Marihuana gehört in Südafrika zum Fußball
Die lebenslustigen Fans des WM-Gastgebers Südafrika berauschen sich beim Fußball: Zum Betrachten der Spiele gehört Marihuana fast selbstverständlich dazu. Da Alkohol auf den Zuschauerrängen schon seit einigen Jahren verboten ist, sind der Stoff und die Vuvuzelas gute Ersatzdrogen. (...)
Marihuana, oder auf südafrikanisch "Dagga", gehört zu afrikanischen Fußballspielen, wie die Sonne, die (fast) immer scheint. Bei dieser Gelegenheit im Athlone-Stadion von Kapstadt vor einigen Monaten, wollte eine Gruppe ausländischer Journalisten, die von der WM berichten werden, "einmal ein richtiges afrikanisches Fußballspiel" erleben. Als sie in den Block der Fans von Ajax Kapstadt blickten, trauten sie ihren Augen nicht und wichen ob der gut sichtbaren Nebelwolke unwillkürlich zurück. Der würzige, unverkennbare Geruch von "Dagga" lag in der Luft. Auch bei den Fans der gegnerischen Kaizer Chiefs aus Soweto stieg verräterischer Rauch auf.
Unter Kennern ist Südafrika bekannt für die Qualität seines Stoffes zu niedrigen Preisen. Schließlich wird in jedem Kraaldorf seit eh und je Cannabis, so der wissenschaftliche Name der Pflanzengattung Hanf, angepflanzt und geraucht. Und da Alkohol auf den Rängen schon seit einigen Jahren verboten ist, berauschen sich viele Stadionbesucher stattdessen mit "Dagga" und dem ohrenbetäubenden Trötenlärm der "Vuvuzelas".(...)
Die Fußballtradition in Südafrika, ja in ganz Afrika, ist eben anders, ganz anders jedenfalls, als sie sich das in den Fußballverbänden und Funktionärskreisen auf der nördlichen Halbkugel der Welt vorstellen. Oder können Sie sich den -- zugegeben -- fidelen Chef Sepp Blatter vom Weltverband Fifa vorstellen, wie er mit halbgeschlossenen Augen und leichtem Hüftschwung einen Joint raucht, verloren in die Sonne blinzelt und am Ende des Spiels das Ergebnis gar nicht mehr so richtig mitbekommt? (...)
Hooligans dürfen kiffen
Wenn am Sonntag das erste Schlagerspiel der EM 2004 zwischen England und Frankreich läuft, wird in Portugal kiffen erlaubt sein. Die Sicherheitskräfte hoffen dadurch die Hooligans vor gewalttätigen Ausschreitungen abzuhalten.
Während betrunkenen Fussballfans der Eintritt ins Stadion verwehrt wird, will die Polizei bei kiffenden Fans ein Auge zudrücken, wie «Sun Online» meldet. Alkohol mache agressiv, kiffen dagegen stimme friedlich. Diese Erfahrung machte schon die holländische Polizei während der EM 2000, zahlreiche englische Fans waren zu bekifft um noch Randale zu machen.
20min.ch, 11.06.04