlicher Arbeit mehr als behindert, sowie dadurch entstehende Unmöglichkeit in der Beschaffung geeigneten Seilerrohstoffes (nach dem von den mich beauftragenden Institutionen durchaus zur korrekten Darstellung des historischen Handwerks verlangen) ersuche ich Sie diese Problematik durch eine sofortige Gesetzesänderung aus der Welt zu schaffen.
Erst kürzlich ist ein Auftrag mit einem grossen Museum aus diesem Grunde geplatzt, weil es für die zu drehenden Seile bestimmte (nicht nur historische) Vorschriften gibt und diese mit dem erhältlichen Material nicht erfüllt werden können. Hierdurch gehen mir etwa 5000 bis 15000 Euro jährlich verloren. Ist es nicht ein Armutszeugnis, dass ich als Seiler nicht mein eigenes Garn in der benötigten, weil geforderten Qualität herstellen (anbauen, ernten und verarbeiten) darf? Wie lange soll dies noch so weitergehen???
Statt sich auf das Wesentliche dieses Problemes zu konzentrieren hat der Bund und die Länder nichts besseres zu tun als sinnlos die Steuergelder (im Jahre 2004, wie Sie dem Protestmail Nr.5 vom 09.02.2006, die Sie wohl dieser Tage des öfteren zugesandt bekommen haben, entnehmen können sage und schreibe 75 556 000 Euro -in Worten fünfundsiebzigmillionen- fünfhundertundsechsundfünfzigtausend) in ein Problem zu stecken, das gar keines ist: der Genuss einer Pflanze, die seit der frühen eisenzeit den Menschen wesentlich mehr genutzt als geschadet hat. Eine fatale Folge des Einflusses von Amerika auf den deutschen Staat seit Kriegsende des vergangenen Jahrhunderts. Im Übrigen konnte mir bislang noch nicht bestätigt werden, dass der Konsum von Hanf zum Tode führt. Der Genuss von Alkohol und/oder Tabak ist hingegen sehr leicht beweisbar gesundheitsschädlich und führt in vielen Fällen nach einer schweren Erkrankung der Entgiftungsorgane zum Tod.
So erwarte ich endlich von den Interessenvertretern der Bürger (sprich den Politikern von Bund und Ländern) ein sofortiges wirksames Handeln.
Mit freundlichen Grüßen René der Reepschlaeger (René Benekendorff)↑↑ Zurück zur Übersicht ↑↑
Umsetzung von Gesundheitsförderung in die Praxis!Antwort Nr.2 vom 03.05.06 - Upload von:
- dianabeier(et)gmx.de
- Absender:
- Diana Beier
- Text der Antwort:
- Sehr geehrte Frau Ministerin Lautenschläger! Sehr geehrter Herr Minister Bouffier! Sehr geehrter Herr Minister Weimar!
Die Sozialministerin Frau Lautenschläger wird nicht müde auf die im Land Hessen bestehenden Probleme mit Hanf hinzuweisen. Stets bedauert Sie dabei medienwirksam das gesunkene Einstiegsalter und den Anstieg der Anzahl junger Cannabiskonsumenten. Andererseits sinken die von Ihrem Land für Suchtprävention und Beratung bereit gestellten Mittel seit Jahren und haben mit nur 556.000 Euro (2004) den niedrigsten Stand seit 10 Jahren erreicht. Dies tut die Landesregierung weit weniger öffentlich, so dass erst eine große Anfrage der Grünen im Hessischen Landtag diese erschreckenden Zahlen zutage brachte.
Gleichzeitig gibt das Land Hessen jährlich mindestens 75 Millionen Euro für die Verfolgung von Cannabiskonsumenten aus! Konsumenten sprechen zu Recht: Die schlimmste Nebenwirkung des Cannabis ist die Strafverfolgung! Viele Menschen die trotz Konsums mit beiden Beinen fest im Leben stehen werden zu Delinquenten denunziert. Nicht durch ihren Konsum resultiert eine Lebenskrise, sondern durch die Folgen der Kriminalisierung enden sie in schwierigen und problematischen Lebenssituationen. Konsumenten die ein problematisches Gesundheitshandeln in Bezug auf ihren Cannabiskonsum an den Tag legen, haben ebenso sicherlich nichts von Bestrafungen. Ihnen sollten mögliche Ressourcen, die das problematische Verhalten vermeiden oder vermindern nicht vorenthalten werden. Meine Idee wäre hierbei, das Geld welches in die Strafverfolgung gesteckt wird in Studien zu investieren, welche auf das Gesundheitshandeln von Cannabiskonsumenten abzielen. Man könnte neue gesundheitsfördernde Konzepte entwickeln.
In Hessen besteht ein gravierendes Ungleichgewicht in der Drogenpolitik! Von der von Ihnen angekündigten Drei-Säulen-Strategie (Prävention, Beratung und Therapie, sowie Repression) ist in der Realität nicht viel zu spüren. Betrachtet man die finanzielle Ausstattung scheint es, als versuche die Landesregierung bestehenden Suchtproblemen ausschließlich über das Strafrecht zu begegnen.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass diese einseitige Drogenpolitik gescheitert ist. Ich fordere Sie daher auf, das Ungleichgewicht der Mittel zugunsten einer verstärkten Prävention auszugleichen. Die Gesundheitspolitik ist auf dem richtigen Weg, denn sie hat wissenschaftliche Erkenntnisse erlangt, dass Gesundheitsförderung mit salutogenetischen Ansätzen besonders für Suchtkranke (psychosoziale Probleme) effektiver sind, als die Kriminalisierung!! Jetzt liegt es an der Drogenpolitik die Erfahrungen der Gesundheitswissenschaften anzuwenden und in die Tat umzusetzen. Wir sollten die finanziellen Ressourcen sinnvoller nutzen, anstatt sie in die Strafverfolgung zu investieren. Denn damit ist niemandem geholfen! Als Studentin von Gesundheitsmanagement gehören die Gesundheitswissenschaften zu meinem Fachbereich. Somit konnte ich einige wichtige Erkenntnisse gewinnen, was die Gesundheitsförderung und Prävention angeht. Sehr fraglich für mich ist aber dennoch, dass die Erkenntnisse der Gesundheitswissenschaften nicht in die Praxis umgesetzt werden. Einerseits entnehme ich diesem, dass ich evtl. ein Beruf mit Zukunft habe :-) doch andererseits empfinde ich es als erschreckend, dass trotz des Wissens die Kriminalisierung von Cannabis an oberster Stelle steht. Man kann nur hoffen, dass sich keine Hexenverfolgungsähnlichen Zustände herausbilden. Unsere Geschichte zeigt uns, dass sich solche Ereignisse immer wiederholen werden, da die Menschheit aus dispositiven Gründen nicht wirklich dazu lernt(Hexen-, Juden-, Kommunistenverfolgung). Dazu möchte ich erwähnen, dass das Bedürfnis nach Drogen und Räuschen aller Art schon immer seit Anbeginn der Menschheit vorhanden ist. Drogen (Legale D. ebenso)begleiten das menschliche Leben allgegenwärtig durch Raum und Zeit. Es wird niemals durch Kriminalisierung möglich sein, den Gebrauch zu verbieten. Sinnvoller ist es die Gesellschaft mit einem angemessenem Umgang vertraut zu machen anstatt den Finger zu erheben. Gesundheitsförderung ist meines Erachtens der wahre Weg!!! Mit freundlichen Grüßen
Diana Beier
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