Meldung des DHV vom 10.11.2010
Heute wurde in Lissabon der Jahresbericht 2010 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) (eng. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA)) vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal beim Thema "Neue Drogen und sich abzeichnende Tendenzen". Neue Drogen in der EU - Mehr Cannabiskonsum in OsteuropaDie EBDD betont in ihrer Pressemitteilung zwei Trends - zum einen den Rekord an neuen Substanzen wie Mephedron, zum anderen die steigenden Konsumraten in Osteuropa. "Im Jahr 2009 wurden der EBDD und Europol 24 neue psychoaktive Substanzen erstmals offiziell bekanntgegeben." "Die Konsumraten in Teilen Osteuropas haben sich denen westlicher Ländern angeglichen oder übertreffen diese sogar."
Weitere Highlight des Berichtes sind "Kokain: Raffinierte Schmuggeltechniken und wachsende gesundheitliche Risiken" und "Amphetamine in Teilen Europas nach wie vor ein gravierendes Problem – Ecstasymarkt instabil". Streckmittel kein Thema?Leider fehlt in dem Bericht jeder Hinweis auf Streckmittel in Cannabis. Auch wenn das Phänomen Streckmittel (z.B. Brix) in anderen Ländern der EU scheinbar nicht so weit verbreitet ist wie in Deutschland, zeigt sich hier doch ein blinder Fleck bei der Beobachtungsstelle, obwohl wir nicht nur die nach Lissabon berichtende Bundesregierung, sondern auch der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle direkt von dem Problem berichtet haben. Auch der Streckmittel-Melder des DHV mit seinen mittlerweile über 1.000 Streckmittel-Meldungen ist der EBDD bekannt. Das Thema "Adulterantien", wie Streckungs- und Verfälschungsmittel von der EBDD genannt werden, taucht auch beim Thema Speed, Heroin oder Ecstasy nicht auf, sondern nur im Zusammenhang mit Kokain. Hier wird neben anderen Stoffen das Entwurmungsmittel Levamisol erwähnt. Morgen, am 11.11.2010 wird die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans den Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht vorstellen. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen hier unsere Hinweise auf Streckmittel berücksichtigt haben. Mehr zum Thema:Wolfgang Götz, Direktor der Europäischen DrogenbeobachtungsbehördeInter |